Da tre­ffe ich am Woch­enende einen türkischen Mit­bürg­er und irgend­wann kom­men wir auf den Schwein­skopfwurf auf die Moschee in Ibben­büren. Kön­nte ein Deutsch­er gewe­sen sein. – Bess­er wäre das. – Wieso das? – Weisst du, wenn das ein Deutsch­er war, dann wer­den sie sagen: Ah, typ­isch deutsch. Wenn das aber ein Türke war, dann gibt es ein Prob­lem.

am 25.06.2017 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Während man in Ibben­büren schmerzbe­fre­ite Berg­bau­folk­lore für 2018 ins Leben zu rufen ver­sucht, wid­met sich aus­gerech­net der SPIEGEL ein­er tief­schür­fend­eren Analyse:

Rund 200 Mil­liar­den Euro habe die Sub­ven­tion­ierung des Steinkohle­berg­baus die Steuerzahler gekostet oder werde sie noch kosten, sagt der Energieökonom Manuel Fron­del vom Rheinisch-West­fälis­chen Insti­tut für Wirtschafts­forschung: “Es ist ökonomis­ch­er Irrsinn, 1200 Meter unter der Erde Kohle abzubauen.” In Ibben­büren, einem der tief­sten Kohle­berg­w­erke Europas, geht es sog­ar noch weit­er hinab: bis auf 1500 Meter Tiefe. Es ist ein irrwitziger Aufwand, den schwarzen Stoff her­aus- und hin­aufzu­holen.

Und einen Blick auf kün­ftige Prob­leme hat man auch:

Angst vor dem Ende der Kohle­förderung haben hinge­gen viele Bewohn­er der Grund­stücke ober­halb der Stollen. Denn bis­lang ste­ht die RAG für Bergschä­den ger­ade: etwa, wenn sich der Boden absenkt und Risse in den Häusern verur­sacht. Was, wenn die Stollen geflutet wer­den und das Wass­er den Boden wieder hochdrückt? Reichen die Rück­stel­lun­gen der RAG für kün­ftige Bergschä­den aus? Oder muss der Steuerzahler ein­sprin­gen?

Fair­er Weise muss man auch sagen, dass der SPIEGEL auch schon früher entsprechend über den Ibben­büren­er Berg­bau berichtet hat:

so über­flüs­sig wie die Kohle ist auch der Strom aus Ibben­büren. Das Essen­er Rheinisch-West­fälis­che Elek­triz­itätswerk (RWE) hält den Meil­er für verzicht­bar, und das will was heißen. Vor­standsmit­glied Gün­ther Klätte fände es jeden­falls sin­nvoller, “die Kohle in die Nord­see zu schüt­ten”.

Und Lokalzeitungskri­tik gab’s oben drauf:

Das Lokalblatt, die “Ibben­büren­er Volk­szeitung”, mochte da nicht abseits ste­hen. Ein im Mün­ster­land ver­bre­it­eter Bericht über eine Aktion von Robin Wood vor dem Kraftwerk wurde für die Ibben­büren­er Leser aus­ge­tauscht: Sie fan­den dort das Pho­to ein­er 80 Jahre alten Dampf­mas­chine.

am 18.06.2017 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Eigentlich woll­ten die Donots kom­menden Mittwoch in der Sche­une auftreten, doch ach:

Auf ein­mal waren also 750 Karten für die Sche­une verkauft, wo aber dum­mer­weise nur 250 Leute rein­passen.

250? Weiß doch jed­er, dass sicher­heit­stech­nisch nicht mehr als 199 Zuschauer in der Sche­une zuge­lassen sind.

Die erste Lösungs-Idee, die wir mocht­en kam von Ingo: 

Wir reißen uns den Arsch auf und spie­len in der Sche­une drei Konz­erte an einem Tag!“ So weit, so gut — das schien eine geile Notlö­sung zu sein, wir waren hap­py… Doch lei­der stellte sich diese Idee in den let­zten zwei Tagen auf­grund viel­er ver­anstal­ter­isch unüber­wind­bar­er Hür­den als nicht umset­zbar her­aus.

Nun ja, im Grunde doch nur eine: Die 199 max­i­mal zuge­lassene Zahl an Zuschauern. 750 verkaufte Ein­trittskarten wür­den nach Adam Riese 4 Konz­erte benöti­gen. Und die Alter­na­tive?

Wir spie­len ein Open Air an der Sche­une, da passen dann bes­timmt alle hin!“ Mit den nöti­gen städtis­chen Freiga­ben und der organ­isatorischen Umset­zung (Bühne, Per­son­al, Tech­nik, Zäune, etc) wurde uns gesagt: Inner­halb der weni­gen Tage lei­der auch nicht mach­bar.

Lag’s denn nun auch an der Stadt, fragt zumin­d­est ein Face­book-Nutzer.

Das alles wäre vielle­icht nur halb so skur­ril, wenn nicht schon vor ein paar Jahren für ein Donots-Konz­ert in der Sche­une zu viele Tick­ets verkauft wor­den wären. Und damals wurde gemeint:

Die Stadt Ibben­büren hat heute ver­boten, mehr als 199 Zuschauer in die Sche­une zu lassen! Um trotz­dem allen Leuten die Möglichkeit zu geben, das Konz­ert zu besuchen, wer­den wir daher zwei Konz­erte hin­tere­inan­der am gle­ichen Abend spie­len!

Also damals hat die Stadt spon­tan die zuge­lassene Besucherzahl in der Sche­une von 300 auf 199 run­terge­set­zt? Das hat wer in die Welt geset­zt?

am 30.05.2017 von unter 4530 abgelegt. | 1x kommentiert

Die NOZ hat übri­gens etwas geschafft, was die IVZ nicht hin­bekom­men hat: Alle Kan­di­dat­en der Land­tagswahl im Wahlkreis 83 zu inter­viewen. Den Kan­di­dat­en der AfD inter­viewt man bei der IVZ wohl nur, wenn es nicht um Poli­tik geht.

am 12.05.2017 von unter 4530 abgelegt. | 1x kommentiert

Eine doch eher zähe Schreibübungsansamm­lung des Feuil­leton­lieblings. Hat mich nicht berührt und die meis­ten Lit­er­aturkri­tik­er auch nicht.
am 12.05.2017 von unter 4530 abgelegt. | 1x kommentiert

Das hat­ten wir schon mal und es wurde einge­stampft: Ibbtown.com kann als soziales Net­zw­erk genutzt wer­den. das Prob­lem war damals, dass die einge­set­zte Soft­ware Bud­dy­Press war, und man damit nie über die eigene Instal­la­tion hin­aus kom­mu­nizieren kon­nte. Es fehlte auch eine https-Ver­schlüs­selung und Spe­icher­platz. Das sieht heutzu­tage mit der Soft­ware Gnu Social und einem anderen Spe­icher­an­bi­eter anders aus und alle Inter­essierten sind her­zlich ein­ge­laden mitzu­machen.

Auf dem Smart­phone
Ibbtown.com kann ein­fach über den Handy­brows­er anges­teuert wer­den oder über eine App.

Beson­der­heit­en
Es wer­den auf ibbtown.com keine Sta­tis­tiken über die Nutzer erhoben, es gibt keine Wer­bung und keine Kosten für die Benutzer.

am 17.03.2017 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Das ist natür­lich auch großar­tig, das schmerzbe­fre­ite Sich-auf-die-Schul­tern-hauen, man selb­st würde keine Fake News ver­bre­it­en, als Präludi­um für eine Aboer­höhung zu verbe­m­beln:

Das Abon­nement der IVZ wird zum 1. April 2017 um acht Cent pro Aus­gabe teur­er und kostet dann im Abon­nement 38,90 Euro im Monat.

Also 2€ im Monat mehr — für alle, die die Dra­matik aushal­ten.

Neben der all­ge­meinen Preis­steigerung für die tech­nis­che Her­stel­lung (Papi­er / Druck) ist vor allem die Umset­zung des Min­dest­lohnge­set­zes (Zeitungszustel­lung) Ursache für die erforder­liche Preisan­pas­sung.

DANKE MERKEL! Leute fair bezahlen, wer kon­nte nur auf so einen Stuss kom­men? Die Preis­er­höhung hat natür­lich nicht in erster Lin­ie mit den seit Jahren anhal­tend sink­enden Abo-Zahlen zu tun. Dann wäre die Mel­dung ja auch wieder Fake News, und sowas würde die IVZ ja nie machen. Da hätte man ja die Leser für beson­ders blöd verkauft.

am 11.02.2017 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Zum umstrit­te­nen Neu­jahrsemp­fang der AfD in Mün­ster kamen heute 8000 Men­schen in die Innen­stadt Mün­sters, um friedlich gegen Rechts zu demon­stri­eren. Donots-Front­mann Ingo Knoll­mann dank­te den Demon­stran­ten:

am 10.02.2017 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Da haben sie ja beim Lokalblatt einige zum The­ma “Fake-News” sprechen lassen. Nur die Mei­n­ung ihres Karika­tur­is­ten ist nicht in der Zeitung gelandet. Kann man ja mal nach­holen.

am 10.02.2017 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Zu dieser son­der­baren No-Fake-News-Kam­pagne der IVZ, wollte ich noch ein­mal kurz zu einem in der Zeitung getätigten Ausspruch Stel­lung nehmen, den man bei der Zeitung offen­bar für richtig hält: 

Zu Fak­ten gibt es keine Alter­na­tive.

Das ist schlicht falsch. Die Alter­na­tiv­en zu Fak­ten sind Mei­n­un­gen. Und wenn man ger­ade nichts anderes zur Ver­fü­gung hat, sind der­ar­tige Mei­n­un­gen lebenswichtig. Das ist doch ger­ade der Witz in Spielfil­men, bei denen eine Bombe entschärft wer­den soll, der Held kein Fak­ten­wis­sen hat und über eine gescheite Mei­n­ung ver­suchen muss, das Prob­lem zu lösen.

