Hoch hin­aus — das wollen viele, aber die wenig­sten ver­suchen das auf eigen­em Grund und Boden. Wir besuchen heute Lau­renz Heitauer, der hier in Laggen­beck ein ungewöhn­lich­es Pro­jekt ges­tartet hat. 

Herr Heitauer, kön­nen Sie mich hören?

Was? Nein, nein, Sie stören nicht. Sie sind ja extra gekommen.

Erk­lären Sie doch mal kurz, wo Sie sich befinden.

Ja nun, ich befinde mich hier auf dem höch­sten Punkt im Laggen­beck­er Land. Der befind­et sich näm­lich seit gut ein­er Woche hier direkt auf mein­er Dop­pel­gar­age, wo hier Sand drauf geschüt­tet haben, so dass wir nun bei ein­er effek­tiv­en Höhe von sieben Meter zwanzig sind.

Wie sind Sie denn auf diese Idee gekommen?

Sehen Sie, seit­dem hier in Laggen­beck nicht mehr alle Tele­fon­num­mern mit ein­er 8 begin­nen, fehlt uns prak­tisch das Alle­in­stel­lungsmerk­mal. Da muss man was tun, habe ich mir gesagt. Und dann in die Hände gespuckt und hier gemauert und geschaufelt, was das Zeug hält.

Sieben Meter zwanzig, das klingt ja noch nicht nach sehr viel, ist denn nicht das Kellers Büro­ge­bäude schon höher?

Das hat ihnen doch der alte Böck­hoff gesteckt! Mit dem hab ich eh noch ein Hüh­nchen zu rupfen. Nein, nein, das ist ja Laggen­beck-Stadt, das ist ja was anderes.

Ganz was anderes! Herr, Heitauer, was ver­sprechen Sie sich denn jet­zt von dieser Aktion?

Ja, wir wollen den Touris­mus ein­heizen, keine Frage. Wenn wir die Leute erst mal zum Camp­en im Aatal bewe­gen kön­nen, schaf­fen wir es vielle­icht auch, die alte Par­tymeile von damals wieder zu beleben. Dann kön­nte man von hier oben aus einen schö­nen Rund­blick genießen. Sie kön­nen ja prak­tisch von hier oben aus bis nach Led­de schauen.

Aber, wenn ich mich nicht täusche, kann ich eigentlich jet­zt schon von von hier unten… Herr Heitauer, ich wün­sche Ihnen auf jeden Fall für ihre Mühen viel Glück!

Wie komm ich zurück? Ja, dass weiß ich ger­ade sel­ber noch nicht ganz genau.

am 10.06.2015 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

Wie in jedem Jahr so strö­men auch in diesem tausende Besuch­er zur Wirtschaftsmesse Guck­loch. Hier tre­f­fen Vertreter aus Wirtschaft­sun­ternehmen auf Wirtschaft­spoli­tik­er und stellen sich dem inter­essierten Pub­likum vor. Ich hat­te die Gele­gen­heit, mit dem Leit­er des Kreis­mar­ket­ings, Her­rn Dr. Franz-Josef Fiet­z­patt, über das Event zu reden.

Herr Dr. Fiet­z­patt: Was sind die großen Trends in diesem Jahr?

Ja, nun. Im let­zten Jahr haben wir auf der Guck­loch 2014 das kreisweit unter­stützte Pilot­lokal­pro­jekt “Neue Hügel für Altenberge” vorgestellt, mit dem wir über’s Mar­ket­ing ein lokales Pro­jekt über­lokal anschieben woll­ten. In diesem Jahr weit­en wir diese Idee aus.

Dieses friv­o­le Pro­jekt stieß ja nicht über­all auf Begeis­terung. Wie kann man sich den neuer­lichen Ver­such jet­zt genau vorstellen?

Ja, nun. Wir ste­hen hier ja zum Beispiel ger­ade schon vor dem neuen Treck­er Standgas 2000. Das ist eine Land­mas­chine, bei der im laufend­en Betrieb spezielle Geruch­saromen den nor­malen Betrieb­s­gerüchen hinzuge­fügt wer­den, um dieses ganz spezielle Lan­daro­ma weit über’s Land ver­bre­it­en zu kön­nen. Der Standgas 2000 befind­et sich ger­ade im Lokal­pro­jekt “We put the RECKE in TRECKER” im Einsatz.

