Des Kaisers neue Digitalangebote

Die Kri­tik an der IVZ, dass man mit ein­er generellen Abo-Gebühren-Erhöhung die eige­nen Online-Spiel­ereien zu refi­nanzieren ver­sucht, weil der Ver­such, diese durch Wer­bung zu finanzieren, gescheit­ert ist, reisst nicht ab.

Immer­hin scheint es dur­chaus die Möglichkeit zu geben, ein bloßes App-Abo abzuschließen. Allerd­ings sieht es auf der itunes-Seite so aus, als ob das mit 30,99€ noch teuer­er als die Kom­bi-Vari­ante ist.

Ander­er­seits ist es auch merk­würdig, was der Nutzer der IVZ-Android-App so alles ein­räu­men muss. Die instal­lierte App ver­mag es,

- Ihre genaue Posi­tion anhand von GPS-Dat­en oder über Net­zw­erk­stan­dortquellen wie Sende­mas­ten oder WLAN zu ermit­teln. Diese Stan­dort­di­en­ste müssen auf Ihrem Gerät ver­füg­bar und aktiviert sein, damit die App sie ver­wen­den kann. Apps kön­nen Ihren Stan­dort anhand dieser Dat­en ermit­teln und ver­brauchen eventuell zusät­zliche Akkuleis­tung.

- Dat­en zu den auf Ihrem Gerät gespe­icherten Kon­tak­ten zu ändern, ein­schließlich der Häu­figkeit, mit der Sie bes­timmte Kon­tak­te angerufen, diesen E-Mails gesendet oder ander­weit­ig mit ihnen kom­mu­niziert haben. Die Berech­ti­gung ermöglicht Apps, Kon­tak­t­dat­en zu löschen.

- auf die Tele­fon­funk­tio­nen des Geräts zuzu­greifen. Die Berech­ti­gung erlaubt der App, die Tele­fon­num­mer und Geräte-IDs zu erfassen, festzustellen, ob ger­ade ein Gespräch geführt wird, und die Rufnum­mer ver­bun­den­er Anrufer zu lesen.

Wozu will die IVZ denn wis­sen, wo ich bin und mit wem ich tele­foniere?

Weiterlesen

Neu im Bücherschrank(34): Rainer Brambach — Gesammelte Gedichte

DSCF8096

Eigentlich hat­te ich mir ja vorgenom­men, keine Neuan­schaf­fun­gen für den Büch­er­schrank mehr zu besor­gen, son­dern erst­mal den vor­räti­gen Bestand zu dez­imieren. Aber dann kamen mir halt diese Ein-Euro-Büch­er dazwis­chen.

Immer­hin habe ich zwei Fliegen mit ein­er Klappe geschla­gen. Irgend­wie samm­le ich die Ein- und Zwei-Cent stücke. Die ver­wende ich nie zum bezahlen. Geht es Ihnen anders? Und aus der Wohin-mit-dem-Scheiss-Pöttchen habe ich nun das Kap­i­tal für diese Neuan­schaf­fung genom­men. Ja, die Verkäuferin hat sich auch gefreut.

Reingestellt habe ich daher die Gesam­melten Gedichte von Rain­er Bram­bach, einem schweiz­er Lyrik­er. Aus dem Büch­er­schrank sind meine Sachen ja schnell weg, also vielle­icht schauen Sie bei Inter­esse bess­er im Ein-Euro-Laden vor­bei.

Weiterlesen

Klaus Rieping über die neuen IVZ-Formate

Ja, upsal­la, während unsere­ins fröh­lich Schränke zusam­mengeikeat hat, rumm­ste es in der Kom­men­tarspalte des IVZ-Berichts zu den neuen IVZ-For­mat­en der­art, dass sich schein­bar der IVZ-Geschäfts­führer Klaus Rieping, jeden­falls der Benutzer eurofight­er, der sich als Klaus Rieping beze­ich­net, dazu Stel­lung nimmt. Seit­ens der Kom­men­ta­toren ste­ht die verkappte Preis­er­höhung eines IVZ-Abos, das auch Online-Ange­bote ern­thält, auf 30,90€, die Bindung der Online-Ange­bote an ein Abo der gedruck­ten Zeitungsaus­gabe und das Nicht­funk­tion­ieren(!) der Apps auf gängi­gen Smart­phones und Tablets in der Kri­tik.

eurofight­er betont hierzu:

Die Leis­tung eines Ver­lages liegt nicht im Bdruck­en von Papi­er mit Farbe, son­dern in der pro­fes­sionellen, aktuellen, jour­nal­is­tis­chen Auf­bere­itung der Nachricht­en und Infor­ma­tio­nen in Text, Bild und nun auch Bewegt­bild für ver­schiedene Medi­en.

