Gefahren des Freifunks

In der IVZ schreibt man über das Frei­funk-Pro­jekt, eine Ini­tia­tive, um an möglichst vie­len Orten Wlan-Router zur Ver­fü­gung zu stellen, sei es bei kom­merziellen oder nicht-kom­merziellen Dien­stan­bi­etern.

Der Knack­punkt, viele Mit­stre­it­er zu überzeu­gen, wird neben ein­er tech­nisch leicht­en und ein­wand­freien Umset­zung die Sicher­heit in rechtlichen Fra­gen sein. Das gilt es, klar her­auszuar­beit­en.

Lei­der leis­tet die IVZ in dieser Hin­sicht keinen Dienst, son­dern lässt man jeman­den aus dem Vor­stand des Stadt­mar­ket­ing Vere­ins in Ibben­büren kri­tik­los zu Wort kom­men:

Mit dem Router der Frei­funker haben diese eine tech­nis­che Möglichkeit gefun­den, die Stör­erhaf­tung zu umge­hen. Zumal den Frei­funkern sog­ar per Gericht das Provider­priv­i­leg zuge­sprochen wurde, das son­st nur kom­merzielle Anbi­eter genießen. Und deshalb ist dieser Weg auch rechtlich ein­wand­frei nach aktueller Geset­zes­lage.

Das klingt schön, stimmt nur lei­der nicht. Den Frei­funkern wurde bish­er nicht per Gericht das Provider­priv­i­leg zuge­sprochen. Somit ist dieser Weg nicht rechtlich ein­wand­frei und schon gar nicht nach aktueller Geset­zes­lage. Es ist besten­falls bei Kla­gen unwahrschein­lich, wegen Stör­erhaf­tung belangt zu wer­den. Heute schon von ein­er Rechtssicher­heit bei Frei­funkern zu sprechen ist schlicht nicht kor­rekt — so sehr es zu wün­schen wäre.

Und auch bei der IVZ selb­st geht es kun­ter­bunt durcheinan­der:

Hin­ter­grund der bish­eri­gen Gericht­sentschei­dun­gen ist die nur in Deutsch­land beste­hende Stör­erhaf­tung nach dem Teleme­di­enge­setz.

Sie kön­nen ja mal rat­en, wo die Stör­erhaf­tung nicht geregelt wird. Klein­er Tipp: Nicht im Teleme­di­enge­setz.

Diese besagt, dass Unternehmen, wie zum Beispiel Hotels, Kneipen oder Cafés dafür ver­ant­wortlich sind, wenn über ihren WLAN-Zugang Nutzer Straftat­en bege­hen, indem sie sich beispiel­sweise ille­gal Musik oder Filme run­ter­laden.

Das Gegen­teil ist der Fall: Die §§8–10 des Teleme­di­enge­set­zes regeln das soge­nan­nte Provider­priv­i­leg, dem zufolge Inter­net­zu­gangsan­bi­eter, zu denen mitunter auch Hotels und Cafés gerech­net wer­den, die einen Inter­net­zu­gang anbi­eten, ger­ade nicht für Straftat­en von Nutzern haften, sofern sie sich an die Dien­stan­bi­eterpflicht­en hal­ten. Ob das Provider­priv­i­leg gän­zlich von der Stör­erhaf­tung befre­it, ist somit offen.

Kün­ftig kön­nte es allerd­ings für kom­merzielle Anbi­eter freier Wlan-Net­ze etwas heikel­er wer­den: Der kri­tis­che Punkt ist diese Pas­sage des abges­timmten Ref­er­ente­nen­twurfs des Bun­desmin­is­teri­ums für Wirtschaft und Energie:

(4) Dien­stean­bi­eter, die einen Inter­net­zu­gang nach Absatz 3 geschäftsmäßig oder als öffentliche Ein­rich­tung zur Ver­fü­gung stellen, kön­nen wegen ein­er rechtswidri­gen Hand­lung eines Nutzers nicht auf Unter­las­sung in Anspruch genom­men wer­den, wenn sie zumut­bare Maß­nah­men ergrif­f­en haben, um eine Rechtsver­let­zung durch Nutzer zu ver­hin­dern. Dies ist ins­beson­dere der Fall, wenn der Dien­stean­bi­eter
1. angemessene Sicherungs­maß­nah­men durch anerkan­nte Ver­schlüs­selungsver­fahren oder ver­gle­ich­bare Maß­nah­men gegen den unberechtigten Zugriff auf das draht­lose lokale Funknetz durch außen­ste­hende Dritte ergrif­f­en hat und
2. Zugang zum Inter­net nur dem Nutzer gewährt, der erk­lärt hat, im Rah­men der Nutzung keine Rechtsver­let­zun­gen zu bege­hen.

