Zitate für Dummies (33)

Das falschz­i­tierende Rumge­copy­und­paste geht heute in der IVZ munter weiter:

Je schön­er und voller die Erin­nerung, desto schw­er­er ist die Tren­nung. Aber die Dankbarkeit ver­wan­delt die Erin­nerung in eine stille Freude.“

Diet­rich Bon­ho­ef­fer (1906 – 1945), lutherisch­er Theologe

Nur im Orig­i­nal wird der eigentliche Gedanke deutlich:

Es gibt nichts, was uns die Abwe­sen­heit eines uns lieben Men­schen erset­zen kann und man soll das auch gar­nicht ver­suchen; man muß es ein­fach aushal­ten und durch­hal­ten; das klingt zunächst sehr hart, aber es ist doch zugle­ich ein großer Trost; denn indem die Lücke wirk­lich unaus­ge­füllt bleibt, bleibt man durch sie miteinan­der ver­bun­den. Es ist verkehrt, wenn man sagt, Gott füllt die Lücke aus; er füllt sie gar­nicht aus, son­dern er hält sie vielmehr ger­ade unaus­ge­füllt, und hil­ft uns dadurch, unsere echte Gemein­schaft – wenn auch unter Schmerzen – zu bewahren. Fern­er je schön­er und voller die Erin­nerun­gen, desto schw­er­er die Trennung.

Aber die Dankbarkeit ver­wan­delt die Qual der Erin­nerung in eine stille Freude. Man trägt das ver­gan­gene Schöne nicht wie einen Stachel, son­dern wie ein kost­bares Geschenk in sich.

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Zitate für Dummies (32)

Heute ist mal wieder blindes Copy&Pasten in der IVZ angesagt:

Ver­trauen ist eine Oase des Herzens, die von der Karawane des Denkens nie erre­icht wird.“

Khalil Gibran (1883 – 1931), libane­sisch-amerikanis­ch­er Maler, Philosoph, Dichter

Kor­rekt:

Faith is an oasis in the heart which will nev­er be reached by the car­a­van of thinking.

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Zitate für Dummies (30)

Und weit­er im Text:

Glück entste­ht oft durch Aufmerk­samkeit in kleinen Din­gen, Unglück oft durch Ver­nach­läs­si­gung klein­er Dinge.“

Wil­helm Busch (1832 – 1908), ein­er der ein­flussre­ich­sten humoris­tis­chen Dichter und Zeich­n­er Deutschlands

Nicht zu find­en im Gesamtwerk Wil­helm Buschs, wahrschein­lich von hier kopiert, 1954 wird es den Chi­ne­sen zugeschrieben, zu find­en in der Ency­clopae­dia of Prose Quo­ta­tions von 1884, wo es E. Wilton zugeschrieben wird:

Do not slight the lit­tle things that crowd around life; many are deceived and led astray by neglect­ing lit­tle things.

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Zitate für Dummies (29)

Es wird weit­er­hin bei der IVZ irgend­was aus dem Inter­net kopiert und in die Zeitung geset­zt, ohne im Min­desten der Frage nach zu gehen, ob die Zusam­men­stel­lung von Zitat und zuge­orn­de­tem Ver­fass­er wohl stimmt. Heute:

Ein guter Rat ist wie Schnee. Je san­fter er fällt, desto länger bleibt er liegen und umso tiefer dringt er ein.“
Simone Sig­noret (1921 – 1985), franzö­sis­che Schaus­pielerin und Schriftstellerin

Man kön­nte stutzig wer­den, dass das Zitat im Franzö­sis­chen nicht geläu­fig ist, was daran liegen kön­nte, dass es aus dem Englis­chen stammt

Advice is like snow – the soft­er it falls, the longer it dwells upon, and the deep­er it sinks into the mind.

und wohl Jere­mi­ah Seed zuzuschreiben ist.

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Zitate für Dummies (28)

Wieder mal gedanken­los aus dem Inter­net Kopiertes heute in der IVZ

Das Leben ist schon inter­es­sant … am Ende wer­den die
größten Her­aus­forderun­gen zu dem, auf das du am stolzesten bist.“
Drew Bar­ry­more (* 1975), US-amerikanis­che Schaus­pielerin, Mod­el und Filmproduzentin

lautet im Englis­chen anders, näm­lich

Life is very inter­est­ing. In the end, some of your great­est pains become your great­est strengths.

kon­nte ich aber auch nicht ein­deutig der Schaus­pielerin zuordnen.

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Zitate für Dummies (26)

Schon wieder so ein fast richtiger Lit­er­aturbezug in der Zitate­cke der IVZ:

Ein jed­er hat seine eigene Art, glück­lich zu sein, und nie­mand darf ver­lan­gen, dass man es in der seini­gen tue.“

Hein­rich von Kleist (1777 — 1811), deutsch­er Dra­matik­er, Nov­el­list, Büh­nen­schrift­steller und Erzähler

Tue? Glück­lich sein tun? Kleist hat es bess­er for­muliert:

Ein jed­er hat seine eigne Art, glück­lich zu sein, und nie­mand darf ver­lan­gen, daß man es in der seini­gen sein soll.

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Autorennamen

Das The­ma, dass nie­mand beim Lokalblatt mehr Kor­rek­tur zu lesen scheint, gab es ja schon des öfteren hier. Da sind oft Leser geneigt auszuhelfen. Und so las man online, eine Schülerin

las aus Hans-Peter Richters „Damals war es friedlich“.

Der Satz führte einen Leser zum Kom­men­tar, der den Autor­na­men und den Buchti­tel kor­rigiert wiedergab:

Hal­lo Frau …, der Roman von Hans Peter Richter heißt “Damals war es Friedrich”. Viele Grüße

Man dank­te dem Kor­rek­turleser und ließ drucken:

las aus Hans-Peter Richters „Damals war es Friedrich“.

Beim näch­sten Mal ein­fach noch inten­siv­er vorkauen. Denn selb­st bei so einem Zaunpfahlwink kommt man nicht auf die Idee, den anderen Lit­er­aturbezug im Text zu untersuchen:

Ein­drück­lich schilderte auch die Auto­bi­ografie „Ich bin ein Stern“ von Inge Auer­bach, gele­sen von Richard Frank, die Ereignisse und das Gefühl des Aus­geliefert­seins der Betroffenen.

Die Dame heißt Inge Auer­bach­er.

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Zitate für Dummies (25)

Wann begann es eigentlich in der IVZ mit den falschen Zitat­en? Genau genom­men startete es am 29. Jan­u­ar 2001, denn schon der erste Ver­such ging fehl:

Zäh: Wo die Pferde ver­sagen, schaf­fen es die Esel. 

Johannes XXIII., Papst (1881–1963)

So etwas ähn­lich­es hat Papst Johannes XXIII. in der Tat gesagt, nur han­delte es sich um ein Zitat des religiösen Dichters Teofi­lo Folen­go und lautet:

Ubi defi­ci­unt equi, trot­tant aselli.

Das bedeutet über­set­zt: “Wenn es an Pfer­den man­gelt, trot­ten die kleinen Esel.” Der Papst wollte mit diesem Zitat nicht andeuten, dass er selb­st zäher war als diejeni­gen, die eigentlich an sein­er Stelle hät­ten Papst wer­den sollen, son­dern dass er zweite Wahl war.

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