Ja, das stinkt ja ganz schön.

Es stinkt nicht, es riecht.

Das klingt etwas aufwändig für eine kleine Gemeinde, gibt es schon weit­ere Pläne hierfür?

Ja, da drüben, da klet­tert der kleine Ben ger­ade den Treck­er hoch. Wenn der groß ist, soll er das Pro­jekt “We put the BEN in IbBENbüren” mit Leben füllen. Daneben arbeit­en wir noch an der Fleis­chtheken-Schau “We put the METT in METTingen”.

Aber ist das nicht etwas zu gewollt? Das klingt ja, als würde man zuerst einen Wortwitz nehmen und dann ver­suchen, lokal ein Pro­jekt dazu zu erfind­en. So als würde man mit “We put the RENTE in RENTHE” eine windi­ge Ruh­e­s­tands­gel­dan­lage der Banken unter­stützen wollen.

Pss­cht! Da sind wir dran!

Das stinkt doch zum Himmel!

Es stinkt nicht, es riecht.

am 15.05.2015 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

Kinder greifen immer früher zum Tele­fon. Aber auch das Smart­phone ist ihr ständi­ger Begleit­er. Das ständi­ge Dad­deln am Handy hat zudem Auswirkun­gen im schulis­chen Bere­ich: Schüler schlafen im Reli­gion­sun­ter­richt ein, kom­men in Mathe nicht mehr mit und ver­lieren das Inter­esse am Fach Sachkunde. Wir sprachen mit Pro­fes­sor Alfons Trödelkamp vom Insti­tut für interkon­ti­nen­tales Zeit­man­age­ment über die Gefahren der dig­i­tal­en Welt.

Herr Pro­fes­sor Trödelkamp: Handys machen den Lehren das Leben schw­er, ihre Fäch­er inter­es­sant zu unter­richt­en, weil Schüler kaum noch auf­passen kön­nen. Worin sehen Sie den Unter­schied zur vorherge­hen­den Schülergeneration?

Ja, nun. Schüler ertra­gen es im Unter­richt ein­fach nicht mehr, dass man auch mal warten muss, bis was Inter­es­santes kommt. Sowas kann in der Schule ja lock­er schon mal zwei, drei Tage in Anspruch nehmen. Konzen­tra­tion und Hand­lungs­pla­nung, das sind die zwei zen­tralen Eckpfeil­er unser­er… Eine Sekunde, mein Handy, ich muss da jet­zt mal eben, da warte ich schon die ganze…  WAS? VERKAUFEN! VERKAUFEN!

In den 90er Jahren des ver­gan­genen Jahrhun­derts wurde ja mit Auto­gen­em Train­ing ver­sucht, die Konzen­tra­tions­fähigkeit von Kindern und Jugendlichen auf eine Sache…

Eben! Man muss auch mal bei der Sache bleiben. Die Schus­sel von heute lassen sich ja viel zu leicht unter… Öh, warten Sie mal ein ganz kleines, da kommt was Drin­gen­des auf meinem Handy rein. “Update für LokalzeitungsApp. Akzep­tieren?” Ja. “Herun­ter­laden und instal­lieren?” Ja. So. Und nun noch mal zu ihnen: Was war Ihre Frage noch gleich?

Kinder lei­den zunehmend unter Konzen­tra­tionss­chwierigkeit­en. Das führt zu man­gel­hafter Aus­nutzung ihres Lern­ver­mö­gens und Irri­ta­tio­nen im Sozialver­hal­ten. Wie kann man dem beikommen?

Da sprechen Sie ein heik­les The­ma an, an dem wir schon lange arbeit­en. Moment, mein Hänn…EILNACHRICHT!. Bitte App-Update nicht instal­lieren. Kann Schä­den am Handy verur­sachen.” Ja, so ein ver­maledeit­er… “App wirk­lich dein­stal­lieren?” Ja. “Möcht­en Sie uns ver­rat­en, wieso Sie die App dein­stal­lieren?” Nein. “Vie­len Dank, dass Sie…” Blablabla. So, um noch ein­mal auf Ihre Frage zurück zu kom­men: Im Großen und Ganzen — ja.

