Neu im Bücherschrank(13): Heinz Strunk — Fleisch ist mein Gemüse

Neuerung! Die 13 soll nun mal Glück brin­gen, es ist das erste Buch, das woan­ders, und zwar im Büch­er­schrank am Rhein­ufer in Düs­sel­dorf, eingestellt wurde.

Um den dor­ti­gen Büch­er­schrank geht es naturgemäß munter­er zu, denn er ste­ht an einem vielbe­suchtem Ort. Auch die Qual­ität der Büch­er ist eine andere, es sind Büch­er inimage

— sagen wir mal — gebrauchterem Zus­tand dort zu besichti­gen, aber auch tiefge­hen­dere. Büch­er von Theodor Adorno und Horst-Eber­hard Richter habe ich in Ibben­büren noch nicht ste­hen sehen. Dafür sahen sie aber auch so aus, dass ich sie habe ste­hen lassen.

Vor mir inter­essierte sich eine Fam­i­lie für Gretchen Sack­meier von von Chris­tine Nöstlinger und bekam von gegenüber gle­ich den Hin­weis, dass das Buch unge­mein unter­halt­sam sei. Gespräche über Lit­er­atur gehen dem­nach dort zeim­lich ungezwun­gen und direkt von stat­ten. Dage­gen gäbe es beim Büch­er­schrank am Frieden­splätzchen in Düs­sel­dorf nur Schrott, wie ich von irgend­woher auf­schnappte.

Vor mir stellte dann jemand an die 20 Büch­er ins Regal, da war ich erst­mal baff und dachte, unsere­ins mit nur einem Buch, könne da nicht gegen anstinken. Aber was immer er da reingestellt hat, es war wohl eher ein Akt des Bücher­loswer­dens, denn Inter­es­santes war hin­ter­her an der Stelle nicht zu sehen. Erstes Ausstel­lungsstück unser­er­seits ist Fleisch ist mein Gemüse von Heinz Struck. Tati war wenig begeis­tert von dem Buch, ich habe es irgend­wann mal ange­le­sen, war aber auch nicht nach­haltig beein­druckt. Möge es in ver­ständ­nisvollere Hände wan­dern.

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Buddyjournalismus

Die IVZ hat ein offen­bar Anfang Dezem­ber aufgenommenes, aber erst jet­zt gebracht­es Inter­view mit Jür­gen Coße veröf­fentlicht­es und wer gedacht hat, bei so etwas geht es kri­tisch zu, der ist vielle­icht etwas naiv. Nein, der Lokaljour­nal­is­mus vor Ort ist eben Gefäl­ligkeit­sjour­nal­is­mus, der Jour­nal­ist duzen­der Stich­wort­ge­ber und fällt, wenn man den Kan­di­dat­en per­sön­lich ken­nt, gle­ich ganz aus sein­er Funk­tion des kri­tis­chen Betra­chters. Da wird sich kaum vor­bere­it­et, da wird nicht nachge­fragt, da wird dem Befragten kri­tik­los alles abgenom­men. Das Gespräch erre­icht keine Tiefe und verkauft die Rep­u­ta­tion der IVZ der Wahlkampf-PR.

Es ist offenkundig bei der Wahl des Kan­di­dat­en für den Bun­destag im Wahlkreis vor Ort mehr vorge­fall­en, als das ein unter­legen­er Mit­be­wer­ber sauer wegen sein­er Nieder­lage war. So wenig gün­stig das für die SPD ist, so sehr ist es die Auf­gabe eines mündi­gen Jour­nal­is­ten, hier nachzuhak­en, Antworten zu bekom­men auf Fra­gen, die sich aus der Lek­türe der Lokal­presse ergeben. Aber offen­bar hemmt die Abover­lus­tangst der­ar­tige Grund­fähigkeit­en. Das ist Jour­nal­is­mus, der sich aufgegeben hat.

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