Dieter Jasper muss wieder raus aus dem Bundestag”

meint das langjährige CDU-Mit­glied Dr. Hel­mut Casper aus Greven und klagt mith­il­fe eines Ibben­büren­er Anwalts beim Bun­desver­fas­sungs­gericht.

Ich habe mich sehr geärg­ert. Und jet­zt will ich tun, was mir als nor­malem Bürg­er zu tun möglich ist. 61.444 Men­schen haben Dr. Dieter Jasper gewählt. Wenn die gewusst hät­ten, dass der sich seinen Dok­tor-Titel nur ange­maßt hat, hätte ihn kein Men­sch gewählt. Ich habe Her­rn Jasper wegen sein­er Kom­pe­tenz gewählt. Und als Zeichen der Kom­pe­tenz habe ich seinen Dok­tor-Titel und auch seine Tätigkeit bei der renom­mierten Fir­ma Kien­baum gew­ertet

sagt der 67-Jährige Dr. Casper der Greven­er Zeitung.

Mein Ziel ist, dass die Wahl für ungültig erk­lärt wird. Dieter Jasper muss wieder raus aus dem Bun­destag.

Für die Greven­er Zeitung ist der Gang vor das Ver­fas­sungs­gericht eine neue Dimen­sion für einen Prov­inzskan­dal. Dort muss die Klage allerd­ings auch erst ein­mal angenom­men wer­den.

Dieter Jasper wird Titelmiss­brauch vorge­wor­fen. Noch während des Bun­destagswahlkampfes hat­te er einen ungülti­gen Dok­tor­grad geführt. Auch die Anstel­lung bei der Ham­burg­er Unternehmens­ber­atung Kien­baum in Ham­burg erwies sich lediglich als 3-monatiges Prak­tikum. Möglicher­weise wird dem Abge­ord­neten seit­ens der Staat­san­waltschaft ange­boten, gegen eine Geld­buße das seit März geführte Ver­fahren einzustellen. [ Artikelüber­sicht ]

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Politiker-Doktorgrad aus der Titelmühle

Der CDU-Bun­destagsab­ge­ord­nete Dieter Jasper hat also, wie heute in der IVZ zu erfahren ist, seinen Dok­tor­grad von der „Freien Uni­ver­sität Teufen“ abgelegt. Ein Blick in die Wikipedia hätte aus­gere­icht, um zu erfahren, dass dieses Insti­tut

gegen Zahlung hoher „Stu­di­enge­bühren“ akademisch anmu­tende Grade

darunter sog­ar Pro­fes­soren­ti­tel, vergibt.

So gilt

die Freie Uni­ver­sität Teufen als eine Insti­tu­tion, die akademis­che Abschlüsse nicht für eine entsprechende Leis­tung, son­dern gegen Bezahlung ver­lei­ht

Jasper nen­nt seinen Glauben, dieser Titel kön­nte in Deutsch­land anerkan­nt geführt wer­den, “naiv”.

Nur um das nochmal klar zu machen: Die “Freie Uni­ver­sität Teufen” hat keine Lehrpläne, kein Lehrper­son­al, keine Inter­net­seite, nur einen Briefkas­ten. Das hat Her­rn Jasper nicht stutzig gemacht.

Wer es noch lustiger haben will: Diejeni­gen, die da Titel vergeben, haben selb­st keinen uni­ver­sitären Abschluss. Selb­st nach Schweiz­er Recht ist es so, dass dieses Insti­tut

keine ‘Anerkan­nte Schweiz­er Hochschule’ ist, kein Pro­mo­tion­srecht besitzt und keine Diplome oder Bach­e­lor-/Mas­ter-/Dok­tor­grade vergeben darf.

Auf Anfrage der IVZ meint Dieter Jasper, er lege den Titel ab, da der Titel

auf­grund des ‚Deutsch-Schweiz­erischen Abkom­mens über die Gle­ich­w­er­tigkeit im Hochschul­bere­ich‘ in Deutsch­land nicht anerkan­nt wird

Herr Jasper darf sich allerd­ings, ent­ge­gen sein­er eige­nen Darstel­lung, offen­bar nicht ein­mal in der Schweiz “Dr.” nen­nen.

Die “Freie Uni­ver­sität Teufen” darf sich nach Schweiz­er Recht nur deswe­gen Uni­ver­sität nen­nen, weil durch das Fehlen eines Hochschulge­set­zes, das Stan­dards und Regeln fes­tlegt,

fast jed­er im Kan­ton Appen­zell eine Uni grün­den kann

Das alles, was man in 2 Minuten im Inter­net find­et, und was man dort seit Jahren find­et, ist Her­rn Jasper erst kurz nach sein­er Wahl in den Bun­destag aufge­fall­en. Wis­sen Sie, mir fall­en zu diesem Ver­hal­ten viele Adjek­tive ein, “naiv” zählt nicht dazu.

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Klaus J. Behrendt über Ibbenbüren

Die Eröff­nung der Ruhr.2010 hat Klaus J. Behrendt genutzt, ein­mal mehr Ibben­büren zu erwäh­nen, was uns natür­lich freut, auch wenn Ibben­büren nicht ganz zum Ruhrge­bi­et gehört. Im Inter­view mit Der­West­en sagt er:

Klaus J. Behrendt: Ich bin auf dem Land aufgewach­sen, und das Motor­rad stand für Flex­i­bil­ität. Wir sind abends von Ibben­büren aus nach Osnabrück gefahren…

Diet­mar Bär: …nicht nach Mün­ster in die Stu­den­ten­stadt?

Klaus J. Behrendt: Nee, Osnabrück war näher. Wir haben uns verabre­det, zu viert oder fün­ft, ein­er musste fahren, die anderen haben getrunk­en oder gek­ifft.

