Tage gibt es, da geht einem die bessere Hälfte ja ordentlich auf den Zeiger. Aber, Sie wis­sen ja, in guten wie in schlecht­en Zeit­en, nicht wahr?

Gestern war so ein­er. Ich war kaum raus aus dem Haus, da klin­gelt mein Handy: “Du hast deine But­ter­stulle vergessen!” Ja, isja gut, dann hole ich mir halt ein Brötchen unter­wegs, mit solchen Her­aus­forderun­gen werde ich ger­ade noch sel­ber fertig. 

Eine Stunde später ruft sie wieder an, als ich meinen Mailein­gang über­prüfe: “Und?” Was has­se gekauft?” Zwei Brötchen. “Das ist aber nicht so gut für die Gesund­heit, du sitzt eh zu viel, früher hast du mehr Sport gemacht, und dein Bauch war auch schon mal klein­er.” Da komm­ste zu nix, echt jetzt.

Nach­mit­tags sitzen wir bei der Ten­den­z­analyse, die die Geschäfts­führung schon längst auf dem Tisch haben wollte, da klin­gelt es schon wieder. “Na, was mach­ste? Ach, ihr immer mit eueren Organ­i­sa­tio­nen und Ter­mi­nen, da kann sooooo wichtig doch gar nicht sein, haha!” Schon wieder gehen 10 Minuten durch ein über­flüs­siges Tele­fonat drauf.

Abends schafft es die Holde dann kurz vor der Tagess­chau auch mal, sich vom Rech­n­er zu lösen und ins Wohnz­im­mer zu kom­men. Da habe ich mich dann schlafen gestellt. Über was Wichtiges hätte sie mich sich­er schon per Handy informiert.

Tage wie dieser, Sie wis­sen schon,

ihr Philibb

am 15.05.2013 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

Heut’ mor­gen, da tre­ff ich doch beim Bau­markt auf­fem Park­platz Hoppe-Wielages Eugen von Liegen­schaft­samt. Den kenn ich ja noch von früher. Da konnste früher gut aufn Fre­itag­mit­tag hinkom­men, da wurde dicht gemacht, Schalusien runter, Pulle Schluck aufn Tisch und dann raus die Karten. Heutze­tage is ja der Fre­itag ein ganz nor­maler Arbeit­stag. Soweit iss­es schon gekom­men. Aber das wollte ich ja gar nicht erzählen.

Jeden­falls, wo war ich? Ach ja, wie ich Hoppe-Wielages Eugen tre­ffe. Da tre­ffe ich also den Hoppe-Wielages Eugen vom Liegen­schaft­samt und frag so: “Ja, sach­ma, Eugen, wie kann das denn angehn, dass da die Richter der Stadt so die Hosen run­terziehen mit die Kirmes­ge­bühren? Als ob die Verord­nun­gen noch während der Kirmes nach zu viel Kirmes­bier zusam­menge­tack­ert worn wärn. Avan­ti dilet­tan­ti oder was?”

- “Na, so war das ja nicht”, meinte der Eugen.

Wie?”

- “Na, es ist jet­zt nicht so, dass da nie­mand bei der Stadt wusste, dass das so nicht geht…”

Und warum hat da nie­mand was gesagt?”

- “Da hat schon der Zuständi­ge immer was gesagt. Aber der Zuständi­ge in ein­er Ver­wal­tung hat nicht immer das let­zte Wort. Es kann immer noch jemand kom­men, der weniger Bescheid weiß, aber auf ein­er höheren Stufe sitzt, und dann wird durchregiert.”

Und dann lassen die sich verk­la­gen, ob wohl sie wissen…”

- “Ach”, winkt Eugen ab, “so funk­tion­iert halt Ver­wal­tung heute. Irgend­wie wer­den die jet­zt halt ander­swo Kirmes­ge­bühren anheben. Da find­en die schon was. Die Tak­tik wäre ja auch lock­er durchgekom­men, wenn da nicht irgend­je­mand auf die Idee gekom­men wäre, sein gutes Recht einzufordern.”

am 09.01.2013 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

Früher, nech, früher, ja da hab ich mir fast immer in den Bade­schlüpfer gepullert, wenn ich im Aasee­bad dieses freudig ver­fehlte Ibb, Ibb — Hur­ra! gele­sen habe. Ich fand’s auch symath­isch, dass die CDU Teck­len­burg ihr altes TE-Num­mern­schild wieder­haben wollte, weil neue Kennze­ichen zuge­lassen wer­den kön­nen. Aber mehr Gedanken habe ich mir zur Dreibuch­stäbigkeit dann auch wied

er nicht gemacht.

