Neu im Bücherschrank (58): Ursula Richter, Wolf-Dieter Strubel — Weihnachten am Kamin

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Es wei­h­nachtet noch nicht so sehr oder? In unser­er Bergmannsstadt — nen­nen wir sie mal so, so lange es noch stimmt — ist ja eher Novem­ber­wet­ter ange­sagt. Die dem Kom­merz geschulde­ten Wei­h­nachts­beleuch­tun­gen in der Innen­stadt finde ich auch nicht son­der­lich stim­mungsvoll, und dass die Däm­merung derzeit um halb vier ein­set­zt, ärg­ert mich von Tag zu Tag.

Sei’s drum, den Büch­er­schrank befülle ich mit wohl einem der ersten Wei­h­nachts­büch­er dieser Sai­son. Wei­h­nacht­en am Kamin bein­halt eine Vielzahl pri­vater Geschicht­en mir unbekan­nter Per­so­n­en. Ich hat­te das Buch mal gekauft, um zur Wei­h­nacht­szeit was Stim­mungsvolles zum Vor­lesen oder Inspiri­eren lassen zu haben. Dafür war es dann aber nicht so geeignet. Wird den­noch sich­er einen passenden Leser find­en.

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Neu im Bücherschrank (57): Valentin Braitenberg — Ill oder Der Engel der Philosophen

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Taj, was soll man über diesen Schinken sagen. Brait­en­bach ist Physik­er und Gehirn­forsch­er und auf philosophis­chem Gebi­et nicht son­der­lich bewan­dert, was diesem Schmök­er den Todesstoß gibt. Nettes Blabla, aber nicht mehr, auch wenn er eine gute Ama­zon-Kri­tik einge­heimst hat.

Da ist das Wet­ter heute ja schon inter­es­san­ter. In der Stadt herrscht­en Aus­läufer des Orkans Xaver, es herrschte also mitunter eine steife Brise, man hätte das Meer in der Nähe wäh­nen kön­nen. Auch mal schön.

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Neu im Bücherschrank (55): O.Kuhn, A.Reinwarth, A.Fröhlich — Die große Brocklaus

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Vor Kurzem als Klolek­türe drüben besprochen, nun aus geson­dert. Urteil:

Woan­ders als Buch des Tages gewürdigt, sprang bei mir bei Die große Brock­laus: Das kom­plett erfun­dene Lexikon Werbelink zu Amazon von Oliv­er Kuhn, Alexan­dra Rein­warth und Axel Fröh­lich der Funke oder, wenn man so mag, die Laus nicht über. 6 oder 7 mal habe ich schmök­ernd irgend­was ange­le­sen und wegen zu gewoll­ter Lustigkeit umge­hend weggelegt. Vielle­icht fällt die Begeis­terung für diesen Schmök­er anders aus, wenn man sich viel Zeit oder das Hör­buch zur Hand nimmt .

Was aber die Präsent­tauglichkeit ange­ht, stimme ich dem zu, der schreibt: “Zum Ver­schenken nicht geeignet.” Das Risiko, zu ent­täuschen und den Geschmack des Beschenken zu ver­fehlen, ist da ein­fach zu groß.

Dabei sind die Büch­er­schränke in Düs­sel­dorf ger­ade unge­mein gut bestückt. Entwed­er wer­den die immer beliebter, oder die Leute räu­men für Wei­h­nachts­geschenke ihre Regale frei.

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Neu im Bücherschrank (54): Michael Blake — Der mit dem Wolf tanzt

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Ich meine damals, und wir sprechen vom Jahr 1991, fing es mit Büch­ern zum Film an. Da gab es über Monate erfol­gre­iche Kino­hits, und in den Buch­hand­lun­gen oder den Zeitungskiosken taucht­en die Büch­er zum Film auf. Manch­mal tat­säch­lich nur mit Zusatz­in­for­ma­tio­nen und Bildern, was in Zeit­en des Inter­nets wohl kom­plett obso­let gewor­den sein dürfte, manch­mal wie bei diesem Schinken von Michael Blake mit der­sel­ben Sto­ry zwis­chen Buchdeck­eln gepackt. Hat­te ich mir damals als Step­ke geholt, ohne den Film gese­hen zu haben. Wollte ich wirk­lich mal lesen. Ste­ht jet­zt unge­le­sen im Büch­er­schrank.

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Neu im Bücherschrank (53): Erich Kästner — Fabian

Fabi­an ist ein Anfangs­dreißiger in den Dreißiger Jahren des let­zten Jahrhun­derts. Ein moralis­ch­er Sprin­gins­feld, der sich nicht auf die niederge­hende Zustände sein­er Zeit ein­lassen kann. Das Buch ist eine Zus­tands­beschrei­bung der dama­li­gen Zeit und man kann sie sehr gut auf die heutige Zeit beziehen, was trotz all der mod­er­nen Tech­nol­o­gisierung doch etwas über­rascht. Irgend­wie halte ich den Roman nicht für ganz rund, aber es stört mich nicht weit­er.

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Neu im Bücherschrank (52): André de Guillaume — Wie man ein Genie wird

Eine Zeit lang habe ich immer wieder im 1-Euro-Laden vor­beigeschaut, weil dort irgendwelche Büch­ers für einen schmalen Ock­en in den Git­ter­box­en schlum­merten. Die waren teils noch orig­i­nalver­packt und von Ver­la­gen nach ein­er bes­timmten Zeit wegen Aufhe­bung der Preis­bindung bei diesen Büch­ern aus­sondiert wor­den. Und irgend­wie inter­essiert es mich schon, welche Schmök­er auf diese Weise aus­geson­dert wer­den, zumal auch dur­chaus lesenswerte Schinken diesen Weg zu gehen haben.

Eines dieser Exem­plare ist der Schmök­er Wie man ein Genie wird: Das Hand­buch für ange­hende Über­flieger [Wer­be­link zu Ama­zon], über­set­zt aus dem Englis­chen von Petra Trinkaus.

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Das Buch erge­ht sich eigentlich nur in Eigen­willigkeit­en und Anek­doten berühmter Män­ner. Das ist ganz nett zu lesen, kurzweilig, aber irgend­wie nicht erhel­lend. Ein paar Schmun­zler sind aber drin.

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Neu im Bücherschrank (51): J.G. Ballard — The kindness of women

Ich bin schon länger nicht mehr beim Büch­er­schrank gewe­sen, daher kom­men jet­zt mal drei Schmök­er auf ein­mal rein:

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Da wäre zunächst The kind­ness of women von J.G. Bal­lard, zu dem es über­raschen­der Weise gar einen Wikipedia-Ein­trag gibt. Alles Wis­senswerte zu dem Schmök­er gibt es daher wohl bei Wikipedia zu lesen. Ich habe ihn nicht gele­sen, nur irgend­wann irgend­wo für etwas Wech­sel­geld mitgenom­men in der Absicht, ihn zu lesen, wenn man gar nichts anderes zur Hand ist. Ist nie passiert.

Eben­so unge­le­sen gesellt sich Das Rus­s­land-Haus von John le Car­ré dazu. Den Schinken habe ich mal aus den Resten der Volks- und Jugend­bücherei St. Mau­ri­tius mit nach Hause geschleppt. Irgend­wann mal lesen und so. Dann den Film gese­hen, gemerkt, dass das The­ma im Kalten Krieg hän­gen geblieben ist und so kann er auch bess­er den Weg zu tat­säch­lichen. Lesern find­en.

Und damit zum let­zten neuen Schrankbe­wohn­er: Vom Wass­er von John von Düf­fel als aus­ge­mustertes Stadt­bücherei-Exem­plar. Der Roman bietet die Schilderung ein­er fünf Gen­er­a­tio­nen umfassenden Fam­i­lie, die durch das Ele­ment des Wassers ver­bun­den ist.

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Neu im Bücherschrank(49): Ildikó von Kürthy — Mondscheintarif

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Kurz zur Hand­lung: Cora Hüb­sch lernt einen Arzt ken­nen. Will sich cool ver­hal­ten und dabei geht alles in die Hose. Am Ende wird alles gut, und es ist immer anders als man denkt.

Obwohl die Hand­lung sich banal und kitschig anhört war es erfrischend anders erfrischend anders. Es ist ein ständi­ger Dia­log mit sich selb­st, der so authen­tisch wirk­te voller Selb­stzweifel und Ironie. Damals hat­te ich den Ein­druck, dass die Schrift­stel­lerin meinem 22 jährigem ICH aus der Seele spricht.

Vor kurzem war es mal wieder ein lang­weiliger Abend und um die Zeit zwis­chen der 20 Uhr Nachricht­en und der Zeit, zu der es nicht pein­lich ist ins Bett zu gehen, zu über­brück­en, schmiss ich die DVD zu dem Buch ein.

Den Film habe ich vorher nicht gese­hen, aber genau­so habe ich es mir vorgestellt. Er ist anders. Und obwohl mein 22 jähriges ICH mir im Spiegel längst nicht mehr gegenüber ste­ht, war es ein net­ter Aus­flug in eine emo­tion­al chao­tis­che Zeit, von der man froh ist, dass sie vor­bei ist, aber sie den­noch nicht mis­sen möchte.

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