Kleine Korrekturen

Beim Pro­jekt: Dig­i­tal­en und sta­tionären Einzel­han­del zusam­mendenken ist Ibben­büre­nen mit diesem Vorschlag in die engere Wahl gekom­men:

Dig­i­tal­isierung Ibben­büren: Die Stadt­mar­ket­ing Ibben­büren GmbH sen­si­bil­isiert Händler für online-affine Kun­den und unter­stützt sie bei der Ein­führung eigen­er Ange­bote und Liefer­di­en­ste auf einem beste­hen­den lokalen online-Mark­t­platz. Begleit­maß­nah­men sollen die Attrak­tiv­ität und Funk­tion­al­ität der Innen­stadt und der Zen­tren in den Ort­steilen steigern.

Naja, die Zen­tren in den Ort­steilen attrak­tiv­er machen, wer will das denn? Kann man die nicht rauss­chmeißen? Wozu hat man denn die Presse mit an Bord?

IVZ, 03.01.2017, “Dig­i­tal­isierung: Lokalen Einzel­han­del zukun­fts­fähig machen

Auf die Innen­stadt, den Einzel­han­del und das ras­ante The­ma „Dig­i­tal­isierung“ lenk­ten Ver­e­na Rid­der (Stadt­mar­ket­ing) und Enno Pölk­ing (IVZ) anschließend den Blick. Wie bere­its berichtet, darf sich Ibben­büren freuen über eine finanzielle Förderung vom Land NRW für das Pro­jekt „Dig­i­tal­en und sta­tionären Einzel­han­del zusam­mendenken“.

Schon bess­er. Aber das mit dem beste­hen­den Mark­t­platz, das ist doch auch irgend­wie Banane, den Part­ner hat man ja gar nicht mit ins Boot genom­men.

Nachgedacht und einge­führt wer­den soll ein „lokaler Online-Mark­t­platz“, ein Online-Shop, in dem lokale Händler ihre Waren im Netz anbi­eten kön­nen.

Geht doch.

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Zitate für Dummies (6)

Zum Jahre­sausklang wieder mal ein falsches Zitat in der Lokal­presse:

„Sei du selb­st, denn alle anderen gibt es schon.“

Oscar Wilde (1854 – 1900), irisch­er Schrift­steller, Lyrik­er, Roma­nau­tor, Dra­matik­er und Kri­tik­er

Auch hier gibt es schon eine Analyse im englis­chsprachi­gen Bere­ich:

There is no sub­stan­tive evi­dence that Oscar Wilde made this remark.

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Zitate für Dummies (5)

Ein paar Tage beg­nügte man sich bei der IVZ mit belan­glosen Zitat­en irgendwelch­er Unbekan­nten, aber das befriedigt eben nicht auf Dauer, deswe­gen mit Wonne mal wieder zurück zu den Fake-Zitat­en:

Ich fange an mit Eroberun­gen. Gelehrte wer­den mir später bestäti­gen, dass ich im Recht war.“

Friedrich II., der Große (1712 – 1786), preußis­ch­er König, “Der alte Fritz„

… passt vielle­icht bess­er zu Putin als zum alten Fritz und – warum auch immer man so ein Ignori­eren von beste­hen­den Geset­zen unter “Das gefiel uns” einord­net – es kommt in dessen schriftlichen Hin­ter­lassen­schaften genau 0 Mal vor. Schön auch die unter­schiedliche Anführungsstriche, damit man auch noch ein­mal klar belegt, dass hier nur Copy&Paste zum Ein­satz kommt.

Und eben­so wenig kommt

Ein Fre­und ist ein Men­sch, der die Melodie deines Herzen ken­nt und sie dir vor­spielt, wenn du sie vergessen hast.“

Albert Ein­stein (1879 – 1955), the­o­retis­ch­er Physik­er

von besagtem Wis­senschaftler, legt man dessen schriftlichen Nach­lass und Zitierun­gen Drit­ter zu Grunde.

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Zitate für Dummies (4)

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt wer­den, kann man Schönes bauen.“

Johann Wolf­gang von Goethe (1749 – 1832), bedeu­tend­ster Repräsen­tan­ten deutschsprachiger Dich­tung

… und Nich­turhe­ber dieses Bon­mots. Und nicht, dass Sie jet­zt denken: “War der Goethe jet­zt so bedeut­sam für die deutsche Dich­tung, dass man von ihm bess­er im Plur­al spricht?” Nein, nein, bei der IVZ scheint man eher mit dem Copy & Paste Prob­leme zu haben.

