Stichwort: Copy & Paste

Heute kommt die Kri­tik am Ausspruch

Unsere 15 Lokal- und über 30 Man­telredak­teure recher­chieren sorgfältig, über­prüfen die Nachricht­en­quellen und hin­ter­fra­gen Infor­ma­tio­nen.

etwas korinthenkack­erisch daher, aber nicht min­der tre­f­fend, denn man merkt selb­st diesem falsch wiedergegebe­nen Zitat seine Copy&Paste-Mentalität an. So ste­ht es näm­lich auf jed­er x-beliebi­gen Sprüch­e­seite:

„Wer dir als Fre­und nichts nützen kann, kann alle­mal als Feind dir schaden.“

Chris­t­ian Fürchte­gott Gellert (1715 – 1769), deutsch­er Erzäh­ler, Fabel- und Liederdichter

Im Orig­i­nal geht es aber nicht um die Quan­tität von Nutzen, son­dern um die Qual­ität von Nutzen unter Ungle­ichen:

Auf sich den Haß der Niedern laden,
Dieß stürzet oft den größten Mann.
Wer dir, als Fre­und, nicht nützen kann,
Kann alle­mal, als Feind, dir schaden.

am 05.07.2017 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Der einzige Mann, der wirk­lich nicht ohne Frauen leben kann, ist der Fraue­narzt.“

Arthur Schopen­hauer (1788 – 1860), deutsch­er Philosoph, Autor und Hochschullehrer

Ange­blich aus Über die Weiber vom Philosophen, der sich weigerte, in nicht­bi­ol­o­gis­chem Zusam­men­hang einen anderen Begriff als “Weib” zu ver­wen­den – nee, is klar.

am 04.07.2017 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

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Ja, ja.

Sie meinen alle, für dich da zu sein, aber sobald sie glück­lich sind, ist es ihnen egal wie es dir geht…!“

Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778), Schrift­steller, Philosoph, Päd­a­goge, Natur­forsch­er und Kom­pon­ist

am 09.06.2017 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Was meinte das Lokalblättchen noch vor­let­zten Monat?

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Bei der heuti­gen falschen Zitatzuschrei­bung

Beim Spiel kann man einen Men­schen in ein­er Stunde bess­er ken­nen­ler­nen, als im Gespräch in einem Jahr.“

Pla­ton (427 – 348 od. 347 v. Chr.), griechis­ch­er Philosoph, Begrün­der der abendländis­chen Philoso­phie

kann man sog­ar sagen, dass sie es aus dem Englis­chen ins Deutsche geschafft hat, und im englis­chen Sprachraum kann man sog­ar zeigen, wer die Falschzuschrei­bung getätigt hat:

Attrib­uted to Pla­to in Con­fi­dence : How to Suc­ceed at Being Your­self (1987) by Alan Loy McGin­nis, this is prob­a­bly a para­phrase of a state­ment which occurs in Let­ter of Advice to a Young Gen­tle­man Leav­ing the Uni­ver­si­ty Con­cern­ing His Behav­iour and Con­ver­sa­tion in the World (1907) by Richard Lindgard: “Take heed of play­ing often or deep at Dice and Games of Chance, for that is more charge­able than the sev­en dead­ly sins; yet you may allow your­self a cer­tain eas­ie Sum to spend at Play, to grat­i­fie Friends, and pass over the Win­ter Nights, and that will make you indif­fer­ent for the Event. If you would read a man’s Dis­po­si­tion, see him Game; you will then learn more of him in one hour, than in sev­en Years Con­ver­sa­tion, and lit­tle Wagers will try him as soon as great Stakes, for then he is off his Guard.”

am 19.04.2017 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Was meinte das Lokalblättchen noch let­zten Monat?