Herr Pro­fes­sor Trödelkamp, vie­len Dank für das Gespräch!

Und Sie sind?

am 15.11.2014 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

Mit Pam­pers ver­stopfte Bio­müllschred­der, heim­lich beerdigte Klein­tiere und müf­fel­nde Staub­sauger­beu­tel in der Bio­müll­tonne, das alles soll in Zukun­ft der Ver­gan­gen­heit ange­hören. Hier­mit befasst sich der Bio-Detek­tiv Gui­do Ölkmann.

Herr Ölk­mann, wo set­zen Sie an, um die Bioentsorgung wieder auf Vor­der­mann zu bringen?

Ja, nun. Vor­rangig wollen wir ver­suchen, den­jeni­gen an den Kra­gen zu gehen, die ihren Bio­müll ille­gal im Wald ver­schar­ren. Das sind die so genan­nten Bio-Leer­er. Die glauben, die Natur sei ihr’s und dann humpeln sie mit ihre Biotonne durch das Dic­kicht und ver­bud­deln ihr Zeug, wo es ihnen ger­ade passt. So geht’s aber nicht, Fre­und­chen. Den lauern wir jet­zt auf.

Wie sieht das konkret aus?

Wir haben aus dem richti­gen Bio­müll und übrig gebliebe­nen Gülleresten in einem kom­plizierten Ver­fahren Bioträger hergestellt, die wir von extra instal­lierten Hochsitzen, den Bio-Logen, aus über ein Kat­a­pult abfeuern wer­den, wenn die Rabauken wieder in den Forst ziehen. Das wird ne schöne Sauerei, wenn die wieder ankom­men, die Drecksäcke.

Nun ist Gotcha ja ein Spiel, das in freier Wild­bahn gar nicht erlaubt ist. Wie sieht es mit der rechtlichen Absicherung aus?

Ja, wer soll es denn son­st machen. Seit­dem hier am McDonald’s High­way der Autoverkehr ver­boten ist, trauen sich die Polizis­ten ja kaum noch in den Wald. Die möcht­en auch nicht im Dunkeln auf mil­i­tante Bio-Leer­er tre­f­fen, nur weil die da ihren Kom­post beerdi­gen. Dann müssen wir da eben ran.

Trotz­dem kön­nte man ja meinen, dass es zu Prozessen kommt, wenn man ein­fach so im Wald Bürg­er mit Bioträgern abschießt.

Ja, wieso das denn? Wir beschießen die ja nur mit dem­sel­ben Zeug, das die sel­ber in den Wald brin­gen. Das ist doch eine Art biol­o­gis­ch­er Gerechtigkeit, was wir da machen. Oh, warten Sie! Da kommt der alte Bönker mit seinen Katzen­streusäck­en. Dem wer­den wir aber mal gehörig ein­heizen. UNDFEUER!

am 09.11.2014 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

90 Jahre Weltspartag, das bedeutet auch 90 Jahre Sparschwe­in­stopfen und Geschenke für Kinder zu Ende Okto­ber. Grund genug, ein­mal nachzuhak­en, wie es kün­ftig um das Sparen ste­ht. Hierzu befragte ich Her­rn Josef Dukat von der Volksgenossen­bank zu den geplanten Veränderungen

Herr Dukat, 90 Jahre Weltspartag, das ist eine lange Zeit. Was ist da noch aus der Anfangszeit bekannt?

Ja nun, das war damals keine ein­fache Zeit. Kurz nach der Ein­führung beka­men wir die Weltwirtschaft­skrise und dann kam ja auch schon der näch­ste Krieg. Da sind wir auf unseren Bil­lig­plüschtieren im wahrsten Sinne des Wortes sitzen geblieben.

Nun pla­nen sie im kom­menden Jahr ganz auf den Weltspartag zu verzicht­en. Wie kam es zu diesem Sinneswandel?

