Mit Pam­pers ver­stopfte Bio­müllschred­der, heim­lich beerdigte Klein­tiere und müf­fel­nde Staub­sauger­beu­tel in der Bio­müll­tonne, das alles soll in Zukun­ft der Ver­gan­gen­heit ange­hören. Hier­mit befasst sich der Bio-Detek­tiv Gui­do Ölk­mann.

Herr Ölk­mann, wo set­zen Sie an, um die Bioentsorgung wieder auf Vor­der­mann zu brin­gen?

Ja, nun. Vor­rangig wollen wir ver­suchen, den­jeni­gen an den Kra­gen zu gehen, die ihren Bio­müll ille­gal im Wald ver­schar­ren. Das sind die so genan­nten Bio-Leer­er. Die glauben, die Natur sei ihr’s und dann humpeln sie mit ihre Biotonne durch das Dic­kicht und ver­bud­deln ihr Zeug, wo es ihnen ger­ade passt. So geht’s aber nicht, Fre­und­chen. Den lauern wir jet­zt auf.

Wie sieht das konkret aus?

Wir haben aus dem richti­gen Bio­müll und übrig gebliebe­nen Gülleresten in einem kom­plizierten Ver­fahren Bioträger hergestellt, die wir von extra instal­lierten Hochsitzen, den Bio-Logen, aus über ein Kat­a­pult abfeuern wer­den, wenn die Rabauken wieder in den Forst ziehen. Das wird ne schöne Sauerei, wenn die wieder ankom­men, die Dreck­säcke.

Nun ist Gotcha ja ein Spiel, das in freier Wild­bahn gar nicht erlaubt ist. Wie sieht es mit der rechtlichen Absicherung aus?

Ja, wer soll es denn son­st machen. Seit­dem hier am McDonald’s High­way der Autoverkehr ver­boten ist, trauen sich die Polizis­ten ja kaum noch in den Wald. Die möcht­en auch nicht im Dunkeln auf mil­i­tante Bio-Leer­er tre­f­fen, nur weil die da ihren Kom­post beerdi­gen. Dann müssen wir da eben ran.

Trotz­dem kön­nte man ja meinen, dass es zu Prozessen kommt, wenn man ein­fach so im Wald Bürg­er mit Bioträgern abschießt.

Ja, wieso das denn? Wir beschießen die ja nur mit dem­sel­ben Zeug, das die sel­ber in den Wald brin­gen. Das ist doch eine Art biol­o­gis­ch­er Gerechtigkeit, was wir da machen. Oh, warten Sie! Da kommt der alte Bönker mit seinen Katzen­streusäck­en. Dem wer­den wir aber mal gehörig ein­heizen. UNDFEUER!

Das Watze­fack des Tages geht heute mal an den Fach­di­enst Kul­tur auf seinem Exper­i­men­tier­trip:
schnueffel

Ich weiß ja nicht, welche Sub­stanzen in der Alten Sparkasse da ger­ade geschnüf­felt wer­den, aber beim ver­harm­losenden Na und? sei mal ange­merkt: Beson­ders bei Schwanger­schaften sollte man von der Inhala­tion von flüchti­gen, flüs­si­gen oder gas­för­mi­gen Sub­stanzen, dem so genan­nten süchtig machen­den Schnüf­feln, Abstand nehmen, denn der Kon­sum kann sich gesund­heitss­chädi­gend auf sich selb­st und das Kind auswirken.

  • Mün­ster­sche Zeitung”: DJV-Ver­band­stag kri­tisiert Aschen­dorff Ver­lag scharf Nach der Schelte über die Aushöh­lung der Mün­ster­schen Zeitung der näch­ste Nack­en­schlag für den Ver­lag der West­fälis­chen Nachricht­en:

    Die Ver­leger krem­peln aber nicht nur die Medi­en­land­schaft in Mün­ster um, sie set­zen auch neue Neg­a­tiv-Maßstäbe im Umgang mit Tar­ifen und Mitar­beit­ern. Aschen­dorff will laut DJV aus dem Zeitungstar­ifver­trag auss­cheren und hat laut DJV die rund 140 Redak­teure der West­fälis­chen Nachricht­en (WN) ulti­ma­tiv aufge­fordert, auf die Tar­if­bindung zu verzicht­en. Mit Hin­weis auf anson­sten dro­hende Kündi­gun­gen wur­den ihnen bere­its neue Arbeitsverträge zugestellt, die mehr Arbeit, weniger Gehalt und weniger Freizeit bedeuten.

  • Wir freuen uns auf Ibben­büren Bäck­erei Liesenköt­ter investiert sechsstel­lig in Ibben­büren.

Die Seite hat vor Ort wohl schon etwas die Runde gemacht: Vaeternotruf.de über das Jugen­damt Ibben­büren.

Vaeternotruf.de ist wohl so eine Seite für Väter, die nach ein­er Tren­nung Prob­leme mit ihrem Umgangs- oder Besuch­srecht bzgl. ihrer Kinder haben. Exem­plar­isch kann man das über den rechtlich Zuständi­gen der Seite nach­le­sen. (Wobei die ger­ade ver­link­te Seite auch schon wieder in sein­er Ser­iösität zweifel­haft ist.)

So weit, so gut. Aber es führt wohl zu emo­tion­süber­lade­nen Aktio­nen wie dieser Seite über das Jugen­damt, auf der ver­al­tete bis falsche, aber sicher­lich für den einen oder anderen belusti­gende Behaup­tun­gen aufgestellt wer­den. Dass die Geburts­dat­en zweier Per­so­n­en gelöscht wur­den, zeigt, dass die Seite wohl schon mal wahrgenom­men wurde.

Die Chronik des angekündigten Todes der Mün­ster­schen Zeitung nach der Über­nahme durch den Aschen­dorff-Ver­lag, dem die WN gehört, kann ein neues Kapi­tel verze­ich­nen:

Zum 15. Nobe­mver 2014 erscheint die Mün­ster­sche Zeitung zum let­zten Mal in der alt­bekan­nten Form. Danach wer­den die bish­eri­gen Lokalteile für Mün­ster, Greven und Ste­in­furt einge­stampft und sollen durch ihre Entsprechun­gen der WN erset­zt wer­den. Der Man­tel­teil soll dann von den Ruhr Nachricht­en kom­men. Fragt sich nur, wer so eine Zom­bie-Zeitung lesen will.

Grund für die Umstruk­turierung sind die 2,7 Mio. € Miese, die die Mün­ster­sche Zeitung im Jahr anhäuft.

Schon etwas ver­bit­tert schreibt Thomas Knüw­er über die Ver­legeraus­druck­sweise zum erwart­baren Stel­len­ab­bau:

Nicht weniger zynisch ist das, was Lam­bert Lens­ing-Wolff in ein­er Haus­mit­teilung vom 29. Juli erk­lärt hat­te (die mir vor­liegt): “Für den Unternehmenser­folg sind seine Mitar­beit­er ver­ant­wortlich. Also Sie. Das Team und sein Zusam­men­spiel sind die entschei­den­den Fak­toren. In den bish­eri­gen 16 Jahren mein­er Arbeit im Medi­en­haus kon­nten wir dank Ihres großen Ein­satzes unsere wesentlichen Her­aus­forderun­gen meis­tern.” Lüge oder Welt­fremd­heit? Dies bei Ver­legern beant­worten zu wollen, habe ich für mich längst aufgegeben.

Ralf Heimann, ehe­ma­liger Redak­teur der Mün­ster­schen Zeitung, beschreibt den abse­hbaren Unter­gang der Zeitung exem­plar­isch:

Zu wenig Geld, zu wenig Zeit, zu wenig Rück­grat.

Dazu kommt aber noch etwas viel Schlim­meres: die Überzeu­gung, dass der Leser doof ist – oder das meiste zumin­d­est schon nicht merken wird.

Deshalb jubelt man ihm Wer­bung unter, ohne es irgend­wo zu erwäh­nen.

Deshalb füllt man die Hälfte der Zeitung mit Pressemit­teilun­gen, die es woan­ders umson­st gibt.

Deshalb macht man Zeitun­gen, die im Prinzip nur Anzeigenkun­den inter­es­sant find­en kön­nen.

Deshalb führt man Bezahlschranken ein, die sich umge­hen lassen, indem man die Cook­ies löscht.

Deshalb gehen Zeitun­gen Medi­en­part­ner­schaften ein, die Exk­lu­siv-Infos abw­er­fen sollen, was aber noch nie passiert ist, und die let­ztlich nur dazu führen, dass die Berichte über den Medi­en­part­ner über­raschend wohlwol­lend aus­fall­en.

Und deshalb wirft man eine Redak­tion her­aus und verkauft den Leuten eine Zeitung, die sie eigentlich gar nicht haben wollen.

Und so sieht der kri­tis­che Jour­nal­is­mus dann aus: Unter diesem Artikel erscheint am Ende dieser Tipp:
mzohneredaktion


und führt ins Leere. Schon dpa-Mel­dun­gen sind zu kri­tisch für dieses Blatt.

Die Junge Union hat als erste poli­tis­che Kraft beim Stad­trat einen Antrag für ein Jugend­par­la­ment gestellt. So weit, so gut. Denn wenn alle Parteien gegen Poli­tik­erver­drossen­heit ange­hen wollen, ist das sich­er nicht der verkehrteste Schritt, den man ein­schla­gen kann.