Im Englis­chen wird das Zitat übri­gens auch gerne mal Mark Twain zuge­ord­net. Genau­so falsch.

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Wenn Literatur lebendig wird

Die Unter­hal­tungskonkur­renz war groß für die Klangschlür­fer: Im Fernse­hen brachte die ARD ein unspan­nen­des Bay­ern-Pokalspiel, in der Schauburg gab irgen­dein Ex-Gewicht­she­ber zur Bewer­bung sein­er Per­son Gefühlsab­nehmtipps. In den Saal der Alten Sparkasse ver­lief sich kaum jemand. Umso mehr darf man mal darauf hin­weisen, dass die lokale Berichter­stat­tung auch sehr gut über Lit­er­atur schreiben kann: Wenn Lit­er­atur lebendig wird, dann beflügelt es offen­bar auch Jour­nal­is­ten. Dann haben einzelne Absätze eine Qual­ität, die man anson­sten verge­blich in der Zeitung sucht.

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Bürgermeisterliche Nebentätigkeiten

Die IfI kri­tisiert die IVZ-Berichter­stat­tung bezüglich der neben­beru­flichen Tätigkeit­en des Bürg­er­meis­ters. Das liest sich in der gekürzten Ver­sion in der IVZ allerd­ings etwas hol­prig:

Nichts, nada, und noch weniger. So viel zur Wahrung der jour­nal­is­tis­chen Sorgfalt­spflicht der IVZ-Autorin über die Behand­lung der Neben­tätigkeit­en des Bürg­er­meis­ters in der jüng­sten Ibben­büren­er Ratssitzung. Stattdessen viel mei­n­ungs­machende Berichter­stat­tung statt eines Fak­tenchecks, die erste Tugend eines Beruf­s­standes wäre, der sich um Wahrheits­find­ung auch nur im Ent­fer­n­testen bemüht.

Da fehlen Anschlüsse und es wer­den Anschlüsse (“Stattdessen”) dargestellt, die so gar nicht beste­hen. Im Orig­inal­text beste­hen diese Anschlussfehler nicht:

Der Ein­druck unsach­lich­er ten­den­z­iös­er Wieder­gabe wird ver­stärkt durch den Kom­men­tar von Frau Sabine Plake, die mit der Fest­stel­lung endete, UWG hätte mit Dreck gewor­fen in der Hoff­nung, dass auch bei falsch­er Tat­sachen­be­haup­tung etwas hän­gen bleiben würde. Sie führte weit­er aus, dass diese Art des poli­tis­chen Umganges strate­gis­ches Ziel der UWG IFI sei, um poli­tis­che Geg­n­er zu diskred­i­tieren.

Nichts, nada, und noch weniger. Soviel zur Wahrung der jour­nal­is­tis­chen Sorgfalt­spflicht der IVZ-Autorin über die Behand­lung der Neben­tätigkeit­en des Bürg­er­meis­ters in der jüng­sten Ibben­büren­er Ratssitzung.

Stattdessen viel mei­n­ungs­machende Berichter­stat­tung statt eines Fak­tenchecks …

Die so gescholtene Zeitung druckt dann den aktuellen Pres­se­text der IfI genau ohne den wichtig­sten Teil. Denn dort ste­ht der Inhalt des rechtlichen Vor­wurfs, den die IfI macht:

Die Befürch­tung unser­er Wäh­lerge­mein­schaft von möglichen Inter­essenkon­flik­ten zwis­chen Bürg­er­meis­ter­amt und neben­beru­flich­er Tätigkeit waren mehr als begrün­det. Denn als Geschäfts­führer und Gesellschafter kon­nte er Kraft GmbH-Recht in alle Akten Ein­sicht nehmen, Man­date und Gewinne steuern und damit die größten Vorteile aus der Sit­u­a­tion ziehen.

Es spricht für sich, diesen Teil auszu­lassen bei einem Leser­brief, der, was auch aus­ge­lassen wird, das jour­nal­is­tis­che Handw­erk der Zeitung kri­tisiert.

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Denn sie wissen nicht, was sie tun

POPCORN! Die IVZ möchte sich heute in per­sona des Chefredak­teurs und des Ver­lagsleit­ers ordentlich auf die Schul­ter klopfen:

Nach unser­er Berichter­stat­tung über die Verge­wal­ti­gung ein­er 79-Jähri­gen auf dem Fried­hof in Ibben­büren am ver­gan­genen Son­ntag­mor­gen hat es von den Nutzern unser­er Online-Pro­duk­te und Lesern der Zeitung Kri­tik gegeben, weil wir die Herkun­ft des 40-jähri­gen Täters – anders als andere Medi­en – nicht genan­nt haben.