Ja, nun, die Zeit­en sind nicht ein­fach. Wir saßen halt so zusam­men und über­legten, wo wir noch sparen kön­nten. Und da sagte ein­er, wir kön­nten doch den Weltspartag eins­paren, das spare uns zudem Ner­ven, Spielzeug, die Luftschlangen und Bal­lons in der Bank und all diese Kinder auf ein­mal in der Fil­iale. Das will ja auch keiner.

Kinder sollen nun allerd­ings ihren eige­nen per­sön­lichen Spartag an ihrem Geburt­stag haben, was steckt dahinter?

Wir dacht­en uns, dass das ein­fach prak­tis­ch­er ist, wenn die Kinder an ihrem Geburt­stag bei uns vor­bei schauen, und ihr Geburt­stags­da­tum bestäti­gen. Das ist dann ja auch irgend­wie eine Aufw­er­tung des eige­nen Jubeltages.

Besorgte Eltern, deren Kinder am 30. Okto­ber geboren wur­den, fra­gen sich nun, ob sie über­haupt noch kom­men kön­nen, wenn am 30.10. kein Weltspartag mehr sein soll.

Ja, sowas hätte man sich ja auch mal im Vor­feld über­legen kön­nen. Wir haben es immer wieder mit Eltern zu tun, die so unbe­dacht ihre Fam­i­lien­pla­nung ange­hen. Da kön­nen wir dann auch nicht mehr viel machen. Aber es gibt ja auch andere Banken.

am 30.10.2014 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

Da komm­ste nichts ahnend mor­gens im Büro und die Kol­le­gen machen sich einen Tomaten­scherz und platzieren einem Tomaten­saft und Tomaten­snack auf dem Schreibtisch. Da kannste guck­en, wie du willst, die sind am lachen. Ja, was kann unsere­ins denn dafür, dass meine Holde mit Tomaten­preisen über­fordert ist?

Es ist ja nicht nur das Rech­nen, es erschließt sich ihr ja auch nicht, dass es ganz unter­schiedliche Tomat­en gibt, Cock­tail­to­mat­en, Strauch­to­mat­en, Wild­to­mat­en, Ampel­to­mat­en, Flaschen­to­mat­en, Bios­trauch­to­mat­en, Bio­cok­tail­to­mat­en und weiß der Schin­der was noch. Frisch, getrock­net, ein­gelegt, zer­man­scht, wie man ger­ade lustig ist. Wenn sie jet­zt noch mein­er Hold­en erzählen, dass die alle unter­schiedliche Preise haben, dann platzt die. Auch weil die mit­tler­weile die Tomaten­preise immer von Euro in Tomat­en-Mark umrechnet.

Mir wär’s ja egal gewe­sen. Sie wollte halt auch mal einkaufen gehen und ich sagte, bring mir für’s Abend­brot Tomat­en vom Gemüs­e­s­tand mit, egal welche. Da hat man dann gle­ich den Salat.

Näch­stes Mal, da gehe ich aber wieder alleine einkaufen — sie wis­sen schon: das spart Zeit,

ihr Philibb

am 24.06.2014 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

Seit Neuestem labert meine Holde ja den Geranien im Balkonkas­ten die Blät­ter vom Sten­gel. Da wurde es dann höch­ste Zeit, mich um’s Obst zu küm­mern — und mich auf die WM vorzubereiten. 

Dazu habe ich mir dann so einen gebo­ge­nen Flach­bild­schirm für draußen angeschafft, also für mein kleines Fußballplätzchen hin­ter dem Schutzwall beim Kom­posthaufen und der Aschetonne. Sie wis­sen schon: Männergebiet.

Getestet hab ich den dann gestern vorm Spiel mit der DVD Die schön­sten Bana­nen­flanken von Man­ni Kaltz. Bana­nen­flanken sagt man heute ja schon gar nicht mehr, dabei ist das so ein schönes Wort. Heute sagen die Béla Réthys dieser Welt, da hätte der Spiel­er auf rechts außen dem Stürmer genau auf die Omme gezirkelt oder sowas. Aber das ist ja nicht das gle­iche. Mit meinem Schirm kommt der Ball von links, zwirbelt sich in der ersten Runde des Schirms passend ein, beschle­u­nigt dann auf der Bre­it­seite um dann in der zweit­en Beuge zu ver­langsamen, damit der Stürmer ordentlich ein­net­zen kann. So muss das und nicht anders.