Nu gibt das bei Face­book eine Ini­tia­tive für ein IBB-Kennze­ichen für Autos. Und da habe ich wieder an das Aasee­bad gedacht. Und da habe ich wieder an den Bade­schlüpfer gedacht. Und an Bocholt, wo man kön­ftig mit BOH rum­fahren will. Und dann dachte ich: BOH-EY — Nee, bloß nicht. Und unsern Bürg­er­heinz meinte ja auch, dass das nicht wichtig wäre. Also, was soll’s.

Aber dann las ich, dass diese Neuetiket­tierung die Heimatver­bun­den­heit stärken soll und naja — das heißt doch auch zu Image-Grün­den. Also warum nicht?

Wussten Sie, dass das Kürzel IBB gar nicht so ungeläu­fig ist? Da gibt das die Investi­tions­bank Berlin, die sich so abkürzt. Und das Inge­nieur­büro für Beton- und Baustofftech­nolo­gie, die Ibb Mod­ul Air KG, die IBB Wohn­bau GmbH, das Inter­na­tionale Bankhaus Bodensee, das Insti­tute of Bio­math­e­mat­ics and Bio­m­e­try des GSF, das Insti­tut für beru­fliche Bil­dung, das Insti­tut für Bil­dung und Beratung und und und.

Jet­zt stellen Sie sich mal vor, die führen alle mit einem IBB-Kennze­ichen durch die Gegend. Eine bessere Image-Kam­pagne kann man sich doch gar nicht wün­schen. Und man kann das Hoch im Mün­ster­land endlich ein­stampfen. Zwei Fliegen mit ein­er Klappe. Würde ich als Bürg­er­meis­ter als erstes umset­zen. Denken Sie in der Wahlk­a­bine dran!

am 14.11.2012 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

Früher, nech, da saßen se bei Volks­festen alle traut beieinan­der: De Dok­tor, de Lehrer, de Pschtor, de Haus­frau, de Küs­terin, alle­mang. Da war es egal wo du herkamst oder wer du warst, man war beisam­men, drink noch eene met, so sollte es sein. Aber die Gemein­samkeit fand irgend­wann ihr Ende. Alles wurde lauter, alles musste tech­nis­ch­er wer­den, alles bess­er organ­isiert, alles, was früher neben­säch­lich war, nun drängte das sich in den Mit­telpunkt. Es musste irgend­was Beson­deres ins Prov­inzielle. Aus Spaß ver­anstal­tete man in den 90ern mal ein Okto­ber­fest. Aus Spaß. Das sollte kein Trend werden.

Nu’ is das Iro­nis­che ver­schwun­den, Okto­ber­feste in Preußen wieder­holen sich. Der alte Fritz würde im Grabe rotieren. Aber seien Sie beruhigt: Das preußis­che Okto­ber­fest ist auch ein Schutzwall. Denn während in unseren Bre­it­en­graden Preußen Bay­ern imi­tieren, fröh­nt man in Bocholt der Kirmes. Man nimmt sich den Fre­itag frei und wartet — auf den Wendler.

Der Wendler wurde ja dere­inst bekan­nt durch das Besinge ein­er vere­in­samten Dis­cobe­sucherin, die den Hob­by­plat­te­nau­fleger hin­ter­her­him­melt. Und seine Zuhörerin­nen him­melten dann genau­so dem Wendler hin­ter­her, auch wenn der sangestech­nisch nichts nach­le­gen kon­nte. Der Rat­ten­fänger des Ruhrge­bi­ets eben. Und weil sich Bocholt eher dem Rhein­land und dem Ruhrge­bi­et als dem Mün­ster­land zuge­hörig fühlt, gibt es jedes Jahr eine Sange­sau­dienz des Wendlers.

Und ich sage Ihnen eines: Gegen Wendlererschei­n­un­gen helfen nur ähn­lich däm­liche Aktio­nen wie preußis­che Okto­ber­feste. Da bin ich aber man fest von überzeugt. Face­book-Grup­pen, die ihn zu vertreiben suchen, wer­den das nicht schaf­fen. Um Gaby Bagin­sky-Auto­gramm­stun­den sind wir noch herumgekom­men, aber die GZSZ-Sternchen, RTL-Pro­lls und Mar­cus Schenken­bergs dieser Welt schar­ren schon mit den Hufen.

am 20.10.2012 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

Ich sach ja, Tach ein, Tach aus, es ist unterm Strich doch zu dunkel inne Stadt. Zu viele dun­kle Gässken. Da gehen se von ein­er beleuchteten Straße kurz in eine Gasse und schwupss, da wis­sen se doch gar nicht mehr, was man da tut, wenn da was passiert. Es müsste heller wer­den. Sich­er. Son­st zün­den da die Jun­gens gle­ich Büch­er und Zeitun­gen an, wie jetzt. 