Na, mit der Argu­men­ta­tion ste­ht er Nor­bert Tie­mann ja in nichts nach. Die Leis­tung eines Ver­lages liegt im Ergeb­nis der Arbeit sein­er Jour­nal­is­ten? Wollte er das wirk­lich sagen? Das ist unge­fähr so ver­ständlich, als wolle man sagen, die Qual­ität der Arbeit ein­er Verkäuferin bemesse sich an der Qual­ität der Cola, die sie mir verkauft.

Aus welchem Grund sollte der gle­iche Inhalt in ver­schiede­nen Medi­en unter­schiedliche Preise haben?

Tja, aus welchem Grund kostet eine Blue-Ray-DVD mehr als eine nor­male DVD, obwohl sie densel­ben Inhalt haben? Na, vielle­icht weil die Her­stel­lungskosten höher sind?!

Wir bedi­enen nun­mehr alle Inter­essen unser­er Leser und User mit größt­möglich­er Aktu­al­ität und Ver­füg­barkeit weltweit. Das hat seinen Preis. Wir meinen, ein Euro pro Tag ist da nicht zu viel.

Nun kostet die Zeitung im Abo durch­schnit­tlich am Tag keinen Euro, son­dern 1,09€, kün­ftig 1,21€ — monatlich nicht 25€, son­dern 30,90€. Aber so kann man natür­lich auch unter den Tisch fall­en lassen, dass ger­ade eine Preis­er­höhung von 9% von stat­ten geht: Indem man läp­pisch von einem Euro redet.

Die IVZ hat in den ver­gan­genen Jahren erhe­blich in dig­i­tale Tech­nik, Per­son­al und Knowhow investiert; auch, um unab­hängige lokale Berichter­stat­tung kün­ftig über­haupt weit­er gewährleis­ten zu kön­nen. Print und Dig­i­tal.

Die lokale Berichter­stat­tung ist so gefährdet, dass sie über­haupt weit­er gewährleis­tet wer­den muss? Meint er das ernst? Ich nenne mal das Mag­a­zin Mit­ten­drin, das Stadtjour­nal, die Wirin, Heim­spiel online, Ibbpunkt, die Osnabrück­er Son­ntagszeitung — ganz zu schweigen von all den Inter­net- und Face­book-Seit­en. So viel war noch nie da. Wenn es irgen­det­was gibt, dass ger­ade nicht gefährdet ist, dann lokale Berichter­stat­tung.

Mir ist kein lokaler Zeitungsver­lag unser­er Größe in Deutsch­land bekan­nt, der ver­gle­ich­bare Leis­tun­gen so gün­stig anbi­eten kann.

Klaus Rieping, IVZ-Ver­lags­geschäfts­führer

Mir schon.

Und das sog­ar im Mün­ster­land: Die Borken­er Zeitung verkauft ein ePa­per-Abo für 21,50€. Das Abo der Wet­zlaer Neuen Zeitung kostet 23,30€, das der Wil­helmshaven­er Zeitung kostet 22,20€, das der Old­en­burg­er Zeitung kostet 20€, das vom Del­men­horster Kreis­blatt 17,50€, das Stad­er Tage­blatt 17€, die Pein­er All­ge­meine möchte 16€ für ein ePa­per-Abo haben und das ePa­per des Iser­lohn­er Kreisanzeigers und Zeitung bekommt man sog­ar schon für 14,50€.

Auf Anhieb habe ich über­haupt keine Zeitung mit ver­gle­ich­bar­er Auflage gefun­den, deren Bezugsmöglichkeit­en eines Online-Zugangs so teuer war wie der der IVZ. Zugegeben: Bei eini­gen Zeitun­gen ist der Online-Zugang bei zusät­zlich­er Bestel­lung der gedruck­ten Aus­gabe eben­so teuer, manch­mal 1€ im Monat teuer­er. Ein­er­seits ist fraglich, wer bei­des bestellen möchte, ander­er­seits kann man ein Abo kün­ftig prob­lem­los dre­it­eilen: Eine Per­son nutzt die gedruck­te Aus­gabe, eine die App auf dem Tablet und eine das ePa­per. Da kann so manch­es Abo ges­part wer­den. Aber ob die IVZ das wollte?!