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Außer natür­lich, wenn sie irgend­was irgend­wo aus dem Inter­net kopieren und in die Zeitung klatschen. Und wenn man denkt, es geht nicht blöder: Wieso nicht ein­fach nach drei Monat­en ein falsch zuge­ord­netes Zitat nochmal ver­brat­en?

Sei du selb­st, denn alle anderen gibt es schon.“

Oscar Wilde (1854 – 1900), irisch­er Schrift­steller, Lyrik­er, Roma­nau­tor, Dra­matik­er und Kri­tik­er

am 25.03.2017 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Zum Jahre­sausklang wieder mal ein falsches Zitat in der Lokal­presse:

„Sei du selb­st, denn alle anderen gibt es schon.“

Oscar Wilde (1854 – 1900), irisch­er Schrift­steller, Lyrik­er, Roma­nau­tor, Dra­matik­er und Kri­tik­er

Auch hier gibt es schon eine Analyse im englis­chsprachi­gen Bere­ich:

There is no sub­stan­tive evi­dence that Oscar Wilde made this remark.

am 29.12.2016 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Ein paar Tage beg­nügte man sich bei der IVZ mit belan­glosen Zitat­en irgendwelch­er Unbekan­nten, aber das befriedigt eben nicht auf Dauer, deswe­gen mit Wonne mal wieder zurück zu den Fake-Zitat­en:

Ich fange an mit Eroberun­gen. Gelehrte wer­den mir später bestäti­gen, dass ich im Recht war.“

Friedrich II., der Große (1712 – 1786), preußis­ch­er König, “Der alte Fritz„

… passt vielle­icht bess­er zu Putin als zum alten Fritz und – warum auch immer man so ein Ignori­eren von beste­hen­den Geset­zen unter “Das gefiel uns” einord­net – es kommt in dessen schriftlichen Hin­ter­lassen­schaften genau 0 Mal vor. Schön auch die unter­schiedliche Anführungsstriche, damit man auch noch ein­mal klar belegt, dass hier nur Copy&Paste zum Ein­satz kommt.

Und eben­so wenig kommt

Ein Fre­und ist ein Men­sch, der die Melodie deines Herzen ken­nt und sie dir vor­spielt, wenn du sie vergessen hast.“

Albert Ein­stein (1879 – 1955), the­o­retis­ch­er Physik­er

von besagtem Wis­senschaftler, legt man dessen schriftlichen Nach­lass und Zitierun­gen Drit­ter zu Grunde.

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt wer­den, kann man Schönes bauen.“

Johann Wolf­gang von Goethe (1749 – 1832), bedeu­tend­ster Repräsen­tan­ten deutschsprachiger Dich­tung

… und Nich­turhe­ber dieses Bon­mots. Und nicht, dass Sie jet­zt denken: “War der Goethe jet­zt so bedeut­sam für die deutsche Dich­tung, dass man von ihm bess­er im Plur­al spricht?” Nein, nein, bei der IVZ scheint man eher mit dem Copy & Paste Prob­leme zu haben.

Im Englis­chen wird das Zitat übri­gens auch gerne mal Mark Twain zuge­ord­net. Genau­so falsch.

am 28.11.2016 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Alles beim Alten:

Schön ist es miteinan­der zu schweigen, schön­er miteinan­der zu lachen.” 

Friedrich Niet­zsche (1844–1900), deutsch­er klas­sis­ch­er Philologe

Nie gesagt wor­den von: Friedrich Niet­zsche.

am 12.09.2016 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Tja, was soll man sagen? Immer noch dieselbe Geschichte:

Es ist keine Schande, nichts zu wis­sen, wohl aber, nichts ler­nen zu wollen.“

Sokrates (469 v. Chr. – 399 v. Chr.), griechis­ch­er Philosoph

Ste­ht so im Inter­net. Das muss stim­men. Tut’s aber nicht: Das Zitat stammt nicht von Sokrates oder Pla­ton, son­dern aus den Dis­ticha Cato­nis (4,29).

am 19.05.2015 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben