Früher, nech, da saßen se bei Volks­festen alle traut beieinan­der: De Dok­tor, de Lehrer, de Pschtor, de Haus­frau, de Küs­terin, alle­mang. Da war es egal wo du herkamst oder wer du warst, man war beisam­men, drink noch eene met, so sollte es sein. Aber die Gemein­samkeit fand irgend­wann ihr Ende. Alles wurde lauter, alles musste tech­nis­ch­er wer­den, alles bess­er organ­isiert, alles, was früher neben­säch­lich war, nun drängte das sich in den Mit­telpunkt. Es musste irgend­was Beson­deres ins Prov­inzielle. Aus Spaß ver­anstal­tete man in den 90ern mal ein Okto­ber­fest. Aus Spaß. Das sollte kein Trend wer­den.

Nu’ is das Iro­nis­che ver­schwun­den, Okto­ber­feste in Preußen wieder­holen sich. Der alte Fritz würde im Grabe rotieren. Aber seien Sie beruhigt: Das preußis­che Okto­ber­fest ist auch ein Schutzwall. Denn während in unseren Bre­it­en­graden Preußen Bay­ern imi­tieren, fröh­nt man in Bocholt der Kirmes. Man nimmt sich den Fre­itag frei und wartet — auf den Wendler.

Der Wendler wurde ja dere­inst bekan­nt durch das Besinge ein­er vere­in­samten Dis­cobe­sucherin, die den Hob­by­plat­te­nau­fleger hin­ter­her­him­melt. Und seine Zuhörerin­nen him­melten dann genau­so dem Wendler hin­ter­her, auch wenn der sangestech­nisch nichts nach­le­gen kon­nte. Der Rat­ten­fänger des Ruhrge­bi­ets eben. Und weil sich Bocholt eher dem Rhein­land und dem Ruhrge­bi­et als dem Mün­ster­land zuge­hörig fühlt, gibt es jedes Jahr eine Sange­sau­dienz des Wendlers.

Und ich sage Ihnen eines: Gegen Wendlererschei­n­un­gen helfen nur ähn­lich däm­liche Aktio­nen wie preußis­che Okto­ber­feste. Da bin ich aber man fest von überzeugt. Face­book-Grup­pen, die ihn zu vertreiben suchen, wer­den das nicht schaf­fen. Um Gaby Bagin­sky-Auto­gramm­stun­den sind wir noch herumgekom­men, aber die GZSZ-Sternchen, RTL-Pro­lls und Mar­cus Schenken­bergs dieser Welt schar­ren schon mit den Hufen.

am 20.10.2012 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

Ich sach ja, Tach ein, Tach aus, es ist unterm Strich doch zu dunkel inne Stadt. Zu viele dun­kle Gässken. Da gehen se von ein­er beleuchteten Straße kurz in eine Gasse und schwupss, da wis­sen se doch gar nicht mehr, was man da tut, wenn da was passiert. Es müsste heller wer­den. Sich­er. Son­st zün­den da die Jun­gens gle­ich Büch­er und Zeitun­gen an, wie jet­zt.

Ja, gut ich weiß auch nicht, was diese Büch­er im Glass­chrank da ver­loren haben. Liest doch kein­er, was soll man die da nicht mal anders ver­wen­den? Früher, ja früher wurde öffentlich mehr gele­sen. Da hätte man sich bei Bücherver­bren­nun­gen auch noch mehr erregt. Zu mein­er Zeit nahm man sich die Zeitung und set­zte sich inne Stadt auffe Mauer. Dann fal­tete man sie zusam­men, schaute dem Treiben in der Stadt zu, pro­minierte etwas und dann ließ man die Zeitung irgend­wo liegen. Sollte doch ein ander­er sie fer­tigle­sen.

Das braucht man heute ja auch nicht mehr, ste­ht ja bei denen heute alles im Schaufen­ster. Fehlte nur noch, dass die den Schaufen­sterkiek­ern auch noch ein schlecht­es Gewis­sen einre­den, was ihnen denn ein­fällt, kosten­los ins Schaufen­ster zu kieken.

Auslei­h­bare Taschen­lam­p­en am Ein­gang der Stadt. Das wäre mal eine Maß­nahme. Dann müsste man auch nicht extra hell machen.

am 13.04.2012 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

Als langjähriger Press­esprech­er ein­er Lokalpartei füh­le ich mich dem Amt des Bun­de­spräsi­den­ten gewach­sen. Ich kann gut Geld annehmen, Hän­de­schüt­teln, bei Fre­un­den über­nacht­en, auf Mail­box­en brüllen und Flugtick­ets upgraden lassen.

Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem nor­male Men­schen wie ich nicht Bun­de­spräsi­dent wer­den.

Der Gauck will’s ja eh nicht machen, der Lanz macht Wet­ten, dass..?, Dep­pen­dorf kommt aus seinem Ver­trag nicht raus und die von der Leyen will kein­er. Sie sehen: Es bleiben nicht viele.

Wählen Sie mich! Ein­er von unten. Ein Nör­gler aus dem Volke. Warum nicht?

am 17.02.2012 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

Früher, als wir noch jung waren, ja da kan­nten wir nichts: Da sind wir über­all mit unsere Mofas übers Gelände gebret­tert, auf den Wegen, neben den Wegen, bis die Beine zit­trig wur­den. Da wurde keine Rück­sicht genom­men auf die Natur und die angelegten Wege.

Heute ist das ja anders. Wenn ich heute so die Straße ent­lang fiet­ze, nehme ich immer den Bürg­er­steig. Ich sag immer so: Bis 8 muss man den als Fahrrad­fahrer benutzen, ab 8 darf man. Das schont ja auch den nor­malen Straßen­teer. Als Poli­tik­er muss man auch wirtschaftlich denken. Ich mach dann auch nicht mehr Licht an abends, weniger Elek­triz­ität schont die Umwelt, sag ich immer. Man kann heute ja gar nicht mehr anders als ökol­o­gisch denken. Dafür stelle ich dann meinen Fiet­z­mo­tor höher ein, damit ich schneller an den Wiesen vor­bei bin und die Tiere scho­nen kann. Man hat halt auch Ver­ant­wor­tung den andern gegenüber.

Ja, und wis­sen Sie, was das Ganze auch noch schont? Meine Ner­ven. Denn ich muss mich nicht darüber aufre­gen, wie hoch die Parkge­bühren in der Innen­stadt sind.

am 07.02.2012 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

Joooooooh, ger­ade noch mal gut gegan­gen. Ich habe mich eben nach meinem Mit­tags­bier inne Stadt noch rechtzeit­ig auf meinen Draht­e­sel geschwun­gen, um vor dem Regen nach Hause zu kom­men. Das ist manch­mal ein doch schon knappes Ren­nen. Aber was ich fra­gen wollte: Sind Sie eigentlich in let­zter Zeit schon mal mit offe­nen Augen auf dem Weg aus der Stadt gewe­sen?

Wenn, dann würde Ihnen was auf­fall­en. Da latscht ein­er nach dem andern zu Fuß mit seinem Handy in der Hand und Stöpsel im Ohr her und spielt rum. Und wenn Sie jet­zt fra­gen: Ja, was machen die denn da? Da gibt es schon einen Begriff für. Das muss die Indus­trie erfun­den haben, anders kann man sich das nicht vorstellen.

Wenn so ein Jüngling sich so die Plas­tikknöpfe ins Ohr dreht und unun­ter­brochen auf seinem Handy rumditscht, dann nen­nt man das erweit­erte Real­ität. Da kön­nense sich dann, wenn Sie vor lauter aufs Handy guck­en gegen einen Lat­er­nenpfahl geschmettert sind, gle­ich den schnell­sten Weg zum näch­sten Dok­tor zeigen lassen. Erweit­erte Real­ität! Früher, ja früher musste man noch derbe viel rauchen für, bis dass die Real­i­tiät mal ordentlich erweit­ert war.

Das geht heute mit so einem Bat­terie betriebe­nen Elek­troteil. Und wenn Sie mich fra­gen: Der Bescheuerungs­grad ist der­selbe!

am 20.01.2012 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

             “Hubert, du glaub­st es nicht”, 

schrie mir eben meine bessere Hälfte Run­hilde ent­ge­gen. Ken­nen Sie das eigentlich? Da wird irgend­wo im Haus was gebrüllt und man muss antanzen, son­st wird noch lauter gebrüllt oder man bekommt ein Du hörst ja nich’ an den Kopp gek­nallt.

            “Die bauen schon wieder ein neues Vier­tel!”

Ich muss wohl meinen Klap­prech­n­er im Wohnz­im­mer offen ste­hen­ge­lassen haben, eigentlich kommt mir die Runi da nicht so ein­fach dran. Früher, ja früher hat die Frauen­welt die Tech­nik ja gar nicht inter­essiert. Früh­stück, Haus­putz, Mit­tagessen, Mit­tagspause, Einkaufen, Aben­dessen, Schaufen­ster am Don­ner­stag, Show und Co. mit Car­lo, Gesund­heits­magazin Prax­is und dann ab in die Fed­ern. Das war mal noch ein geregel­ter All­t­ag. Heute wird man dauernd unver­mit­telt in Alarm ver­set­zt, weil Runi sich vom Inter­net erschreck­en lässt.

           “Erst bauense den Wod­kahügel, dann Klein-Moskau und nun schon wieder
            was!” 

Endlich bin ich in der guten Stube ange­langt:

-          “Na, was bauen sie denn?” 

           ” Nord­stadt-Arkaden.”

-         “Nord­stadt-Arkaden? Wo liegt denn Nord­stadt?”

            “Dass muss da, wo früher der alte ALDI war, liegen.”

-    “Da hin­ten raus? Das ist doch noch Ibben­büren. Dann müsste das  Ibben­büren-Nord­stad­tarkaden. sein. Wer baut denn da?”

              “Hier schreibense nur von Ein’!”

Ein Einziger? Und dann gle­ich ein ganzes Vier­tel. Ja, die hamse doch nicht mehr alle. Ich glaube ja sowieso, so wie in Ibben­büren gebaut wird, da wird zeitweise mehr gebaut als gewohnt. So sieht es doch aus!

am 18.01.2012 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

Früher, ja früher war das wohl nett. Der Mann kam von der Arbeit nach Hause, die Frau brachte das Essen und ein Bier. Gut, nun muss man dazu sagen: Für einige hat­te sich das zu ein­vernehm­lich gestal­tet. Den Frauen wurde alles ver­boten, Ent­fal­tung gab es nicht, klas­sis­che Auf­gaben wur­den auf sie abgewälzt und die Hand rutschte auch hier und da aus. Da musste was gegen getan wer­den und das ist auch gut so.

Nur teuer. Teuer ist das auch. In den USA ist denen das nun zu teuer. Da möcht­en sie die aus­gerutscht­en Hände zuhause wieder straf­frei machen, weil das so schön Ver­fahren­skosten einspart. Die haben da wohl gut was zu tun vor Gericht mit aus­gerutschte Hände. An sich eine schöne Idee, nur das The­ma ist doch wohl verkehrt.

Aber Trinken am Steuer wäre was anderes. Da sitzt man ja nur alleine vorne vor. Man spart Ver­fahren­skosten, Taxi-Kosten und die Kosten für Teigrollen, die die Alte auf unsere­inem Schädel dauernd zerdep­pert, wenn der Tax­i­fahrer auf die glo­r­re­iche Idee kommt, nachts noch zu schellen. Man müsste nur den Gegen­verkehr immer sper­ren und die Bäume am Weges­rand fällen, wodurch Gärt­ner­ar­beit­skosten gesenkt wer­den. Dann wäre doch alles tut­ti.

am 03.11.2011 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

Ach, du liebes Biss­chen! Ja, früher, da war das roman­tisch und so. Das war ja auch alles nur in Fernse­hen. Da rit­ten die Amerikan­er auf ihre gestriegel­ten Pfer­d­chen durchs wilde Wasweis­sich­nich­stan und eroberten die Prärie. Das waren die Guten. Die Bösen waren die Einge­bore­nen. Die lagen Tag ein, Tag aus auf der Lauer um rumzuschießen und Leute zu über­fall­en. Humor hat­te von denen kein­er, da kan­nten die nix. Hab noch nie einen von denen mal lachen sehn. Nur über­fall­en und Büf­fel­suppe aufkochen.

Als dann die Eisen­bah­nen erfun­den wur­den, da lagen sie dann anne Schienen zu horchen. Da macht­en die Loks wohl son­nen Krach, dass sich das über die Schienen angekündigt hat. Das war qua­si, woll­masagen, der Vor­läufer vom Tele­fon. Nur halt noch Mono. Und wenn die Lok dann da war, wurde über­fall­en und abends auf den Erfolg wieder ordentlich Büf­fel­suppe getrunk­en. Und immer so weit­er.

Ja, und nun hat da wohl ein­er zu lange in Berlin die alten Win­netou-Fol­gen sich reingep­fif­f­en getan. Jet­zt wollen die das hier ein­führen. So nen Bun­desin­di­an­er. Der liegt dann anne Geräte und horcht ab, was da so abge­ht. Nur weil der diese Tele­fonier­ab­hörtech­nik vor Jahrhun­derten schon im Blut hat­te. Die hamse dann über die Büf­fel­suppe weit­er­vererbt. So wird das wohl gewe­sen sein. Dass das doch eigentlich krim­inell ist, das stört die in Berlin gar nicht. Kön­nte man doch legal wer­den lassen, sagen se.

Na, hoch die Tassen. Irgend­wann sind wir soweit, da wer­den sie uns  Büf­fel­suppe intra­ve­nieren. Aber lustig wird das nicht.

am 26.10.2011 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben
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