[…]

Nach einge­hen­der, inten­siv­er Diskus­sion in unser­er Lokalredak­tion haben wir uns dazu entsch­ieden, die Herkun­ft des Täters nicht zu nen­nen, auch wenn sie im Presse­por­tal der Polizei zu dieser Straftat genan­nt war. Wir sind uns dur­chaus im Klaren, dass diese Verkürzung der Mit­teilung von einem Teil der Leser­schaft als Bevor­mundung inter­pretiert wer­den kann. Wir haben uns aber bei unser­er Entschei­dung vom Pressekodex des Deutschen Presser­ats leit­en lassen.

Wie hero­isch, anders als andere Medi­en hat sich die IVZ an ethis­che Maßstäbe gehal­ten. Stimmt nur nicht, wie Peter W. auf der Seite der IVZ richtig­stellt:

Wer die ganze Zeitung liest, kon­nte doch im Teil “West­falen” der gle­ichen Aus­gabe die Herkun­ft des Täters lesen.

Es sei dazu gesagt: Der Artikel im Teil “West­falen” wurde vom zuständi­gen IVZ-Redak­teur geschrieben. Auch online hat die IVZ sehr wohl die Herkun­ft veröf­fentlicht.

Die IVZ hat das The­ma der Herkun­ft des mut­maßlichen Täters nicht ver­schwiegen, sie hat es bre­it­ge­treten.

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Lokale Anwendung des Pressekodex’

Es scheint so, dass die Lokalzeitung Polizeiberichte, die starke, emo­tionale Kom­men­taräußerun­gen der Leser in neg­a­tiv­er Hin­sicht beflügeln, nicht auf Face­book postet. Nun gab es eine Straftat in Ibben­büren durch den Ange­höri­gen ein­er Min­der­heit, und auch dieser Fall lan­dete nicht auf der Seite der Zeitung. Allerd­ings veröf­fentlichte man den Artikel, der in der Papier­aus­gabe der Zeitung zu lesen ist, online. Und daraufhin gab es Kri­tik:

25.07.2016 16:15 von Andreas R* aus Hörs­tel:
Warum wir hier wieder ver­sucht zu ver­schleiern?
Oder haben wir hier wieder einen Fall von falschver­standen­er “Polit­i­cal Cor­rect­ness”?

25.07.2016 17:36 von Egon O* aus Met­tin­gen:
Wenn das stimmt was Herr Runde schreibt, muss der Artikel schnell­stens angepasst wer­den. Ibben­bueren und Umge­bung haben ein Anrecht auf die Wahrheit.

26.07.2016 08:16 von H.-Bernd M* aus Ibben­büren:
Wieder ein Beispiel für den “Qual­ität­sjour­nal­is­mus” der IVZ — Redaktion…kann man sich auch nur leis­ten, wenn es keine Konkur­renz vor Ort gibt!

26.07.2016 09:21 von Ralf L* aus Recke:
Wollte oder durfte Herr Hin­rich­mann die Herkun­ft des Täters dieser mehr als ver­w­er­flich­es Tat nicht nen­nen? Der Leser hat nicht nur das Recht, alle Infor­ma­tio­nen und Hin­ter­gründe ein­er Tat — sofern sie bekan­nt sind — zu erfahren, auch der Jour­nal­ist hat die Pflicht über diese Dinge zu bericht­en, da er sich anson­sten unglaub­würdig macht.

Woran sollte sich nun ein Jour­nal­ist hal­ten, wenn es um ethis­che Stan­dards in der Berichter­stat­tung geht? Sicher­lich auch an den Pressekodex. Und dort heißt es:

Richtlin­ie 12.1 – Berichter­stat­tung über Straftat­en
In der Berichter­stat­tung über Straftat­en wird die Zuge­hörigkeit der Verdächti­gen oder Täter zu religiösen, eth­nis­chen oder anderen Min­der­heit­en nur dann erwäh­nt, wenn für das Ver­ständ­nis des berichteten Vor­gangs ein begründ­bar­er Sach­bezug beste­ht.

Beson­ders ist zu beacht­en, dass die Erwäh­nung Vorurteile gegenüber Min­der­heit­en schüren kön­nte.

Insofern hat man bei der IVZ vor­bildlich gehan­delt.

Aktu­al­isierung

Okay, im Online-Artikel des­sel­ben Autors bei der WN steht’s anders da.

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