Ein paar Tage beg­nügte man sich bei der IVZ mit belan­glosen Zitaten irgendwelcher Unbekan­nten, aber das befriedigt eben nicht auf Dauer, deswe­gen mit Won­ne mal wieder zurück zu den Fake-Zitaten:

Ich fange an mit Eroberun­gen. Gelehrte wer­den mir später bestäti­gen, dass ich im Recht war.“

Friedrich II., der Große (1712 — 1786), preußis­cher König, “Der alte Fritz„

… passt vielle­icht besser zu Putin als zum alten Fritz und — warum auch immer man so ein Ignori­eren von beste­hen­den Geset­zen unter “Das gefiel uns” einord­net — es kommt in dessen schriftlichen Hin­ter­lassen­schaften genau 0 Mal vor. Schön auch die unter­schiedliche Anführungsstriche, damit man auch noch ein­mal klar belegt, dass hier nur Copy&Paste zum Ein­satz kommt.

Und eben­so wenig kommt

Ein Fre­und ist ein Men­sch, der die Melodie deines Herzen ken­nt und sie dir vor­spielt, wenn du sie vergessen hast.“

Albert Ein­stein (1879 – 1955), the­o­retis­cher Physik­er

von besagtem Wis­senschaftler, legt man dessen schriftlichen Nach­lass und Zitierun­gen Drit­ter zu Grun­de.

am 15.12.2016 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Kom­men wir nun zur Ver­lei­hung des Mar­io-Barth-Preis­es für hem­mungslos vergeigten Aufk­lärungsjour­nal­is­mus. Er geht in diesem Jahr, etwas über­raschend, in der Sparte Ibben­büren an die Neue Osnabrück­er Zeitung für den Artikel “79-Jährige auf Fried­hof verge­waltigt: Prozess begin­nt Dien­stag”.

Die Neue Osnabrück­er Zeitung hat fünf Monate nach ein­er Verge­wal­ti­gung auf einem Fried­hof eine Jour­nal­istin und einen Fotografen zu besagtem Fried­hof geschickt, um vor Ort Stim­mungen einz­u­fan­gen, wobei diese auf die schmutzige Scheibe ein­er Über­sicht­stafel stießen, sowie auf einen zufäl­lig anwe­senden Fried­hofs­be­sucher, der eine Grab­stät­te sauber machte. Zwei Gegeben­heit­en, die mit dem eigentlichen The­ma nicht im Ger­ing­sten etwas zu tun haben. Und nicht nur das:

Zwei stein­erne Engel wen­den der Wiese ihre Rück­en zu.

Und hät­te die Jour­nal­istin genauer hin geschaut, hät­te sie am Him­mel auch eine blaue Tele­fonzelle rum­fliegen sehen.

Wie eine kleine Lich­tung liegt sie da, einger­ahmt von Gräbern. Das kalte, nasse Moos bedeck­en braune Eichen­blät­ter. Vögel zwitsch­ern, in der Fer­ne rauschen Autos vor­bei. Eine Kirchen­glocke läutet.

In Chi­na fällt ein Sack Reis um. Erschüt­ternd, was daraus geschlossen wird:

Heute erin­nert nichts mehr an die Tat.

Was die Jour­nal­istin wohl gerne gese­hen hät­te? Die Szener­ie ist in etwa so trost­los wie die Beruf­sauf­fas­sung der bei­den Jour­nal­is­ten, die ger­ade auf dem Ibben­büren­er Fried­hof ste­hen und von braunen Eichen­blät­tern bedeck­tes, kaltes, nass­es Moos als Sinnbild ihres Artikels ent­deck­en. Als ob der Ort der Verge­wal­ti­gung das eigentlich Schreck­liche an dieser Tat wäre.

Vor einiger Zeit standen hier noch weit­ere Gräber.”

Früher war mehr Lamet­ta, Alko­hol macht Birne hohl und mor­gen ist auch noch ein Tag. Warum man über­haupt die Ste­hgräber in Ibben­büren abgeschafft hat — ein weit­eres Rät­sel. Aber bleiben wir beim Text.

Der ist auch deswe­gen so preiswürdig, weil nach dem Inhalt auch die Gram­matik aus dem Gleis hüpft:

Nun dürfte die Debat­te nun von neuem begin­nen wird (…)

Schüt­teln Sie sich mal selb­st den Satz so, dass er passt.

(…) par­al­lel zur Diskus­sion über die Verge­wal­ti­gung und mut­maßliche Ermor­dung ein­er Stu­dentin durch einen 17-jähri­gen Flüchtling in Freiburg.

hofft orakelt die Jour­nal­istin, deren Spür­nase nicht ent­ge­ht:

Selb­st in Boule­vardme­di­en sind keine Infor­ma­tio­nen zu find­en, die über die Pressemit­teilung von Polizei und Staat­san­waltschaft hin­aus­ge­hen – alle hal­ten dicht.