Ja, gut ich weiß auch nicht, was diese Büch­er im Glass­chrank da ver­loren haben. Liest doch kein­er, was soll man die da nicht mal anders ver­wen­den? Früher, ja früher wurde öffentlich mehr gele­sen. Da hätte man sich bei Bücherver­bren­nun­gen auch noch mehr erregt. Zu mein­er Zeit nahm man sich die Zeitung und set­zte sich inne Stadt auffe Mauer. Dann fal­tete man sie zusam­men, schaute dem Treiben in der Stadt zu, pro­minierte etwas und dann ließ man die Zeitung irgend­wo liegen. Sollte doch ein ander­er sie fertiglesen. 

Das braucht man heute ja auch nicht mehr, ste­ht ja bei denen heute alles im Schaufen­ster. Fehlte nur noch, dass die den Schaufen­sterkiek­ern auch noch ein schlecht­es Gewis­sen einre­den, was ihnen denn ein­fällt, kosten­los ins Schaufen­ster zu kieken.

Auslei­h­bare Taschen­lam­p­en am Ein­gang der Stadt. Das wäre mal eine Maß­nahme. Dann müsste man auch nicht extra hell machen.

am 13.04.2012 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

Als langjähriger Press­esprech­er ein­er Lokalpartei füh­le ich mich dem Amt des Bun­de­spräsi­den­ten gewach­sen. Ich kann gut Geld annehmen, Hän­de­schüt­teln, bei Fre­un­den über­nacht­en, auf Mail­box­en brüllen und Flugtick­ets upgraden lassen.

Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem nor­male Men­schen wie ich nicht Bun­de­spräsi­dent werden.

Der Gauck will’s ja eh nicht machen, der Lanz macht Wet­ten, dass..?, Dep­pen­dorf kommt aus seinem Ver­trag nicht raus und die von der Leyen will kein­er. Sie sehen: Es bleiben nicht viele.

Wählen Sie mich! Ein­er von unten. Ein Nör­gler aus dem Volke. Warum nicht?

am 17.02.2012 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

Früher, als wir noch jung waren, ja da kan­nten wir nichts: Da sind wir über­all mit unsere Mofas übers Gelände gebret­tert, auf den Wegen, neben den Wegen, bis die Beine zit­trig wur­den. Da wurde keine Rück­sicht genom­men auf die Natur und die angelegten Wege.

Heute ist das ja anders. Wenn ich heute so die Straße ent­lang fiet­ze, nehme ich immer den Bürg­er­steig. Ich sag immer so: Bis 8 muss man den als Fahrrad­fahrer benutzen, ab 8 darf man. Das schont ja auch den nor­malen Straßen­teer. Als Poli­tik­er muss man auch wirtschaftlich denken. Ich mach dann auch nicht mehr Licht an abends, weniger Elek­triz­ität schont die Umwelt, sag ich immer. Man kann heute ja gar nicht mehr anders als ökol­o­gisch denken. Dafür stelle ich dann meinen Fiet­z­mo­tor höher ein, damit ich schneller an den Wiesen vor­bei bin und die Tiere scho­nen kann. Man hat halt auch Ver­ant­wor­tung den andern gegenüber.

Ja, und wis­sen Sie, was das Ganze auch noch schont? Meine Ner­ven. Denn ich muss mich nicht darüber aufre­gen, wie hoch die Parkge­bühren in der Innen­stadt sind.

am 07.02.2012 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

Joooooooh, ger­ade noch mal gut gegan­gen. Ich habe mich eben nach meinem Mit­tags­bier inne Stadt noch rechtzeit­ig auf meinen Draht­e­sel geschwun­gen, um vor dem Regen nach Hause zu kom­men. Das ist manch­mal ein doch schon knappes Ren­nen. Aber was ich fra­gen wollte: Sind Sie eigentlich in let­zter Zeit schon mal mit offe­nen Augen auf dem Weg aus der Stadt gewesen? 

Wenn, dann würde Ihnen was auf­fall­en. Da latscht ein­er nach dem andern zu Fuß mit seinem Handy in der Hand und Stöpsel im Ohr her und spielt rum. Und wenn Sie jet­zt fra­gen: Ja, was machen die denn da? Da gibt es schon einen Begriff für. Das muss die Indus­trie erfun­den haben, anders kann man sich das nicht vorstellen.