Dass es auch anders geht haben Jogis Bal­lza­uber­er dann ja noch gegen Kamerun gezeigt. Aber wie soll das auch was wer­den, wenn die den ganzen Tag Nutel­la ausm Glas leck­en und Bana­nen nur aus der Wer­bung ken­nen? Der Finke macht das schon richtig, schön in Kamerun die Jun­gens lais­sez-fairend trainieren, gegen Papua-Neuguinea gewin­nen, gegen den Rest gut ausse­hen und die Holde daheim in Deutsch­land die Botanik über den Win­ter quatschen lassen.

Im Kleinen werd’ ich das über die WM dann auch mal probieren,

ihr Philibb

am 02.06.2014 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

Jaha, Sie da mit den Stadtwerken. Da ist noch längst nicht alles in trock­e­nen Tüch­ern, dass kann ich Ihnen aber mal hus­ten. Da fließt noch viel Wass­er die Aa hin­unter. Sie wis­sen doch: Wichtig is aufm Platz, ein Spiel dauert 90 Minuten und Tor ist, wenn der Schiri pfeift. Wo kämen wir denn hin, wenn wir das Pferd von hin­ten aufzäumten? Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!

Mein Opa hat immer gesagt: “Nur wer gegen den Strom schwimmt, kommt an die Quelle.” Sie dage­gen agieren nach der Devise “Wenn der Bauer nicht schwim­men kann, liegt’s an der Bade­hose.” Sowas schlägt dem Fass doch den Boden aus! Das kann der Weisheit let­zter Schluss nicht sein!

Demut, diese schöne Tugend, ehrt das Alter und die Jugend. Allerd­ings kommt der Knochen nicht zum Hund, son­dern der Hund zum Knochen. Die Absicht ist sicher­lich die Seele der Tat. Aber des Teufels lieb­stes Möbel­stück ist die lange Bank.

Nadel ohne Spitz ist nicht viel nütz. Nun wird man Ergeb­nisse sehen lassen müssen. Und hören Sie auf mit dem Blabla.

am 27.11.2013 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

Hubert Nörgelmöller ist sauer. Die Vor­rats­be­häl­ter mit den Kot­beuteln in der Innen­stadt erfreuen sich stark­er Beliebtheit, sind aber dementsprechend dauernd leer. Eine unzu­mut­bare Sit­u­a­tion, so der Tier­lieb­haber. Ich sprach mit dem Hun­de­fre­und bei einem Schlenz durch die Innenstadt.

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Herr Nörgelmöller, schildern Sie unseren Lesern doch ein­mal in aller Ruhe die Situation.

Ja nun, das ist fol­gen­der­maßen: Dien­stags wer­den hier die Kot­beutel­hal­tevor­rich­tun­gen bestückt. Das ist ja soweit auch schön und gut. Damit kann man gut über die Woche kom­men. Aber wenn Fre­itag das Woch­enende begin­nt und die jun­gen Leute abends raus gehen, dann soll­ten Sie das mal erleben: Die Beu­tel sind schneller weg als warme Sem­meln. Da muss man sich dann immer heim­lich um die Ecke verpieseln.

Haben Sie sich schon ein­mal bei der Ver­wal­tung beschwert?

Aber nicht zu knapp. Aber an denen prallt das alles ab. Diese Mül­lentsorgung sei nicht deren Prob­lem. Ja, was glauben diese alten Säcke im Rathaus denn, wen sie vertreten müssen? Doch wohl die schwachen, aufrichti­gen Mül­lentsorg­er! Da müssten auch mal wieder ein paar junge Hüpfer rein, die den Laden mal auf Vor­der­mann brin­gen. Eine Zumu­tung ist das.

Vielle­icht soll­ten Sie sich zuvor an das zuständi­ge Unternehmen wen­den, das die Tüten bere­it hält. Vielle­icht stellen die Ihnen pri­vat welche zu.

