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Ich meine damals, und wir sprechen vom Jahr 1991, fing es mit Büch­ern zum Film an. Da gab es über Monate erfol­gre­iche Kino­hits, und in den Buch­hand­lun­gen oder den Zeitungskiosken taucht­en die Bücher zum Film auf. Manch­mal tat­säch­lich nur mit Zusatz­in­for­ma­tio­nen und Bildern, was in Zeit­en des Inter­nets wohl kom­plett obso­let gewor­den sein dürfte, manch­mal wie bei diesem Schinken von Michael Blake mit der­sel­ben Sto­ry zwis­chen Buchdeck­eln gepackt. Hat­te ich mir damals als Step­ke geholt, ohne den Film gese­hen zu haben. Woll­te ich wirk­lich mal lesen. Ste­ht jet­zt unge­le­sen im Büch­er­schrank.

am 23.11.2013 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Heute griff ich mal wieder zum Käse­blatt und da fiel mir dieses Zitat in die Augen:

Wenn zwei Men­schen immer das­sel­be denken, ist ein­er von ihnen über­flüs­sig.”

Win­ston Churchill (1874 — 1965), britis­cher Poli­tik­er und Nobel­preisträger

Wis­sen Sie, was dieses Zitat mit dem Zitat “Ich bin ein Berlin­er” gemein hat? Bei­de stam­men nicht von Win­ston Churchill. Zumin­dest nicht nach­weis­lich. Auch online habe ich auf englis­chsprachi­gen Seit­en keinen Hin­weis gefun­den, der bei­des miteinan­der belegt in Verbindung bringt. Auf deutschen Inter­net­seit­en ist diese Kom­bi­na­tion wesentlich ver­bre­it­eter. Ander­er­seits wird er auch Albert Ein­stein unterge­jubelt .

Der Satz stammt wohl eher aus dem Amer­i­can Mag­a­zine und lautet 1931 im Orig­i­nal:

When two men in busi­ness always agree, one of them is unnec­es­sary.

das wiederum vom Zitat

If the two records sub­stan­tial­ly agree, one is unec­ces­sary

aus dem Jahr 1884 abstam­men kön­nte. Der Erbauer des Schloss­es Elmau, Johan­nes Müller, soll auch sowas gesagt haben. Das wäre alles dichter dran als Churchill. Wahrschein­lich wird es auch noch frühere Sinnsprüche über Iden­tität geben, die entsprechend zu lesen sind.

Früher hat man ja durch Zitieren seine Bele­sen­heit zur Schau gestellt, was auch schon albern war. Heute kann man dadurch auch gut seine Unbe­le­sen­heit zur Schau stel­len. Man weiß eben nicht, von wem so ein Zitat kommt oder nicht kommt. Kann schon sein, dass Churchill das irgend­wann mal gesagt hat. Wer will das genauestens wider­legen?

Zumin­dest bei Käse­blät­tern scheint es mir so zu sein, dass nie­mand mehr so recht daran inter­essiert ist, wie ver­lässlich das ist, was man so druckt, wenn es eh keinen inter­essiert und nie­mand einen prüfend­en Blick darauf wirft.

Denn gestern gab es beim Käse­blatt das­sel­be Spiel:

Jed­er Tag, an dem du nicht lächel­st, ist ein ver­loren­er Tag.”

Char­lie Chap­lin (1889–1977), britis­cher Komik­er, Schaus­piel­er, Regis­seur, Kom­pon­ist und Pro­duzent

Warum nicht mal Willy Brandt? Das wäre doch mal aus­ge­fal­l­en­er, wenn man sich eh nicht um den tat­säch­lichen Autor bemüht. Das ange­bliche Zitat scheint mir aus der­sel­ben im Netz gefun­de­nen Zitat­daten­bank zu stam­men. Es wird Chap­lin oft im Inter­net ohne irgen­deinen Beleg zugeschrieben, stammt aber wohl eher von Nico­las Cham­fort aus dem 18. Jahrhun­dert und lautet:

La plus per­due de toutes les journées est celle où l’on n’a pas ri.