Die Pas­sage soll dazu dienen, Leute zu ver­fol­gen, die Kinder­pornographis­ches aus dem Inter­net saugen, und sowas lässt sich wohl in einem öffentlichen Netz bess­er an als daheim. Viel Spaß also dabei, wenn die Staat­san­waltschaft auf der Mat­te ste­ht und Namen wis­sen will — denn die hat man laut Entwurf zur Sicher­heit bess­er zu ken­nen, will man nicht haften.

Hierzu
Thomas Stadler: Wie die Fach­welt auf den Geset­ze­sen­twurf zur WLAN-Haf­tung reagiert

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Neu im Bücherschrank (82): J.K. Rowling — Harry Potter and the Chamber of Secrets

rowlingchamber

Dies ist der zweite Teil der Har­ry-Pot­ter-Rei­he und eher so etwas wie ein Bindeglied zwis­chen dem inter­es­san­ten ersten und dem düsteren drit­ten Teil, den ich noch für den besten der ganzen Rei­he halte. Das Buch ist schon 17 Jahre alt, selb­st die Ver­fil­mung ist 13 Jahre her, daher weiß ich gar nicht, ob sowas noch außer­halb der Rei­he gut gele­sen wer­den kann — und ob die Rei­he noch neue Fans bekommt.
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Guten Morgen Ibbtown!

Let­ztens war ja wieder The Artist for­mer­ly known as Jugen­damt in unserem Strick­fach­blatt für etwas PR in eigen­er Sache zu lesen, was ich im Grunde gut finde. Aber ich schaue auch gerne über den Teller­rand. Und da erfahre ich, dass Polizeitaxi der neueste Jugend­sport in Düs­sel­dorf ist. Wie funk­tion­iert Polizeitaxi? Sie sind Jugendlich­er, lassen sich in der Alt­stadt voll laufen, rem­peln dann einen Polizis­ten an, der schleppt sie in eine Aus­nüchterungszelle, wo Sie die Nacht ver­brin­gen und am näch­sten Tag fährt Sie die Polizei nach Hause. Was das bringt? Es erspart einem die eige­nen Rück­fahrkosten, denn die Kosten für das Polizeitaxi übern­immt meist das Jugen­damt. Da gibt es mit­tler­weile Mitar­beit­er, die tage­lang nur diese Rech­nun­gen begle­ichen.

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Guten Morgen Ibbtown!

Am Woch­enende war wohl Show-Time ange­sagt. Man kann nun die Vor­führshow von Dirk Man­der­bach nacher­leben: https://youtu.be/VMVOyLas2W8 oder dabei sein, wenn ein Moun­tain­bik­er durch den Teu­to heizt: https://youtu.be/uzrw8AnOY3w.

Anson­sten ist die Face­book-Seite des CDU-Bürg­er­meis­terkan­di­dat­en online gegan­gen: http://www.facebook.com/christian.moll.ibb/, was aber außer­halb der CDU wohl noch nie­man­den großar­tig erre­icht hat, wenn man sich anschaut, wer die Seite gefällt­mirt.

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Gott 2.0

Manch­mal kriegt man auch merk­würdi­ge Post. Bei uns flog z.B. die Pressemit­teilung rein, dass ein Ibben­büren­er Ver­lag das Buch “Die Zukun­ft Gottes” von Deep­ak Chopra veröf­fentlicht hat. Ja, da hüpft unsere­ins natür­lich vor Freude im Dreieck: Eine Buchveröf­fentlichung im piefi­gen Ibben­büren.

Um es gle­ich vor­weg zu nehmen: Das Buch ist ganz große Schar­la­taner­ie, das nur dazu geeignet ist, unge­bilde­ten Leuten Kohle aus der Tasche zu ziehen.

Im Kern beste­ht es aus der Botschaft, die der Autor auch in diesem Video bre­it­tritt: Wenn man mal ganz ruhig ist, dann ist man nur noch am existieren, und dann kommt Gott 2.0 um die Ecke:

Was für ein Stuss. Der Autor unter­stellt für seine Dar­legun­gen ein­fach mal, dass Gott existiert, man bräuchte ja nur mal still genug sein. Heisst wohl, wer ihn nicht wahrn­immt, ist ein­fach nicht still genug. Zudem unter­stellt er, Gott wäre die Antwort auf alle unbeant­wort­baren Fra­gen, z.B. wieso denken Men­schen logisch? Und in sein­er Welt ist Gott nur etwas, was kurzzeit­ig existiert, manch­mal aber schon so ein Zeital­ter lang. Woher er dieses Wis­sen hat? Wahrschein­lich göt­tliche Einge­bung.

Aber wenn nun dieser gehei­deg­gerte Gott “Gott 2.0” ist, wo ist denn Gott 1.0 hin und wer war das über­haupt? Gott 1.0 war das Sub­sti­tut uner­füll­ter men­schlich­er Bedürfnisse: Den Bedürfnis­sen nach Sicher­heit, nach Erfolg, nach Ver­bun­den­heit, nach Ver­ständ­nis, nach Erken­nt­nis­gewinn, nach moralis­ch­er Führung und nach Bedürfnisüber­win­dung. Nun müf­felt es etwas, wäre Gott nichts weit­er als ein Platzhal­ter men­schlich­er Bedürfnisse. Immer­hin sei man durch die ver­wor­rene Gott 1.0-Version Zeuge der wahren Natur des Göt­tlichen. Aber die Ver­sion hat halt ein paar Bugs, die muss man tem­porär fix­en.