Aber Jugend­par­la­ment und Antrag, war das nicht was? Ach ja:

So wollte ein Besuch­er wis­sen, wieso es in Ibben­büren noch kein Kinder- und Jugend­par­la­ment gebe. Karl-Heinz Otten­hus (IFI) las auf dem Podi­um daraufhin einen Antrag vor, wonach „der Rat die Prü­fung und Instal­la­tion“ eines Par­la­mentes prüfen und beschließen solle – und sig­nierte das Schreiben. Dr. Mar­lene Klatt (Grüne) unterze­ich­nete eben­falls.

Muss wohl ins Alt­pa­pi­er gewan­dert sein, dieser vor Jugendlichen unterze­ich­nete Antrag. Was für ein schönes Zeichen gegen Poli­tik­erver­drossen­heit.

90 Jahre Weltspartag, das bedeutet auch 90 Jahre Sparschwe­in­stopfen und Geschenke für Kinder zu Ende Okto­ber. Grund genug, ein­mal nachzuhak­en, wie es kün­ftig um das Sparen ste­ht. Hierzu befragte ich Her­rn Josef Dukat von der Volksgenossen­bank zu den geplanten Verän­derun­gen

Herr Dukat, 90 Jahre Weltspartag, das ist eine lange Zeit. Was ist da noch aus der Anfangszeit bekan­nt?

Ja nun, das war damals keine ein­fache Zeit. Kurz nach der Ein­führung beka­men wir die Weltwirtschaft­skrise und dann kam ja auch schon der näch­ste Krieg. Da sind wir auf unseren Bil­lig­plüschtieren im wahrsten Sinne des Wortes sitzen geblieben.

Nun pla­nen sie im kom­menden Jahr ganz auf den Weltspartag zu verzicht­en. Wie kam es zu diesem Sinneswan­del?

Ja, nun, die Zeit­en sind nicht ein­fach. Wir saßen halt so zusam­men und über­legten, wo wir noch sparen kön­nten. Und da sagte ein­er, wir kön­nten doch den Weltspartag eins­paren, das spare uns zudem Ner­ven, Spielzeug, die Luftschlangen und Bal­lons in der Bank und all diese Kinder auf ein­mal in der Fil­iale. Das will ja auch kein­er.

Kinder sollen nun allerd­ings ihren eige­nen per­sön­lichen Spartag an ihrem Geburt­stag haben, was steckt dahin­ter?

Wir dacht­en uns, dass das ein­fach prak­tis­ch­er ist, wenn die Kinder an ihrem Geburt­stag bei uns vor­bei schauen, und ihr Geburt­stags­da­tum bestäti­gen. Das ist dann ja auch irgend­wie eine Aufw­er­tung des eige­nen Jubelt­ages.

Besorgte Eltern, deren Kinder am 30. Okto­ber geboren wur­den, fra­gen sich nun, ob sie über­haupt noch kom­men kön­nen, wenn am 30.10. kein Weltspartag mehr sein soll.

Ja, sowas hätte man sich ja auch mal im Vor­feld über­legen kön­nen. Wir haben es immer wieder mit Eltern zu tun, die so unbe­dacht ihre Fam­i­lien­pla­nung ange­hen. Da kön­nen wir dann auch nicht mehr viel machen. Aber es gibt ja auch andere Banken.

OSSteiffen2014


Mit­tler­weile hat sich Chris­t­ian Steif­f­en die Pub­likums­größe erspielt, die ihm gebührt: 700 Leute kamen gestern in den Rosen­hof und — als ob man das dazusagen müsste — waren rest­los begeis­tert.

Zum Tourauf­takt präsen­tierte er seine Klas­sik­er, aber auch Neuschöp­fun­gen. Bei diesen erfind­et er sich etwas neu, weniger bis­sige Ironie, mal etwas ruhigere Töne anspie­len. Es war nicht zu erwarten, dass ewig Knaller nachgeschoben wer­den. Das soll kein vor­weggenommen­er Abge­sang wer­den: Steif­f­ens Stärke ist weit­er­hin, dass er ein­er ver­staubten Musiksparte das Kon­ser­v­a­tive nimmt, und mit Witz genau die besun­genen Gefüh­le her­auskitzelt, die er in seinen Liedern iro­nisch ans­ingt: Das Ver­mis­sen sein­er Per­son, das Belachen des eige­nen Selb­st­mitlei­ds, die Reduzierung seines Lebens auf eine Flasche Bier, das Froh­sein über ent­gan­gene Beziehun­gen.