am 22.11.2013 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Fabi­an ist ein Anfangs­dreißiger in den Dreißiger Jahren des let­zten Jahrhun­derts. Ein moralis­cher Sprin­gins­feld, der sich nicht auf die niederge­hen­de Zustän­de sein­er Zeit ein­lassen kann. Das Buch ist eine Zus­tands­beschrei­bung der dama­li­gen Zeit und man kann sie sehr gut auf die heutige Zeit beziehen, was trotz all der mod­er­nen Tech­nol­o­gisierung doch etwas über­rascht. Irgend­wie hal­te ich den Roman nicht für ganz rund, aber es stört mich nicht weit­er.

am 13.11.2013 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Ich bin schon länger nicht mehr beim Büch­er­schrank gewe­sen, daher kom­men jet­zt mal drei Schmök­er auf ein­mal rein:

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Da wäre zunäch­st The kind­ness of wom­en

von J.G. Bal­lard, zu dem es über­raschen­der Weise gar einen Wikipedia-Ein­trag gibt. Alles Wis­senswerte zu dem Schmök­er gibt es daher wohl bei Wikipedia zu lesen. Ich habe ihn nicht gele­sen, nur irgend­wann irgend­wo für etwas Wech­sel­geld mitgenom­men in der Absicht, ihn zu lesen, wenn man gar nichts anderes zur Hand ist. Ist nie passiert.

Eben­so unge­le­sen gesellt sich Das Rus­s­land-Haus

von John le Car­ré dazu. Den Schinken habe ich mal aus den Resten der Volks- und Jugend­bücherei St. Mau­ri­tius mit nach Hause geschleppt. Irgend­wann mal lesen und so. Dann den Film gese­hen, gemerkt, dass das The­ma im Kalten Krieg hän­gen geblieben ist und so kann er auch besser den Weg zu tat­säch­lichen. Lesern find­en.

Und damit zum let­zten neuen Schrankbe­wohn­er: Vom Wasser

von John von Düf­fel als aus­ge­mustertes Stadt­bücherei-Exem­plar. Der Roman bietet die Schilderung ein­er fünf Gen­er­a­tio­nen umfassenden Fam­i­lie, die durch das Ele­ment des Wassers ver­bun­den ist.
am 07.11.2013 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

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am 17.10.2013 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

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Nachdem man ja gestern fest­stel­len kon­nte, dass das Rathaus ja nicht nur Art-, son­dern auch eine Art Funkhaus ist, passend dazu unser lustiges Bilder­rät­sel:

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am 17.10.2013 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Harald Tribüne

Was wäre Ibbtown ohne seine Orig­i­nale, seien wir ehrlich. Hubert Nörgelmöller, Philibb und Knechthild bere­ich­ern den Prov­in­za­ll­t­ag wie kaum jemand anders. Doch was wäre das Lokalgeschehen ohne einen Zeitzeu­gen, der alles doku­men­tiert. Sie ahnen schon, worauf ich hin­aus möchte. Auf diesen Seit­en wer­den sie for­t­an ein weit­eres Orig­i­nal zu lesen und zu lieben ler­nen bekom­men, den unver­gle­ich­lichen Lokalre­porter Har­ald Tribüne . Wir wünchen Ihnen schon jet­zt gute Unter­hal­tung!
am 16.10.2013 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

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Philosophis­che Dialo­ge zu schreiben hat nie­mand so gut wie Pla­ton beherrscht, daher soll­te man von so einem Vorhaben lieber Abstand nehmen, wenn man sich diesem Ver­gle­ich nicht aus­set­zen will. Nun ist das Buch von Hösle zwar pop­ulär­wis­senschaftlich angelegt, aber den­noch: Wieso nicht gle­ich Orig­i­nale lesen?

am 16.10.2013 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Manche Dinge ste­hen halt nicht in der IVZ. In Met­tin­gen ist eine tote Frau gefun­den wor­den. Dazu hat man bei der IVZ eine Art Tick­er mit den neuesten Mel­dun­gen Gerücht­en instal­liert:

