Neu im Bücherschrank(38): Howard Fast — Die Erben

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Das ist ein 80er-Jahre-Schmök­er, zu ein­er Zeit also, als es wohl verkauf­fördernd war, hüb­sche, geze­ich­nete Frauen aufs Cov­er zu hieven, ein Vorge­hen, dass man heute nur noch von Fernse­hzeitschriften ken­nt.

Howard Fast hat die Vor­lage zu Spar­ta­cus geschrieben und dazu noch Divers­es rund um die Fam­i­lie Lavettes. Alle­samt nix lit­er­arisch wirk­lich Überzeu­gen­des. Aber damals gin­gen die Schmök­er wie dieser aus dem Büch­er­schrank: Weg wie warme Sem­meln.

Aus dem Wikipedia-Artikel zu Howard Fast:

Der mit Fast befre­un­dete israelis­che Autor Daniel Gavron urteilte in seinem Nachruf, Fast sei kein „großer“ Schrift­steller gewe­sen; dazu habe er, um sein­er poli­tis­chen Überzeu­gung willen, zu sehr geschul­meis­tert und schwarzweißge­malt. Gle­ich­wohl müsse er als „super­ber“ Geschicht­en­erzäh­ler gel­ten.

Aso.

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Neu im Bücherschrank(37): Anne Golon — Angélique

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Zugegeben wir sind immer noch beim hau­seige­nen Büch­er­schrankaus­mis­ten, aber danach soll die Rei­he so weit­erge­hen, dass frisch gele­sene Schmök­er sachkundig kri­tisiert ihren Weg in den Büch­er­schrank find­en. Anne Golons Angélique, der Auf­takt ein­er viel­bändi­gen Frauen-anno-Tuck-Rei­he hat sich irgend­wie nicht dafür qual­i­fiziert. Es entstammt zwar dem Ber­tels­mann-Ver­lag, aber ich glaube, das war kein Zwangskauf meines Vaters. Da er unser­er­seits aber in abse­hbar­er Zeit nicht gele­sen wird, kommt der Schmök­er halt raus.

Vielle­icht find­et das Buch eben so schnell einen neuen Unter­stand wie Liebe — Brot der Armen, aber ger­ade ist der Büch­er­schrank quan­ti­ta­tiv und qual­i­ta­tiv gut bestückt. Eine Weile wird Angélique wohl noch in der Innen­stadt bleiben.

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Neu im Bücherschrank(36): Thyde Monnier — Liebe — Brot der Armen

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Tja, ich glaube der Zusatz “Liebe” zu Le pains du pau­vres ist etwas ver­fehlt und lässt das Buch zu verk­itscht erscheinen. Dabei ist das bekan­nteste Werk der Autorin

die durch zwei Gen­er­a­tio­nen führende Chronik der Fam­i­lie Desmichels, ihres sozialen Nieder­gangs und Wieder­auf­stiegs, aber auch ihrer Lei­den­schaften unter der heißen Sonne Süd­frankre­ichs. Der von seinem reichen Vater wegen sein­er Nei­gung zur Tochter eines Scheren­schleifers enterbte Antoine lebt mit sein­er Frau Arnaude und seinen drei Söh­nen kär­glich aber blutvoll als Holzfäller und Kohlen­bren­ner auf dem Grand-Cap bei Toulon, bis der Weltkrieg schick­sal­haft den Fam­i­lienkreis sprengt und schließlich der heimkehrende jüng­ste Sohn Ollivi­er Syl­vaine, die von ihm geliebte Tochter eines reichen Ger­berei­di­rek­tors, heiratet. Diese zarte und innige Liebesgeschichte gehört zum schön­sten der neueren franzö­sis­chen Lit­er­atur. Das umfan­gre­iche Lebenswerk Thyde Mon­niers ist ein proven­za­lis­ches Gegen­stück zu den Romanzyklen Balzacs, Zolas, Mar­tin du Gards und Jules Romains.

Mehr über das Buch gibt es bei zeit.de zu lesen: „Ob du lachst, ob du weinst, es muß weit­erge­hen…“.