Weiterlesen

Das ePaper und die Apps der IVZ

Es sind nun kaum anderthalb Jahre ver­gan­gen, dass die IVZ angekündigt hat, dass ihre Inhalte bald kostenpflichtig sein wer­den und endlich kann man mal sehen, wie sie sich das vorgestellt haben: Mit Apps und einem ePa­per. Was die Dien­ste mal kosten sollen, ist aber unklar. Ich hat­te mich schon gewun­dert, weswe­gen man das Nörgelschild so langsam in den Ruh­e­s­tand schickt, und nur noch die Nörgelmit­teilung in schriftlich­er Form unter die Artikel klatscht.

Das ePa­per ist halt die nor­male Print­aus­gabe der IVZ, wobei man sich schon fragt, wer den Man­tel der Zeitung braucht, da ste­ht eh nur drin, was vorher online allen­thal­ben zu lesen ist.

Auch die Apps sind eher nach der Devise Alter Wein in neuen Schläuchen angelegt. Zumal man beim The­ma Apps 2 Jahre hin­ter­her hinkt. (Warum eigentlich? Und wer hat nochmal dieses iPad gewon­nen?)

Inter­ak­tion? Weit­er­hin Fehlanzeige. Jour­nal­is­mus als vorgekautes Halb­wis­sen. Span­nend geht anders. Aber bunt iss­es.

Aktu­al­isierung, 07. Mai

Die IVZ hat dann heute mal den Startschuss gegeben, worüber wir gestern schon geschrieben, und was wir ver­linkt haben, und nen­nt die ver­strich­enen anderthalb Jahre “Vor­bere­itung”. Nee, is klar. Komisch nur, dass wir eher als die IVZ-Redak­tion wussten, wo der Link zur Android-App ist.

Klaus Rieping zur Strate­gie der Ver­lages: „Die Kun­den erwarten heute, dass Infor­ma­tio­nen auch in den dig­i­tal­en Medi­en zur Ver­fü­gung ste­hen.“

Naja, vor allem erwarten die Kun­den, dass die IVZ den Stan­dard ander­er Zeitun­gen nicht unter­läuft, und fra­gen ger­ade deswe­gen nach einem vergün­stigten Abo nur für einen Online-Zugang und nach einem bre­it­eren und flex­i­blen Lokalnachrich­t­e­nange­bot (inkl. Rheine und Ems­det­ten) — wie man es bei der NOZ vorfind­et. Aber danach schaut es bei der IVZ ger­ade nicht aus.

Stattdessen wird derzeit nur ein Papi­er- und Online-Ange­bot für drei € mehr als das Papier­abo, d.h. für unterm Strich 30,90€, in Aus­sicht gestellt. Aber wer braucht das schon? Vielle­icht sollte man doch genauer hin­hören, was die Kun­den erwarten.

Weiterlesen

Bücher aus dem Ein-Euro-Laden

DSCF8095

Es gehört zu den Gepflo­gen­heit­en des Lit­er­aturbe­triebs, den Leuten andauernd vorzu­gaukeln, es gäbe ger­ade aktuelle Büch­er, die es wert seien, gele­sen zu wer­den. Aus diesem Fahrwass­er her­aus ist die Spiegelbest­sellerliste ent­standen und es gibt tat­säch­lich Leute, die lesen immer nur irgend­was, das es auf diese Liste geschafft hat. Als ob man sich nicht etwas mehr Mühe bei der Auswahl von Lek­türe geben kön­nte, wenn man schon vorhat, Stun­den damit zu ver­brin­gen. Aber gut, irgend­wie finanzieren diese Men­schen mit dem Kauf dieser Schinken eben auch gute Lit­er­atur, die es nie auf diese Liste schaf­fen wür­den. Daher rege man sich nicht so auf.

Aber ab und an muss man auch mal auf andere merk­würdi­ge Phänomene des Lit­er­aturbe­triebs hin­weisen. Da wer­den z.B. diverse Rest­bestände, zu denen es inzwis­chen Taschen­buchaus­gaben gibt, an Zweitver­w­ert­er abgegeben. Und so kommt es, dass ich mir heute in einem dieser Ein-Euro-Läden in Ibben­büren Rain­er Bram­bachs Gesam­melte Gedichte, Oek de Jongs In der äußerten Fin­ster­n­is, Urs Wid­mers Ein Leben als Zwerg und Jakob Heins Vielle­icht ist es sog­ar schön angeschaft habe — für alles in allem 4€.

Also gehen Sie ruhig mal in diesen Laden, weit­ere Exem­plare dieser Büch­er und andere warten dort noch.