Sam­stag, 17 Uhr 50

[…] Ob es sich um eine Straftat han­delt, ob ein Selb­st­mord vor­liegt oder ob es sich möglicher­weise auch um einen Unfall han­deln kön­nte, dazu kann die Kripo vor Ort derzeit noch keine Angaben machen. Die Todesur­sache ist völ­lig unklar, die Ermit­tlun­gen laufen. […]

Sam­stag, 18 Uhr 10 

[…] Auf der Hand scheint zu liegen, dass Mord­kom­mis­sion und Staat­san­waltschaft von ein­er Straftat aus­ge­hen. […]

Son­ntag, 9 Uhr 5

[…] Wie Ober­staat­san­walt Herib­ert Beck gestern am Abend erk­lärte, soll­te die tote Frau in Mün­ster obduziert wer­den. Die Staat­san­waltschaft Mün­ster und auch die einge­set­zte Mord­kom­mis­sion scheinen demzu­fol­ge von einem Gewaltver­brechen auszuge­hen, das in Met­tin­gen verübt wor­den ist.

Klar sein dürfte nach Ver­laut­barun­gen der Staatsanwaltschaft/Polizei inzwis­chen auch, dass die Frau aus Met­tin­gen stammt. Es ist damit zu rechen, dass die Ermit­tlun­gen der Mord­kom­mis­sion heute auf Hoch­touren weit­erge­führt wer­den. […]

Son­ntag, 10 Uhr 15

Son­ntag, 10.15 Uhr: […] Die tote Frau in Met­tin­gen ist an ein­er Unterküh­lung gestor­ben, das hat die Obduk­tion bestätigt. […]

Bestätigt? Wie bestätigt? Die Antwort darauf find­et man woan­ders:

Son­ntag, 9 Uhr 39

Tote Frau in Met­tin­gen starb an Unterküh­lung – Obduk­tion bestätigt Ver­mu­tung der Ermit­tler

[…]“Da auch die inten­siven Ermit­tlun­gen der Mord­kom­mis­sion unter Leitung von Krim­i­nal­haup­tkom­mis­sar Ulrich Bux am gestri­gen Tage und Abend keine Anhalt­spunk­te für Fremd­ver­schulden erbracht haben, haben wir – die Polizei und die Staat­san­waltschaft – die Ermit­tlun­gen in der Nacht been­det,” so Ober­staat­san­walt Beck. […]

Die Obduk­tion bestätigt die Ver­mu­tung von Staat­san­waltschaft und Mord­kom­mis­sion, die in Fäl­len unklar­er Todesur­sache ein­fach immer hinzuge­zo­gen wird, dass kein Gewaltver­brechen vor­liegt. Dass eine Mord­kom­mis­sion beteiligt war, berechtigt zu über­haupt kein­er Mut­maßung, außer dass ein Arzt eine Todesur­sache nicht zweifels­frei erken­nen kon­nte. Während andere Medi­en aus den Angaben von Mord­kom­mis­sion und Staat­san­waltschaft schließen, dass ein Tod ohne Fremdein­wirkung ver­mutet wur­de, spekuliert man sich bei der IVZ um ihre Rep­u­ta­tion. Denn dort unter­titelt man den Bericht weit­er­hin mit:

Am Sam­stag ist die Leiche ein­er 52 Jahre alten Frau gefun­den wor­den. Polizei und Staat­san­waltschaft sind zunäch­st offen­bar von einem Gewaltver­brechen auge­gan­gen.

Zumin­dest die IVZ.

am 13.10.2013 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Moment mal, dachte ich, als ich in der IVZ diese Tafel sah: Kommt mir so bekan­nt vor. Grüne Tafel, abgelegte Krei­destücke, heller Holzrah­men, Comic Sans, weiße und gel­be Krei­destriche, gle­iche Beze­ich­nun­gen, Unter­striche, ABC, Strich­män­nchen­fam­i­lie…

Ach ja, das Orig­i­nal stand am Mon­tag in der NOZ.

am 11.10.2013 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben
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