Jürgen Kehrer: Münsterland ist abgebrannt

muensterlandistabgebrannt

Ganz schön ver­di­en­stvoll, wie Jür­gen Kehrer, der Erfind­er der Wils­berg-Rei­he im ZDF, das Mün­ster­land in den Blick­punkt der deutschen Krim­i­nal­lit­er­atur rückt. Mün­ster­land ist abge­bran­nt ist der Auf­takt ein­er neuen Mün­ster­land­krim­irei­he und kommt schon mal näher in unser­er Rich­tung als andere Mün­ster­land­krim­is.

Der Plot ist eine Biopi­ra­terie-Geschichte zwis­chen Nord­walde, Altenberge, Spitzber­gen, Mün­ster und Lengerich. Dass der mil­io­nen­schwere Besitzer eines Unternehmens aus Lengerich auch in Lengerich wohnt, kommt mir zwar etwas merk­würdig vor, aber lassen wir das der dich­ter­ischen Frei­heit. Dass die dauergeile Asi­atin aus­gerech­net aus dem chi­ne­sis­chen Dör­fchen kommt, das in der Geschichte eine wesentliche Rolle spielt, dann aber so gar nichts mit der Geschichte zu tun hat — etwas irri­tierend. Dass im Altenheim das Maikäfer-flieg-Lied in ein­er Zeile zu “Mün­ster­land ist abge­bran­nt” umgedichtet wird, ich mag’s mir nicht vorstellen.

An den besten Stellen ist dies ein Region­alkri­mi, der sich sprach­lich und inhaltlich von anderen Repräsen­tan­ten seines Gen­res wohltuend abhebt, an schlechteren eine unin­spiri­erte Aneinan­der­rei­hung von Haupt­sätzen, die den Leser aus der Geschichte reißen. Für trübe Som­mer­re­gen­t­age aber eine willkommene Abwech­slung, nicht nur für Leute aus der Region.

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Fastfood und Interesse

Neulich durften ein Kol­lege und ich auf Tagung nach Berlin. Alles groß, alles etwas erdrück­end dort und man kommt kaum dazu, ordentlich was zu sehen, wenn man nicht ger­ade auf Urlaub ist, son­dern zu Geschäfts­be­sprechun­gen muss. Immer­hin sieht es im Osten teil­weise so aus, als wäre die Wende noch im Gange. Da wird wenig gemacht. Dafür riesige Cafés, solche Größen kön­nten sich Café­be­treiber außer­halb Berlins niemals leis­ten. Der Osten ist inzwis­chen ja sowieso von bei­den Teilen Berlins der inter­es­san­tere, wenn Sie mich fra­gen.

Ent­täuschend ist dage­gen die Berlin­er Küche: Also, für sowas wie ein Berlin­er Schnitzel brauchen Sie aber echt mal einen guten Magen.

Das Schlimm­ste sind aber die gnaden­los gün­sti­gen Fast­food­bu­den: Die berühmte Berlin­er Cur­ry­wurst ist eine hal­b­gare Bratwurst in Ketchup­tunke. Die Bratwurst an der Ecke für 1,25€, den Dön­er für 2€ — da wis­sen Sie, dass das Tier, was da drin ist aber auch nie das Tages­licht gese­hen hat. Da möcht­en Sie auch nicht wis­sen, wo das Bil­ligfleisch herkommt. Auf den Straßen Berlins inter­essiert das nie­man­den, Haupt­sache bil­lig. Das freut die Touris aus der Prov­inz.

Immer­hin war das Parken gün­stig: 50 Cent für eine halbe Stunde — gün­stiger als daheim. Aber unter uns, Sie wis­sen schon: Beein­druck­end ist anders,

ihr Philibb
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