Abge­se­hen davon bot die Steif­f­en-Show neben der endlich mal wirk­lich gut rüberk­om­menden Musik viele ein­prägsame Bilder auf der Bühne: Vom Steif­f­en-Bal­lett über das Stage-Div­ing zur besinnlichen Chris­t­ian-Steif­f­en-Ver­sion von “Stille Nacht”. Den Großteil seines Pub­likums hat Steif­f­en nach weni­gen raum­greifend­en Gesten in seinem Bann, der Rest wird irgend­wann von der Musik ein­genom­men.

Chris­t­ian Steif­f­en bringt die große Lust aufs Leben in die Halle und verteilt sie großzügig an seine Zuschauer. Vielle­icht ist das das Geheim­nis.

Wieder ein­mal fand die so genan­nte “Siemon Akademie” statt, dieses Mal zum The­ma “Mob­bing im Inter­net. Und irgend­wie trifft der Titel meines ersten Textes zur Siemon Akademie zu: Ein aus­ge­bran­ntes The­ma.

Dabei ist es eigentlich natür­lich gut, eine Gesellschaft für das The­ma Mob­bing zu sen­si­bil­isieren. Aber es ist auch nicht ver­boten, auf die Mit­tel zu schauen, die ver­wen­det wer­den. Insofern ist die Frage der Jour­nal­istin, was denn der pein­lich-anbiedernde Titel “Du Opfer, ich chat­te dich platt!” sollte, ein guter Ansatz.

Im Vor­trag des “Spezialisten”(Veranstalter-Ankündigung) wurde offen­bar der Fall von Aman­da Todd aufge­grif­f­en, wohl weil es ein Youtube-Video von ihr gibt. Was dieser Fall mit Sit­u­a­tio­nen an deutschen Schulen zu tun hat, ist mir eigentlich gän­zlich unklar. Ver­all­ge­mein­ert man damit nicht ein­fach alle Tragö­di­en, deren Opfer Jugendliche sind? Das scheint mir gegenüber Jugendlichen mit spez­i­fis­chen lokalen Prob­le­men nicht passend zu sein. Während Inter­net­mob­bing mit Suizid­folge in Ameri­ka wieder­holt vorkommt, ist mir ein der­ar­tiger Fall in Deutsch­land nicht bekan­nt.

Das aktuelle The­ma in Deutsch­land ist Stalk­ing. Ein Beispiel aus dieser aktuellen Diskus­sion hätte ich passender gefun­den.

Die Quin­tes­senz des Vor­trags ist dann auch nicht überzeu­gend:

trotz jed­er Menge schlim­mer Erfahrun­gen einiger, tap­pen immer noch viele in die Inter­net-Falle. Sichere Alter­na­tiv­en für What­sApp, Face­book und Co.? Fehlanzeige! „Sich­er ist, dass nichts sich­er ist“, so Siebert. Er rät, wieder E-Mails schreiben zu ler­nen, „so richtig mit Betr­e­ff und Absender“.

SCHNÖFF TÄÄÄÄÄ! Wenn nichts mehr geht, ein­fach mal irgend­wie Kul­turpes­simis­mus raushauen. Was zum Teufel ist denn die “Inter­net-Falle”? Es gibt Alter­na­tiv­en zu Face­book und What­sApp, nur ken­nt sie der Urhe­ber des zitierten Satzes offen­bar nicht. Abge­se­hen davon: Was hat die Frage nach Face­book-Alter­na­tiv­en über­haupt mit dem ganzen The­ma zu tun?
Der Brüller ist natür­lich, dass Jugendliche statt Face­book E-Mails nutzen sollen. Als ob E-Mails so ein­fach für Jugendliche ver­schlüs­selt zu nutzen wären. Das Prob­lem hier­bei ist ein­fach, dass es nicht son­der­lich ver­bre­it­et ist, seine E-Mails selb­st zu ver­schlüs­seln.

Das ist jet­zt nicht ganz das, was man nach der Ankündi­gung erwarten durfte:

Ein Spezial­ist packt aus: Wie Sie sich und Ihre Kinder vor Cyber-Mob­bing, Cyber-Groom­ing und steigen­der Inter­netkrim­i­nal­ität prak­tisch schützen kön­nen: Tipps zum besseren Umgang mit Sozialen Net­zw­erken und Online-Dien­sten.

Der Punkt, an dem man wirk­lich anset­zen kön­nte, ist Medi­en-Erziehung für Jugendliche. Das Inter­net stellt nie­man­den vor zuvor unbekan­nte moralis­che Prob­lematiken, nur die ein­set­zbare Tech­nik ist vari­anten­re­ich­er. Lei­der scheint es im Vor­trag nicht darum gegan­gen zu sein.

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