Es scheint so, dass die Lokalzeitung Polizeiberichte, die starke, emo­tionale Kom­men­taräußerun­gen der Leser in neg­a­tiver Hin­sicht beflügeln, nicht auf Face­book postet. Nun gab es eine Straftat in Ibben­büren durch den Ange­höri­gen einer Min­der­heit, und auch dieser Fall lan­dete nicht auf der Seite der Zeitung. Allerd­ings veröf­fentlichte man den Artikel, der in der Papier­aus­gabe der Zeitung zu lesen ist, online. Und daraufhin gab es Kri­tik:

25.07.2016 16:15 von Andreas R* aus Hörstel:
Warum wir hier wieder ver­sucht zu ver­schleiern?
Oder haben wir hier wieder einen Fall von falschver­standener “Polit­i­cal Cor­rect­ness”?

25.07.2016 17:36 von Egon O* aus Met­tin­gen:
Wenn das stimmt was Herr Runde schreibt, muss der Artikel schnell­stens angepasst wer­den. Ibben­bueren und Umge­bung haben ein Anrecht auf die Wahrheit.

26.07.2016 08:16 von H.-Bernd M* aus Ibben­büren:
Wieder ein Beispiel für den “Qual­ität­sjour­nal­is­mus” der IVZ — Redaktion…kann man sich auch nur leis­ten, wenn es keine Konkur­renz vor Ort gibt!

26.07.2016 09:21 von Ralf L* aus Recke:
Wollte oder durfte Herr Hin­rich­mann die Herkunft des Täters dieser mehr als ver­w­er­fliches Tat nicht nen­nen? Der Leser hat nicht nur das Recht, alle Infor­ma­tio­nen und Hin­ter­gründe einer Tat — sofern sie bekannt sind — zu erfahren, auch der Jour­nal­ist hat die Pflicht über diese Dinge zu berichten, da er sich anson­sten unglaub­würdig macht.

Woran sollte sich nun ein Jour­nal­ist hal­ten, wenn es um ethis­che Stan­dards in der Berichter­stat­tung geht? Sicher­lich auch an den Pressekodex. Und dort heißt es:

Richtlinie 12.1 – Berichter­stat­tung über Straftaten
In der Berichter­stat­tung über Straftaten wird die Zuge­hörigkeit der Verdächti­gen oder Täter zu religiösen, eth­nis­chen oder anderen Min­der­heiten nur dann erwähnt, wenn für das Ver­ständ­nis des berichteten Vor­gangs ein begründ­barer Sach­bezug besteht.

Beson­ders ist zu beachten, dass die Erwäh­nung Vorurteile gegenüber Min­der­heiten schüren kön­nte.

Insofern hat man bei der IVZ vor­bildlich gehan­delt.

Aktu­al­isierung

Okay, im Online-Artikel des­sel­ben Autors bei der WN steht’s anders da.

noergelmoellervollsperrung

noergelmoellerhochzeitstag

noergelmoellercharaktersuche

  • Schla­gan­fall­pass: Mod­ell­pro­jekt in Ibben­büren — “Ibben­büren geht beim Thema Schla­gan­fall neue Wege. Die Stadt ist deutsch­landweite Mod­ell­re­gion für einen neuen Hil­f­s­pass. Auf dem Ausweis wer­den die wichtig­sten Daten einge­tra­gen — etwa Medika­mente und der Krankheitsverlauf.”<br>

Am 30. Juni war noch das große Unken ange­sagt: “Kauft ein Ibben­bürener Mag­nus?” fragte man seit­ens der IVZ-Redaktion. Man wusste wohl nichts Genaues, und daher schrieb man aller­lei Mut­maßun­gen in den Lokalteil:

Ludger Bit­ter (IfI) hatte die Infor­ma­tio­nen im Rat so kom­men­tiert: „Die Tinte unter dem Toten­schein ist fast trocken.“ Das ziele in Rich­tung des bish­eri­gen Investors Blom, sagte Bit­ter.

Das ist jetzt nicht so schwer zu ver­ste­hen: Das Pro­jekt des Nieder­ländis­chen Eigen­tümers, in die soge­nan­nte Magnus-Fläche zu investieren, ist so gut wie been­det, indem er es verkauft.