Pap­per­la­papp. Die Fritzen scheren sich doch auch einen feucht­en Kehricht um uns. Es muss immer erst was passieren. Bish­er ist das ja gut gegan­gen, aber das ist auch nur noch eine Frage der Zeit. Wo sollen die armen alten Leute wie ich denn Son­ntags hin, wenn’s drückt? Hat doch alles zu. Und Windeln sind ja auch nicht jed­er­manns Sache.

Naja, eigentlich sind diese Tüten ja auch eher für Hunde…

Ja, ja. Mit die Tiere gehen die Leute heute sowieso viel bess­er um als mit uns Alten. Für uns bückt sich kein­er mit dem Kot­beu­tel und sammelt…

Sagen Sie ein­mal, haben Sie über­haupt einen Hund?

Wieso Hund? Was haben denn Sie dauernd mit diesen Fußhu­pen? Sie lenken ja nur vom The­ma ab. Aber mit uns kann man es ja machen: Erst die Tüten weg­nehmen und dann hin­ter­rücks aus­fra­gen, ob man die Hun­des­teuer prellt. Das hat man gerne.

am 19.10.2013 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben

Über den Zebras­treifen gehen? Kein Prob­lem! Schuhe trage ich seit über 50 Jahren, dutzende Paare habe ich aufge­braucht, diverse Län­der beschrit­ten und gegen Bälle getreten. Über den Zebras­treifen gehen mit einem Fach­mann, nur mal so zum Spaß? Warum nicht?

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Ich tre­ffe mich mit dem aus­gewiese­nen Langzeit­fußgänger Hubert Nörgemöller. Wie hat er eigentlich damals seinen Lap­pen verloren?

Ja, och Gott, da war halt dieser alte Oppa, der mit seinem Gehgestell am Zebras­treif­f­en wartete. Ja, kann ich denn watt dafür, dass der es doch noch rechtzeit­ig vor die Küh­ler­haube meines VW Jet­ta schafft? Das war ein knappes Ding, das kann ich ihnen sagen. Die Trauer­feier soll aber dann ganz schön gewe­sen sein, jetzt.

Wir treten an den Zebras­treifen, gle­ich die erste Frage: Der Zebras­treifen beste­ht aus 9 gemal­ten Lin­ien und wird von zwei gepflasterten einger­ahmt, ist das verkehrstech­nisch zulässig?

Ja nun, das war eine Idee von Pagelkäm­pers Dieter. Wenn er da mor­gens mit seinen Treck­er ent­langkommt, dann störten diese Fußgänger halt. Da hat er dann mal selb­st zugepflastert und nun kommt er flüs­siger durch den Verkehr, weil die Fußgänger länger warten müssen. Den blauen Pöh­ler hat er da auch zu Irri­ta­tion­szweck­en angeklebt.

Was muss man nun genau beacht­en, bei der Über­querung des Zebrastreifens?

Ja, als allererstes soll man guck­en, dass Pagelkäm­pers Dieter nicht aus Rich­tung Laggen­beck kommt, der ken­nt keine Ver­wandten im Straßen­verkehr. Und dann zählt man durch, ob da auch ord­nungs­gemäß 9 Streifen ange­bracht sind. Alles andere wäre zunächst ein­mal vol­lkom­men fahrlässig.

Soll man nicht zuerst nach links schauen und dann nach rechts?

Pap­per­la­papp. Wenn Sie ein­er ummän­geln will, glauben Sie den inter­essiert, ob sie nun auf dem Zebras­treifen ste­hen oder kurz davor? Der trifft Sie wohl, dass kann ich ihnen aber flüstern!

Das heißt, Dieter Pagelkäm­per hat immer Vor­fahrt und der Rest ist Glückssache, so lange die Anzahl der Zebras­treifen­streifen passt?

Das kann ich Ihnen aber mal husten!

Ich bedanke mich für diese kurze Ein­führung in die Hand­habung eines der let­zten noch aktiv­en Zebras­treifens vor Ort. Es hat Spaß gemacht, aber ich hätte doch große Fehler began­gen ohne Anleitung.

am 16.10.2013 von unter Flurfunk abgelegt. | Kommentar schreiben
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