Donots — Rauschen (Auf jeder Frequenz)

Hal­lo wach, es gibt was Neues von den Donots. Aber­mals mit poli­tis­ch­er Aus­sage, nicht anbiedernd wie Vorheriges, sprach­lich etwas mutiger und auch musikalisch hin­hörenswert:

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Donots — Calling (live @Deichbrand 2017)

So, wir haben’s dann auch mal zum Deich­brand-Fes­ti­val geschafft und passender­weise das Donots-Konz­ert mitgenom­men:

Und: Ja, live reißen die ordentlich was ab. Unser­er Mei­n­ung nach auch so das zweitbeste Konz­ert über­haupt nach Wan­da, aber angesichts der Bands dieses Fes­ti­vals sind die Geschmäck­er auch wirk­lich unge­mein ver­schieden.

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199

Eigentlich woll­ten die Donots kom­menden Mittwoch in der Sche­une auftreten, doch ach:

Auf ein­mal waren also 750 Karten für die Sche­une verkauft, wo aber dum­mer­weise nur 250 Leute rein­passen.

250? Weiß doch jed­er, dass sicher­heit­stech­nisch nicht mehr als 199 Zuschauer in der Sche­une zuge­lassen sind.

Die erste Lösungs-Idee, die wir mocht­en kam von Ingo:

Wir reißen uns den Arsch auf und spie­len in der Sche­une drei Konz­erte an einem Tag!“ So weit, so gut — das schien eine geile Notlö­sung zu sein, wir waren hap­py… Doch lei­der stellte sich diese Idee in den let­zten zwei Tagen auf­grund viel­er ver­anstal­ter­isch unüber­wind­bar­er Hür­den als nicht umset­zbar her­aus.

Nun ja, im Grunde doch nur eine: Die 199 max­i­mal zuge­lassene Zahl an Zuschauern. 750 verkaufte Ein­trittskarten wür­den nach Adam Riese 4 Konz­erte benöti­gen. Und die Alter­na­tive?

Wir spie­len ein Open Air an der Sche­une, da passen dann bes­timmt alle hin!“ Mit den nöti­gen städtis­chen Freiga­ben und der organ­isatorischen Umset­zung (Bühne, Per­son­al, Tech­nik, Zäune, etc) wurde uns gesagt: Inner­halb der weni­gen Tage lei­der auch nicht mach­bar.

Lag’s denn nun auch an der Stadt, fragt zumin­d­est ein Face­book-Nutzer.

Das alles wäre vielle­icht nur halb so skur­ril, wenn nicht schon vor ein paar Jahren für ein Donots-Konz­ert in der Sche­une zu viele Tick­ets verkauft wor­den wären. Und damals wurde gemeint:

Die Stadt Ibben­büren hat heute ver­boten, mehr als 199 Zuschauer in die Sche­une zu lassen! Um trotz­dem allen Leuten die Möglichkeit zu geben, das Konz­ert zu besuchen, wer­den wir daher zwei Konz­erte hin­tere­inan­der am gle­ichen Abend spie­len!

Also damals hat die Stadt spon­tan die zuge­lassene Besucherzahl in der Sche­une von 300 auf 199 run­terge­set­zt? Das hat wer in die Welt geset­zt?

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Donots — Karacho

Man muss halt ein­räu­men, dass die Donots Musik für Mitzwanziger­plus­mi­nus machen. Und wie sich die Donots ihrer Ziel­gruppe anbiedern, dass ist schon erstaunlich rück­grat­los, wo sie sich doch selb­st ganz ander­sherum ein­schätzen wür­den. Die Donots sind monothe­ma­tisch, ironiefrei, sprach­lich auch auf deutsch hör­bar begren­zt, textlich irgend­wo in den 80ern, nur musikalisch fall­en sie nicht aus dem Rah­men. Brüllen reißt da nichts raus. Im Einzel­nen:

1. Ich mach nicht mehr mit Ver­lo­genes, ziel­grup­pe­naffines Rumge­plärre. Wer sich vom Stadt­mar­ket­ingvere­in Ibben­büren einen Preis übergeben lässt für die gute Wer­bung für ihre Heimat­stadt, der macht eben doch jeden Blödsinn mit.

2. Dann ohne mich Näch­ster Song, sel­ber Inhalt: Die Doofen sollen bess­er ohne mich weit­er­ma­chen. Schnarch.

3. Junger Mann zum mitlei­den gesucht Board­er­lin­er­song. Wenn die Gitar­ren nicht wären, nicht erwäh­nenswert.

04. Prob­lem kein Prob­lem Burnout­song: “Ich hab kein Prob­lem, ich bin das Prob­lem.”

05. Du darf­st niemals glück­lich sein Nein, auch in diesem Lied stolpert man dauernd über Sprache, so das sprach­liche Unkon­for­mität zum Stilmit­tel erhoben wer­den muss. “Wie du fällst und dich dann fängst, wie du singst, selb­st wenn du brennst…” — so ein Lied­text muss ja auch gefüllt wer­den.

06. Kaputt Alles muss kaputt sein, wieso warum weshalb? Weiß der Geier oder weiß er nicht.

07. Weit­er Ich-gegen-die-anderen-Durch­hal­teparolen­song, alles wie gehabt.

08. Kopf bleibt oben Das Herz bleibt an, das Hirn bleibt aus. Rosen­stolz hät­ten es nicht schlim­mer machen kön­nen.

09. Hier also weg Flotte Num­mer. Textlich muss jemand weg, wieso auch immer.

10. Straßenköter Noch so ein Ich-muss-raus-ich-werd-euch-nicht-ver­mis­sen-Song. So langsam würde man Geld bezahlen wollen für ein anderes The­ma.

11. Das Ende der Welt ist längst vor­bei Ja, es geht noch sim­pler, wenn der Songti­tel den Inhalt des Songs kom­plett bein­hal­tet. Yeah, yeah, yeah.

12. Bess­er als das “Das” ist der All­t­ag, bess­er sind “wir”. Noch Fra­gen?

13. Immer noch I mog di. Wir kön­nen uns alles sagen. So sind wir eben, wir Kinder­gartenkinder.

14. Hansar­ing, 2–10 Uhr Endlich am Ende des Albums. “Das soll nie zuende gehen”, doch das sollte es bess­er. Diese Selb­stabfeierei erträgt man nicht weit­er.

Wohlwol­len­der wird das Ganze hier gese­hen.

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John B. Moore hat sich die englis­chsprachige Ver­sion ange­hört.

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