Am 1. Juli kam die Geschäft­sleitung der IVZ damit her­aus, man selbst sei der ominöse Käufer. Und dazu ließ man sich von der eige­nen im Unklaren gelasse­nen Redak­tion inter­viewen:

In der let­zten Ratssitzung kom­men­tierte ein Ratsmit­glied den Eigen­tümer­wech­sel mit „ die Tinte unter einem Toten­schein ist fast trocken…“

Rieping: Wir wür­den uns wün­schen, wenn das Pro­jekt mit größt­möglicher Sach­lichkeit disku­tiert und voran gebracht wird und endlich raus kommt aus jed­weder, bisweilen polemis­chen Stim­mungs­mache. Da nehmen wir jetzt auch die Poli­tik in die Ver­ant­wor­tung.

Schon nicht so ein­fach, seine eigene Zeitung zu ver­ste­hen. Dort stand nun mal ziem­lich unmissver­ständlich, dass der Ivestor gemeint war und nicht der Eigen­tümer­wech­sel. Es ist die Rede von einem Toten­schein bezüglich des bish­eri­gen, unfruch­t­en­den Pro­jekts, nicht von einer neuer­lichen Tot­ge­burt — um im Bild zu bleiben. Hier wird aber­mals die eigene Miss­in­ter­pre­ta­tion anderen ange­lastet. Auch aus den weit­eren Äußerun­gen Bit­ters wird dessen Hal­tung unmissver­ständlich klar:

Wenn es tat­säch­lich mit dem Investor klappe, „kann es nur besser wer­den. Schlechter geht nicht mehr.“ Und wenn der Investor dann noch in Ibben­büren lebe, „dann macht der auch was Vernün­ftiges.“ Denn der wohne auch über­mor­gen hier. „Wir kön­nen das nur unter­stützen.“

Vielle­icht sollte man mal die Zeitung in die Ver­ant­wor­tung nehmen, was das Ver­ständ­nis der von ihr selbst veröf­fentlichten Texte angeht. Das würde auch zu mehr Sach­lichkeit führen und weniger Polemik.

Textlich platt, musikalisch nicht erwäh­nenswert, stimm­lich okay. Top oder Flop? Irgend­was im unteren Mit­telfeld.

noergelmoellertrance

Im April habe ich über das Vorhaben der WN, eine Bezahlschranke für ihre Inhalte im Inter­net zu instal­lieren, geschrieben. Danach ver­lor ich das Thema etwas aus dem Blick. Mich wun­derte ger­ade, dass ich die Bezahlschranke noch nie gese­hen habe. 

Mit einer erweiterungslosen Browserin­stal­la­tion bin ich jetzt auf sie gestoßen. Die Schranke basiert wohl auss­chließlich auf Cook­ies, die bei mir beim Schließen des Browsers gelöscht wer­den. Irgen­deine andere Erweiterung killt das Unternehmen WN-Bezahlschranke aber so, dass ich in meiner nor­malen Browserin­stal­la­tion weit­er­hin nie eine Schranke zu sehen bekomme. 

Das ist schon ordentlich viel Dilet­tan­tismus, wodurch sie glauben, im Monat 10 Ocken nehmen zu kön­nen. Da würde einen ja schon mal inter­essieren, ob auch nur irgend­je­mand dieses Ange­bot schon bestellt hat.

Aja, in Ibben­büren wer­den laut Käse­blatt 30% der Laden­lokale schließen.

Jeder dritte Laden in Ibben­büren macht zu. 30 Prozent – und das sind ser­iöse Prog­nosen, die von ser­iösen Uni-Instituten erstellt wor­den sind – aller Geschäfte auch in Met­tin­gen, Recke, Hörstel oder Hop­sten schließen. Für immer. 

Quelle? Ser­iöse Prog­nosen von ser­iösen Insti­tuten vom Hören­sagen zitiert, die genau genom­men, was anderes sagen. Aber hey, 10% oder 30%, wo ist da schon der Unter­schied?

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