Weiterlesen

Kaffeeprüttlesen mit der ivz

Manch­mal frage ich mich schon, ob man sich bei der IVZ selb­st noch für voll nimmt. Da macht man eine Online-Imfrage, bei der jed­er dutzend­fach abstim­men kann, und ver­sucht den IVZ-Lesern weis zu machen, tausende unter­schiedliche Per­so­n­en hät­ten an dieser Umfrage teilgenom­men. Ist das noch Naiv­ität oder Vor­satz?

405 Men­schen wollen ein Ibb-Kennze­ichen
Wir haben im Inter­ne­tauftritt unser­er Zeitung auf www.ivz-online.de nachge­fragt: Holen Sie sich ein altes Num­mern­schild? 1153 haben inner­halb von zwei Wochen geant­wortet und fast die Hälfte – 493 Stim­men (43 Prozent) – will ihr bish­eriges ST-Kennze­ichen für den Kreis Ste­in­furt behal­ten.

Nein, liebe IVZ, keine 405 Men­schen haben da für ein IBB-Ken­ze­ichen abges­timmt. Ein dick­er, fet­ter Patzer für ein Medi­um, das seit Jan­u­ar let­zten Jahres rum­nörgelt, dass man Beiträge online zur Ver­fü­gung stellt, die man eigentlich bezahlt sehen möchte.

Das Online-Umfrage-Sys­tem der IVZ ver­wen­det lediglich Cook­ies, das sind Dateien, die beim Abstim­men im Cache des Browsers abgelegt wer­den. Leert man den Cache umge­hend, kann man sofort wieder abstim­men. Ver­wen­det man einen anderen Brows­er, kann man sofort wieder abstim­men.

Das habe ich auch getan, ich weiß gar nicht wie oft. Das haben sicher­lich andere auch getan und das witzige ist: Die IVZ weiß nicht mal ansatzweise, wie oft. Die IP-Adressen der Nutzer sind ja offen­bar nicht gespe­ichert wor­den, son­st hätte man Mehrfach­ab­stim­mungen eher unterbinden kön­nen.

Die Online-Abstim­mung sowie die Berichter­stat­tung dazu sind so ser­iös wie Kaf­feep­rüt­tle­sen.

Weiterlesen

Neu im Bücherschrank(33): Thomas Mann — Herr und Hund. Ein Idyll

DSCF8057

Das Vorhaben, in dieser Woche dieses 90seitige Bänd­chen reinzustellen, gibt mir die Möglichkeit, die Geschichte selb­st ein­mal zu lesen. Es ist Thomas Manns Danksa­gung an seinen Hund Bauschan, der ihm viel Freude bere­it­et. Er berichtet von der Jagd, von Spatziergän­gen und bilder­re­ich den Wald, in dessen Nähe Thomas Mann damals lebte. Son­der­lich lustig kam mir die Geschichte nicht vor, sie ist auch etwas sper­rig geschrieben, die Gewal­tan­dro­hun­gen gegenüber Tieren passen wohl nicht mehr ganz in unsere Zeit — allerd­ings befällt einen ein wenig die Wan­der­lust.

Weiterlesen

Die Amazon-Links der Stadtbücherei

Die Partei DIE LINKE kri­tisiert auf Face­book, dass die Stadt­bücherei Ama­zon-Links auf ihrer Inter­net­seite ein­set­ze. Man ver­weist auf dort Beschäftigte, die “teil­weise men­sche­nun­würdig behan­delt” wür­den.

Okay, es ging in der Berichter­stat­tung eher um nicht dort, son­dern bei anderen Fir­men, die für Ama­zon arbeit­en, Beschäftigte, aber das nur am Rande. Was DIE LINKE kri­tisiert ist zunächst nicht ganz leicht zu erken­nen, aber wenn man bspw. auf diesen Link klickt und dann auf das Bild, dann gelangt man auf ein­er Seite von Ama­zon.

Die Seite ist mit einem so genan­nten Part­ner-Link verse­hen, d.h. das Ama­zon eine Pro­vi­sion an den­jeni­gen zahlt, zu dem der Part­ner­link gehört, wenn über diesen speziellen Link das gezeigte Buch erwor­ben wird. Der Part­ner­link hat die Ken­nung www­bib­di­ade-21 und da die Zahl keine son­der­liche Bedeu­tung hat, kann man ver­muten, dass es sich um jeman­den han­delt, der die Domain www.bibdia.de besitzt. Unter dieser Domain find­et man den Anbi­eter der Kat­a­log­soft­ware, die die Stadt­bücherei ver­wen­det.

Die frage wäre also, wie man mit kom­merziellen Links auf städtis­chen Seit­en ver­fahren möchte, wobei solche auf ibbenbueren.de auch keine Sel­tenheit sind.

Weiterlesen