Das hat er dann, bes­timmt ohne die Anek­dote, was die anderen in Osna so gemacht haben, im ZDF wieder­holt:

Klaus J. Behrendt: Ich bin in Hamm geboren, aber die Stadt habe ich kaum ken­nen­gel­ernt. Mein Vater war Kinder­arzt und hat­te, als ich noch klein war, die Chance, die Kinder­sta­tion im Kranken­haus in Ibben­büren zu leit­en. Klar, die Land­schaft mit ihren Hügeln und Bauern­schaften ist schon ver­traut. Aber mein Lebens­mit­telpunkt ist Berlin, und ich lebe da gern.

Dur­chaus ver­ständlich. Berlin ist ja auch bekan­nt als zweitschön­ste Stadt Deutsch­lands nach Ibben­büren.

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MazzTV & OS1.tv oder das lokale Internetfernsehen

In Osnabrück gibt es mit­tler­weile schon min­destens fünf Inter­net­seit­en, die sich dem Inter­net­fernse­hen ver­schrieben haben. Insofern ist es nicht ver­wun­der­lich, dass dieser Trend irgend­wann ins Teck­len­burg­er Land über­schwappt: Mor­gen startet die IVZ MazzTV.de, eine Seite, die Lokalthe­men in Vide­o­for­mat behan­deln will.

Bis­lang nutzte die IVZ für ihre Videos sevenload.de. Das Dumme dort war, dass Sev­en­load  vor jedes Video als Gegen­leis­tung für das Zur-Ver­fü­gung-Stellen der Videos im Inter­net Wer­bung schal­tet.

Die bish­eri­gen Pro­jek­te aus Osnabrück, unter denen OS1.tv, das Pro­jekt der Neuen Osnabrück­er Zeitung, wohl das bekan­nteste ist, lassen die Frage nach dem Mehrw­ert dieses lokalen Inter­net­fernse­hens allerd­ings offen: Auf Twit­ter fol­gen dem Pro­jekt ger­ade ein­mal 111 Per­so­n­en. Es gibt seit Jahren wer­be­freie Dien­ste wie vimeo oder Youtube, bei denen man Videos online stellen kann. Lokalfernse­hen gibt es auch schon. Reicht die Reich­weite eines solchen Lokalfernseh­por­tals also aus, damit es sich wirtschaftlich trotz Brows­er-Wer­be­block­er durch Wer­bung ren­tiert?

Immer­hin scheinen die lokalen Jugend-Por­tale rentabel zu sein. Stay­blue, eine Fir­ma, die 347 lokale Inter­net­por­tale führt, zu denen ST-Com­mu­ni­ty und OS-Com­mu­ni­ty gehört, zählt inzwis­chen 500.000 reg­istri­erte Benutzer. Inter­es­sant dabei wäre eher die Zahl der täglichen Nutzer, die deut­lich darunter liegen wird. Von dieser Zahl müsste man wieder diejeni­gen abziehen, die Wer­be­block­er ver­wen­den, sprich: diejeni­gen, die keine Wer­bung erre­icht, und dann kommt man irgend­wann zu den­jeni­gen, die Wer­bung nicht nur nicht ignori­eren, son­dern tat­säch­lich wahrnehmen und bei denen ein Kau­fan­reiz entste­ht.

Ein weit­er Weg. Vielle­icht erre­icht man mit der­ar­ti­gen Inter­net­por­tal­en eine Rentabil­ität durch Inhalte, die hochqual­i­ta­tiv sind. Aber sowas bedeutet wiederum Arbeit. Wie gut sich das bei Zeitun­gen neben ihrem eigentlichen Geschäft, dem Her­stellen ein­er Zeitung, organ­isieren lässt, bleibt abzuwarten. Bei der NOZ ist man derzeit aber wohl eher noch im Anfangssta­di­um:

Immer­hin kann man dort schon grüßen, das ist ja auch mal was:

Aus Grün­den der wirtschaftlichen Rentabil­ität heisst es im IVZ-Presseartikel dann wohl, man suche noch Leute, die Spaß daran haben, sich an diesem Web-TV zu beteili­gen, die gerne mit der Filmkam­era unter­wegs sind oder Freude an Zusam­men­schnit­ten haben. Aber schon Zoomer hat gezeigt, dass der­ar­tige Por­tale, die auf frei­willige Leis­tun­gen ihrer Nutzer zu stark bauen, nicht rentabel sind.

Aber wer weiss, was wird. Jedem Anfang wohnt schliesslich ein Zauber inne, und der wird auch beim morgi­gen Startschuss nicht aus­bleiben. Bewähren muss sich das Pro­jekt allerd­ings im All­t­ag.

Aktu­al­isierung
Inzwis­chen ist Maz­zTV online gegan­gen. Die Seite ist weiss und nicht schwarz wie OS1.tv, was die Seite auf den ersten Blick bess­er ver­ständlich erscheinen lässt. Die Videos rauschen zwar ab und an, sind aber gut gefilmt. Lei­der gibt es wed­er einen Feed, noch eine Ein­bet­tungsmöglichkeit für andere Inter­net­seit­en, was vielle­icht eine Über­legung wert wäre, schliesslich kann man selb­st Wer­bung vor den Videos zeigen. Es ist etwas irri­tierend, dass das Laden eines Videos auffhört, wenn man mit der Maus aus dem Vorschaublock her­aus­ge­ht.
Anson­sten ist die Feuer­taufe mit Bravour bestanden wor­den. Optisch ist das Ergeb­nis sicher­lich bess­er als lediglich einen Kanal bei Sev­en­load zu haben. Toi, toi, toi.

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