Was man bei der Zeitung wohl eigentlich meinte — und das ist auch nur eine Ver­mu­tung — ist, dass es keine alter­na­tiv­en Fak­ten gibt. Das bedeutet, dass es zu darstell­baren Tat­sachen keine alter­na­tiv­en Erk­lärun­gen gibt, die vom sel­ben Gegen­stand han­deln, und etwas bezo­gen auf eine Tat­sache gegen­sät­zlich­es in richtiger Weise darstellen. Es ist entwed­er die eine oder die andere Erk­lärung richtig. Bei Ver­schieden­heits­be­haup­tun­gen kommt es oft vor, dass schlicht nicht vom sel­ben Gegen­stand in gle­icher­weise die Rede ist.

An dieser Stelle beste­ht eine Schwierigkeit, mit der Per­so­n­en, die poli­tis­chen Willen trotz Fak­ten­lage durch­set­zen wollen, nutzen kön­nen: Es ist erk­lärungs­bedürftig, wieso eine Tat­sachen­dar­legung nur als Sin­gu­lar­ität gültig sein kann. Ohne eine lange philosophis­che Dar­legung hier zu erörtern: Es hat mit der geisti­gen Ver­an­la­gung des Men­schen zu tun. Es fol­gt die näch­ste Schwierigkeit: Erk­lärun­gen dauern mitunter etwas länger. Da schal­ten viele ab, meinen, was nicht ein­fach erk­lär­bar sei, wäre deswe­gen schon falsch. Wenn Sie schon bish­er gele­sen haben, wis­sen sie um den Aufwand, den so ein Lesen mit sich bringt — und wie viele gehen da schon nicht mit.

Wer nun unter­stellt, es gäbe diese Beschaf­fen­heit von Tat­sachen nicht, der erk­lärt alle Tat­sachen zu Mei­n­un­gen. Insofern ist auch gerne von der herrschen­den Mei­n­ung die Rede. Hier kommt hinzu, dass es inzwis­chen unter den Men­schen so viele Fachge­bi­ete gibt, dass nie­mand mehr wie früher in allen Fachge­bi­eten kom­pe­tent ist. Das bedeutet auch Experten haben sich in für sie fach­frem­den Gebi­eten mit Mei­n­un­gen zu behelfen.

Und nach so viel Vor­lauf sind wir beim eigentlichen gesellschaftlichen Prob­lem: Es gibt wirk­lich viele Men­schen, die denken, es gäbe nur Mei­n­un­gen und dementsprechend herrschende Mei­n­un­gen.

Ein­er­seits ist es per­sön­lich eine sehr unan­genehme Posi­tion, so etwas wirk­lich zu denken, denn das Erk­lären der Welt anhand von Tat­sachen hat doch noch etwas stark Befriedi­gen­des. Wenn Kinder in der Schule eine Math­eauf­gabe richtig lösen und sie das erken­nen, kriegen sie eben einen Kick, aber lös­brüllen wer­den die Wenig­sten. Dem kommt ein bloß mei­n­ungs­basieren­des Rechthabege­fühl schon nahe, aber während ersteres meist geräusch­los abge­ht, muss z.B. bei den pop­ulis­tis­chen Parteien immer unheim­lich gebrüllt wer­den. Es muss mit Emo­tion aufge­laden wer­den, weil ein Restzweifel, ein skep­tis­ches Unsicher­heits­ge­fühl bleibt: Was ist, wenn meine Mei­n­ung falsch ist? Werde ich dann als Idiot ver­pot­tet? Vor solchen Zweifeln wird auch schnell weg ger­an­nt, indem man schle­u­nigst das The­ma wech­selt — dann kostet es Kri­tik­er ja wieder etwas Zeit, um das neuer­liche The­ma sach­lich richtig auseinan­der zu nehmen. Wer gegen so eine Posi­tion hält, muss eben­so damit rech­nen, angepö­belt zu wer­den.

Ander­er­seits sind Tat­sachen darstell­bar, eben­so die Meth­o­d­en und Grun­dan­nah­men, auf denen sie beruhen. Nicht alles, was als Tat­sache dargestellt wird, ist eine, das ändert nichts daran, dass es Tat­sachen und richtige Tat­sachen­darstel­lun­gen gibt. Um das Mei­n­un­gen von Tat­sachen tren­nen zu kön­nen braucht man Ruhe und eine grundle­gende Bil­dung.

Ich halte die durchgängige Ein­stel­lung, es gäbe nur Mei­n­un­gen und keine Tat­sachen, für kaum annehm­bar, wenn wir es nicht mit psy­chisch stark beein­trächtigten Per­so­n­en zu tun haben. Der Men­sch kann ein­fach seine geistige Beschaf­fen­heit nicht abschüt­teln. So wenig, wie er sich denken kann, er sein nicht Ini­tia­tor von Hand­lun­gen seines Kör­pers. Das ist auch nicht das eigentliche Prob­lem.

Das Prob­lem ist eine Macht­poli­tik, die mit Hil­fe von Pop­ulis­mus Entschei­dun­gen trotz Tat­sachen, aus denen Hand­lungs­maxi­men erwach­sen, die gegen eben diese Entschei­dun­gen sprechen, durch­set­zen will.

am 08.02.2017 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben
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