So einen Unfug kann man am besten Amerikan­ern andrehen und daher arbeit­et sich der Autor das ganze Buch über an Richard Dawkins ab — und genauer: nur an dessen Buch Der Gotteswahn, als gäbe es keine anderen Argu­men­ta­tio­nen, gegen die es sich zu behaupten gilt. Nun ist es in der Tat so, dass Dawkins den argu­men­ta­tiv­en Fehler bege­ht, Reli­gion als Ganzes für erledigt zu erk­lären, indem er religiöse Riten und den Glauben an religiöse Phänom­e­nal­ität als irra­tional demask­iert.

Es ist aber eben­solch­er Unsinn, den Umstand, Dawkins einen Fehler zu attestieren und die diesem angedichtete Nicht­beant­wor­tung von für Men­schen nicht zu beant­wor­tenden Fra­gen (Warum denken Men­schen logisch?), für einen Beleg der Exis­tenz Gottes zu hal­ten.

Man kann somit James P. Cor­ne­lio zus­tim­men:

Dieses Buch ist mit geist­tö­ten­dem Geschwafel gefüllt, wo Lis­ten mit ver­schiede­nen Eigen­schaften (in der Regel sich wieder­holende, staub­trock­ene und eher unklare als ein­leuch­t­ende) eine durch­dachte, begrün­dete Argu­men­ta­tion sub­sti­tu­ieren sollen.

Und dem Autor ist nur zu wün­schen, dass er mal ganz lange ganz ruhig ist.

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Guten Morgen Ibbtown

Heute geht’s auf das Net­zpoli­tik­Camp in Düs­sel­dorf, wo wir unser kleines Ibbtown-Pro­jekt mal vorstellen. Das Net­zpoli­tik­Camp ist ein Bar­camp unter der Schirmherrschaft des Min­is­teri­ums für Bun­de­san­gele­gen­heit­en, Europa und Medi­en des Lan­des Nor­drhein-West­falen. Unge­fähr so spießig und unin­no­v­a­tiv sind unsere Befürch­tun­gen, aber wir lassen uns auch gerne über­raschen. 6 Stun­den sind einge­plant für das Camp und da kann man schon ges­pan­nt sein, ob man das durch­hält. Vielle­icht knipsen wir auch ein paar Fotos oder Pod­cas­ten, alles eine Frage der Wet­ter­lage.

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Guten Morgen Ibbtown

Es gibt ja immer noch Leute, die Dinge testen. Für die Seite lokalkompass.de z.B. wollte Got­tfried Czepluch eine Ser­vice­hot­line für eine Zugreise testen. Leichter ließe sich das im Inter­net bew­erk­stel­li­gen, aber sei’s drum.

Er pro­bierte es mit der Strecke Essen-Über­ruhr bis zum Haupt­bahn­hof Mönchenglad­bach. Allerd­ings wollte der Ser­vice-Com­put­er ihn partout nach Ibben­büren schick­en. Das ist doch bes­timmt so ein Mar­ket­ing-East­er-Egg.

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Guten Morgen Ibbtown

Guten Mor­gen Ibbtown!

Über das Woch­enende gab es eine kleine Trol­lat­tacke auf der Face­book-Seite von Ibbtown. Anlass war ein ver­link­ter Artikel über Frei­willige, die Flüchtlin­gen helfen möcht­en. Bevor man Flüchtlin­gen hil­ft, solle man Deutschen helfen, die ihren Kindern kein Früh­stücks­brot mit in die Schule geben kön­nten. So’n Tööt halt. Nach­dem ich zunächst den Trollen ihre Argu­mente auseinan­der gepflückt hat­te, beriefen sie sich auf ihre Mei­n­ungs­frei­heit, nach der selb­st Kri­tik an ein­er Mei­n­ung hier­von geschützt sei, und fuhren mit ihren men­schen­ver­ach­t­en­den Äußerun­gen weit­er. Was tun? Zen­sieren im Sinne des ein­fachen Löschens eines Kom­men­tars, mag ich nicht, und führt meist zu weit­eren Äußerun­gen. Face­book lässt es lei­der auch nicht zu, ein Kom­men­tar­feld zu ein­er Seite zu schließen, was für Blogs prob­lem­los möglich ist.

Aber es gibt eine weit­ere, inter­es­sante Möglichkeit: Man kann Beiträge ver­ber­gen, sie sind dann nur für den Beitra­gleis­ten­den und seine Fre­unde sicht­bar. Im Grunde bemerkt er dann gar nicht, dass man die Sicht­barkeit seines Beitrags eingeschränkt hat. Eine brauch­bare Lösung, wie ich finde.

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