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Neu im Bücherschrank(35): Conni Lubek — Anleitung zum Entlieben

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Anleitung zum Entlieben ist eigentlich ein ziem­lich pop­uläres Blog, dessen Beiträge regelmäßig in der Buchrei­he “Ein Curt-Rock-Roman” erscheinen. Ich bin mir nicht sich­er, aber aber ich glaube, dass “Anleitung zum Entlieben” 2008 das erste Buch aus dieser Rei­he war. Damals hat­te ich selb­st noch kein Blog und war ziem­lich skep­tisch dieser ganzen Blog­ger­szene gegen über. Das Buch habe ich trotz­dem gele­sen und fand es ganz witzig, wenn auch an manchen Stellen sehr anonymisiert. Heute ver­ste­he ich auch warum, da man selb­st ver­sucht, an der einen oder anderen Stelle die Dinge nicht bei ihren Namen zu nen­nen, son­dern wahrheits­ge­treu zu umschreiben.

Kurz zum Inhalt: Die Haupt­fig­ur lernt per Online-Dat­ing einen Mann ken­nen, in den sie sich ver­liebt, wobei er sich aber nicht fes­tle­gen möchte. Natür­lich lei­det sie darunter und ver­fängt sich dabei viel zu sehr in ein selb­st­gestrick­tes Netz aus Ent­täuschun­gen.
Wer zu spät kam und das Buch nicht mehr gekriegt hat, kann das gerne im Blog, das immer noch aktiv geführt wird, nach­le­sen.

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Neu im Bücherschrank(34): Rainer Brambach — Gesammelte Gedichte

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Eigentlich hat­te ich mir ja vorgenom­men, keine Neuan­schaf­fun­gen für den Büch­er­schrank mehr zu besor­gen, son­dern erst­mal den vor­räti­gen Bestand zu dez­imieren. Aber dann kamen mir halt diese Ein-Euro-Büch­er dazwis­chen.

Immer­hin habe ich zwei Fliegen mit ein­er Klappe geschla­gen. Irgend­wie samm­le ich die Ein- und Zwei-Cent stücke. Die ver­wende ich nie zum bezahlen. Geht es Ihnen anders? Und aus der Wohin-mit-dem-Scheiss-Pöttchen habe ich nun das Kap­i­tal für diese Neuan­schaf­fung genom­men. Ja, die Verkäuferin hat sich auch gefreut.

Reingestellt habe ich daher die Gesam­melten Gedichte von Rain­er Bram­bach, einem schweiz­er Lyrik­er. Aus dem Büch­er­schrank sind meine Sachen ja schnell weg, also vielle­icht schauen Sie bei Inter­esse bess­er im Ein-Euro-Laden vor­bei.

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Neu im Bücherschrank(33): Thomas Mann — Herr und Hund. Ein Idyll

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Das Vorhaben, in dieser Woche dieses 90seitige Bänd­chen reinzustellen, gibt mir die Möglichkeit, die Geschichte selb­st ein­mal zu lesen. Es ist Thomas Manns Danksa­gung an seinen Hund Bauschan, der ihm viel Freude bere­it­et. Er berichtet von der Jagd, von Spatziergän­gen und bilder­re­ich den Wald, in dessen Nähe Thomas Mann damals lebte. Son­der­lich lustig kam mir die Geschichte nicht vor, sie ist auch etwas sper­rig geschrieben, die Gewal­tan­dro­hun­gen gegenüber Tieren passen wohl nicht mehr ganz in unsere Zeit — allerd­ings befällt einen ein wenig die Wan­der­lust.

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Neu im Bücherschrank(32): Sandra Mitchell — Komplexitäten

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Sich­er, sich­er, ange­treten ist diese Serie mit dem Anspruch, etwas geistre­ichere Lit­er­atur im Büch­er­schrank unterzubrin­gen. Aber ander­er­seits brin­gen wir auch immer wieder Büch­er unter, die zwar nicht son­der­lich gut sind, aber doch zu schade, um direkt ins Alt­pa­pi­er zu wan­dern.

San­dra Mitchells Buch Kom­plex­itäten. Warum wir erst anfan­gen, die Welt zu ver­ste­hen scheit­ert schlicht daran, dass die Autorin keinen Begriff von Kom­plex­ität hat und dem Leser vorstellt. Ein haarsträuben­der Anfänger­fehler. Zudem ist dieses Buch nicht die End­fas­sung des eigentlichen Textes, wenn auch der eigentliche Text das Grund­prob­lem nicht behebt. Vielle­icht kann ja jemand das Buch gebrauchen, um Gegen­the­sen daran abzuar­beit­en.

An Unter­hal­tungslit­er­atur ist der Büch­er­schrank ger­ade gut bestückt, wer ger­ade nach sowas stöbert, sollte am Büch­er­schrank Halt machen. Desirée von Annemarie Selinko ist übri­gens immer noch da. Das wun­dert mich ja doch, wo unser zur Ver­fü­gung Gestelltes immer nach zwei Tagen schon wieder weg ist.

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Neu im Bücherschrank(31): François Lelord — Hector und die Entdeckung der Zeit

Das ist auch so Spiegel-Best­sellerlis­ten-Kram. Ein Psy­chologer sal­badert sich durch dutzende Zeit­meta­phern und metapho­rischen Geschicht­en, bis der Leser es aufgibt, zwis­chen den Buchdeck­eln noch irgen­det­was Fass­bares mitzunehmen.

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Irgend­wie passt das Buch aber den­noch in den Büch­er­schrank am Rhein. Der rekon­va­lesziert immer noch. Vor eini­gen Wochen ist da sehr viel rausgenom­men wor­den. Ich weiß aber nicht, was sich da zuge­tra­gen hat. Jeden­falls find­en sich seit­dem große Lück­en in den Glas­re­galen und kaum noch lesenswerte Büch­er hin­ter den Glass­cheiben.

Es emphielt sich ger­ade eher ein Gang um die Ecke zum Büch­er­schrank am Frieden­splätzchen, wo ich gestern Anna Katha­ri­na Hahns Kürzere Tage ent­deckt habe. Da schwirrt bele­senes Volk rum.

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Neu im Bücherschrank(30): Bernhard Schlink — Der Vorleser

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Ja, da habe ich so gemeck­ert an der let­zten Büch­er­schranke­in­stel­lung, da kann man ja mal was zumin­d­est etwas besseres ein­stellen: Der Vor­leser von Bern­hard Schlink. Von vie­len wird das Buch für seine genaue Erzählweise und seine anre­gende Geschichte gelobt.

Ich selb­st habe das Buch vor Unzeit­en mal ange­le­sen, aber aufge­hört, dann in den Film reingeschaut und unter dessen Ein­druck ste­he ich noch. Schlinks Geschichte scheint mir in ihrem Kitsch nicht angemessen für die Zeit, in der sie spielt, trifft wed­er einen passenden Ton der Naz­izeit, noch der Auf­bruch­szeit nach dem zweit­en Weltkrieg. Die Haupt­fig­uren bleiben unver­ständlich und fremd.

Vielle­icht dochmal ganz lesen. Ander­er­seits ist dieser Weltbest­seller erstaunlich schnell in Vergessen­heit ger­at­en.

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Neu im Bücherschrank(29): Garbor Steingart — Die gestohlene Demorkatie

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Die gestoh­lene Zeit wäre ein besser­er Titel dieser Neuau­flage des doch eher plat­ten Buch­es Die Macht­frage. Die These des zwis­chen­zeitlichen Han­dels­blattchefredak­teurs der Wahlen­thal­tung als poli­tis­chem State­ment taugt, was das Weck­en des the­ma­tis­chen Inter­ess­es bet­rifft, keine 2 Minuten, da Wahlen­thal­tung eher Aus­druck des eige­nen Desin­ter­ess­es oder Resig­nierens ist. Stein­gart erre­icht qual­i­ta­tiv nicht mal die Tiefe ein­er solchen Ein­schätzung, son­dern plap­pert effek­thaschend, aber wenig gebildet vor sich hin.
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