Wenn so ein Jüngling sich so die Plas­tikknöpfe ins Ohr dreht und unun­ter­brochen auf seinem Handy rumditscht, dann nen­nt man das erweit­erte Real­ität. Da kön­nense sich dann, wenn Sie vor lauter aufs Handy guck­en gegen einen Lat­er­nenpfahl geschmettert sind, gle­ich den schnell­sten Weg zum näch­sten Dok­tor zeigen lassen. Erweit­erte Real­ität! Früher, ja früher musste man noch derbe viel rauchen für, bis dass die Real­i­tiät mal ordentlich erweit­ert war.

Das geht heute mit so einem Bat­terie betriebe­nen Elek­troteil. Und wenn Sie mich fra­gen: Der Bescheuerungs­grad ist derselbe!

am 20.01.2012 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

             “Hubert, du glaub­st es nicht”, 

schrie mir eben meine bessere Hälfte Run­hilde ent­ge­gen. Ken­nen Sie das eigentlich? Da wird irgend­wo im Haus was gebrüllt und man muss antanzen, son­st wird noch lauter gebrüllt oder man bekommt ein Du hörst ja nich’ an den Kopp geknallt.

            “Die bauen schon wieder ein neues Viertel!” 

Ich muss wohl meinen Klap­prech­n­er im Wohnz­im­mer offen ste­hen­ge­lassen haben, eigentlich kommt mir die Runi da nicht so ein­fach dran. Früher, ja früher hat die Frauen­welt die Tech­nik ja gar nicht inter­essiert. Früh­stück, Haus­putz, Mit­tagessen, Mit­tagspause, Einkaufen, Aben­dessen, Schaufen­ster am Don­ner­stag, Show und Co. mit Car­lo, Gesund­heits­magazin Prax­is und dann ab in die Fed­ern. Das war mal noch ein geregel­ter All­t­ag. Heute wird man dauernd unver­mit­telt in Alarm ver­set­zt, weil Runi sich vom Inter­net erschreck­en lässt.

           “Erst bauense den Wod­kahügel, dann Klein-Moskau und nun schon wieder
            was!” 

Endlich bin ich in der guten Stube angelangt:

-          “Na, was bauen sie denn?” 

           ” Nordstadt-Arkaden.”

-         “Nord­stadt-Arkaden? Wo liegt denn Nordstadt?”

            “Dass muss da, wo früher der alte ALDI war, liegen.”

-    “Da hin­ten raus? Das ist doch noch Ibben­büren. Dann müsste das  Ibben­büren-Nord­stad­tarkaden. sein. Wer baut denn da?”

              “Hier schreibense nur von Ein’!”

Ein Einziger? Und dann gle­ich ein ganzes Vier­tel. Ja, die hamse doch nicht mehr alle. Ich glaube ja sowieso, so wie in Ibben­büren gebaut wird, da wird zeitweise mehr gebaut als gewohnt. So sieht es doch aus!

am 18.01.2012 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

Früher, ja früher war das wohl nett. Der Mann kam von der Arbeit nach Hause, die Frau brachte das Essen und ein Bier. Gut, nun muss man dazu sagen: Für einige hat­te sich das zu ein­vernehm­lich gestal­tet. Den Frauen wurde alles ver­boten, Ent­fal­tung gab es nicht, klas­sis­che Auf­gaben wur­den auf sie abgewälzt und die Hand rutschte auch hier und da aus. Da musste was gegen getan wer­den und das ist auch gut so.

Nur teuer. Teuer ist das auch. In den USA ist denen das nun zu teuer. Da möcht­en sie die aus­gerutscht­en Hände zuhause wieder straf­frei machen, weil das so schön Ver­fahren­skosten einspart. Die haben da wohl gut was zu tun vor Gericht mit aus­gerutschte Hände. An sich eine schöne Idee, nur das The­ma ist doch wohl verkehrt.

Aber Trinken am Steuer wäre was anderes. Da sitzt man ja nur alleine vorne vor. Man spart Ver­fahren­skosten, Taxi-Kosten und die Kosten für Teigrollen, die die Alte auf unsere­inem Schädel dauernd zerdep­pert, wenn der Tax­i­fahrer auf die glo­r­re­iche Idee kommt, nachts noch zu schellen. Man müsste nur den Gegen­verkehr immer sper­ren und die Bäume am Weges­rand fällen, wodurch Gärt­ner­ar­beit­skosten gesenkt wer­den. Dann wäre doch alles tutti.

am 03.11.2011 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben
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