Nicht so unsere Bildzeitungsle­ser­in Jour­nal­istin: Sie deckt auf, wenn Über­sicht­stafeln schmutzig sind und unbeteiligte Pas­san­ten Beweise ver­nicht­en Laub wegharken.

am 08.12.2016 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

… ist ja auch so eine Fernsehsendung gewe­sen, die dieses Jahr in den ver­di­en­ten Ruh­e­s­tand geschickt wor­den ist. Kom­men wir noch ein­mal zum absoluten Höhep­unkt der Sendung:

am 04.12.2016 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Nichts zu holen gab es für die Damen­mannschaft der DJK Arminia Ibben­büren in der drit­ten Run­de des DFB-Pokals gegen den amtieren­den Meis­ter und Tabel­len­führer der 1. Bun­desli­ga, den FC Bay­ern München. Vor 3000 Zuschauern ver­lor man mit 8:0 und kon­nte am Ende zufrieden sein, dass es wenig­stens nicht zweis­tel­lig wur­de.

In der ersten Hal­bzeit gab es direkt eine kalte Dusche für die Arminin­nen, als die Nieder­län­der­in Vivian­ne Miede­ma in der 2. Min­ute gle­ich die erste Chance für den Favoriten nutzte und in der 9. Min­ute auf 2:0 erhöhte.

Danach beka­men die Gast­ge­berin­nen etwas mehr Ruhe ins Spiel, auch wenn sich nur für den Gast Chan­cen ergaben. Eine davon nutzte Sara Däbritz in der 33. Min­ute per Kopf zum 3:0, dem Ergeb­nis, mit dem es dann auch in die Pause ging.

Danach war es erneut Sara Däbritz, die in der 50. Min­ute den Tor­reigen der zweit­en Hal­bzeit ein­läutete: 4:0. Vivian­ne Miede­ma erhöhte zum 5:0 in der 56. Min­ute. Kathari­na Bau­nach machte in der 64. Min­ute durch Elfme­ter das hal­be Dutzend voll, den Jen­ny Wobker gegen die Schot­tin Lisa Evans ver­schulde­te. Simone Laudehr rei­hte sich in der 67. Min­ute zum 0:7 in die Torschützin­nen­lis­te ein. Den Schlusspunkt set­zte die Öster­re­icher­in Cari­na Wen­ninger in der 77. Min­ute per Elfme­ter mit dem 0:8.

Damit liegt laut Kick­er die Bilanz von Arminia Ibben­büren gegen Bay­ern München knapp bei lediglich ein­er Nieder­lage.

am 03.12.2016 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

hawkespyrenaeen

Nach­fol­ger von Mit dem Kühlschrank durch Irland, etwas dem Vorgänger angepasst, aber wesentlich unin­ter­es­san­ter, was Tony Hawks dieses Mal untern­immt. Kurzweilig ja, aber nicht der Rede wert.

am 02.12.2016 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Ich erin­nere mich, diesen kleinen Schmök­er mit wenig Begeis­terung gele­sen zu haben, aber vergessen hat man die Geschichte dieses, vielle­icht doch irgend­wie sym­pa­this­chen, Losers. Inzwis­chen hat Matthi­as Prax­en­thaler einen eige­nen Ver­lag aufgemacht, dessen Sym­bol­tier der Fis­chlöwe ist. Und bei einem Ver­lagskauf­preis von 2,7 Mil­lio­nen Euro soll­te man auch mal drin­gend zuschla­gen. Ich hat­te damals geschrieben, dass man bei dem Autor noch hof­fen kön­ne. Kaufen kann man seine Nach­fol­ge schein­bar aber nur per­sön­lich, nicht über Ama­zon. Also, wen das reizt: Bit­te!

horstderheld

am 28.11.2016 von unter 4530 abgelegt. | 2x kommentiert

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt wer­den, kann man Schö­nes bauen.“

Johann Wolf­gang von Goethe (1749 – 1832), bedeu­tend­ster Repräsen­tan­ten deutschsprachiger Dich­tung

… und Nich­turhe­ber dieses Bon­mots. Und nicht, dass Sie jet­zt denken: “War der Goethe jet­zt so bedeut­sam für die deutsche Dich­tung, dass man von ihm besser im Plu­ral spricht?” Nein, nein, bei der IVZ scheint man eher mit dem Copy & Paste Prob­le­me zu haben.

Im Englis­chen wird das Zitat übri­gens auch gerne mal Mark Twain zuge­ord­net. Genau­so falsch.

am 28.11.2016 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

am 10.11.2016 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Ich habe ger­ade erst gemerkt, dass ein Video des Vor­trags von Klaus Rieping im let­zten Jahr online ver­füg­bar ist. War mir jet­zt neu, dass die Fan­meile eine Aktion der IVZ war, aber kann gut sein, dass die nach der Kirmes und der Mond­lan­dung die erfol­gre­ich­ste Aktion war, die die IVZ je gefahren hat.

am 04.11.2016 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Die Unter­hal­tungskonkur­renz war groß für die Klangschlür­fer: Im Fernse­hen brachte die ARD ein unspan­nen­des Bay­ern-Pokalspiel, in der Schauburg gab irgen­dein Ex-Gewicht­she­ber zur Bewer­bung sein­er Per­son Gefühlsab­nehmtipps. In den Saal der Alten Sparkasse ver­lief sich kaum jemand. Umso mehr darf man mal darauf hin­weisen, dass die lokale Berichter­stat­tung auch sehr gut über Lit­er­atur schreiben kann: Wenn Lit­er­atur lebendig wird, dann beflügelt es offen­bar auch Jour­nal­is­ten. Dann haben einzel­ne Absätze eine Qual­ität, die man anson­sten verge­blich in der Zeitung sucht.

am 28.10.2016 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben
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