Morgenkaffee

Felix Dachsel erzählt, wie er in sein­er Heimat­stadt im Erzge­bierge im Angesicht von Neon­azis aufgewach­sen ist, die meist in der Überzahl, durch­trainiert­er und geistig oft­mals neben der Spur waren. Was ihn derzeit aber wirk­lich ängstigt ist:

Mehr Angst als um mich habe ich, wenn ich sehe, wie sich Rechte und Men­schen aus der bürg­er­lichen Mit­te ver­bün­den. Wenn ich davon lese, wie gegen Asyl­be­wer­ber demon­stri­ert wird. Da ist für mich nicht mehr der einzel­ne Nazi das Prob­lem, son­dern Teile der Gesellschaft. Dage­gen kann man sich mit Pfef­fer­spray nicht wehren.

Das ist wohl mit Blick auf Dres­den geschrieben wor­den, in Düs­sel­dorf ist Pegi­da ja eher ein klas­sis­cher Rohrkrepier­er. Im Ver­hält­nis betra­chtet waren bei der Demo gegen das Rauchver­bot in Kneipen deut­lich mehr Teil­nehmer — und das waren vielle­icht Nulpen. Von den vie­len Demos, die unter dem öffentlichen Radar herziehen, mal ganz abge­se­hen.

Bei der Krim­i­nalak­te bespricht man Liebe ist das per­fek­te Ver­brechen, die Ver­fil­mung von Philippe Djians Die Rast­losen, schreibt lei­der nur nicht, wie man das alles fand.

Und während ich mir die Frage stelle: Wie lange dauert es wohl noch, dass man sich medi­al an Demos gewöh­nt? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

am 07.01.2015 von unter Notizblog abgelegt. | Kommentar schreiben

Morgenkaffee

Die Blödzeitung, die Ende ver­gan­genen Jahres noch beherzrt ins Horn der Abend­lan­dun­terge­herse­her geblasen hat, sam­melt heute Stim­men gegen Pegi­da. Wie schizo muss man eigentlich sein, um für dieses Drecks­blatt zu schreiben?

Wovor wohl auch Pegi­das­ten Angst hät­ten: In Frankre­ich zeigt man sich angeschla­gen, ob des neuen Romans von Michel Houelle­becq über einen mus­lim­is­chen Präsi­dent im Nach­bar­land. Eigentlich schon wieder Grund genug, ihn zu lesen.

Felix Schwen­zel ver­linkt Marc Wick­els Analy­se der Krautre­porter und ver­mis­st selb­st die Rosi­nen. Ich für meinen Teil sehe ein­fach kein For­mat, aus dem sich was Beson­deres entwick­eln würde. Der Ver­gle­ich mit dem nieder­ländis­chen Orig­i­nal hinkt immer mehr.

Und während ich mir die Frage stelle: Kön­nen die Deutschen noch Jour­nal­is­mus? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

am 06.01.2015 von unter Notizblog abgelegt. | Kommentar schreiben

Morgenkaffee

Chris­tian Steif­f­en präsen­tiert als vorzeit­iges Wei­h­nachts­geschenk einen ersten Videoteil aus dem Konz­er­tauf­tak­tkonz­ert in Osnabrück: Eine Flasche Bier.

Schüren Medi­en Äng­ste oder bericht­en sie über vorhan­dene? Gute Frage.

Udo Jür­gens ist gestern abge­treten und Ger­hard Matzig find­et richtige Worte:

Er kon­nte seine Lieder — mehr als 1000 hat er kom­poniert, und zwar tat­säch­lich: kom­poniert, als kom­plex­es Ganzes -, er kon­nte seine Lieder also uns nah und für uns doch selt­sam erhaben wirken lassen. Ja, auch pathetis­ch. Sie waren, sie sind, denn sie bleiben: wahr. Auch dann, wenn sie natür­lich gel­o­gen waren — wie jede große Kun­st nicht allein der Wahrheit verpflichtet ist, son­dern dem, was größer ist: der Gewis­sheit, dass etwas so sein kön­nte, wie es klingt, unab­hängig von der Real­ität.

Und während ich mir die Frage stelle: Soll­te man sich kün­ftig mehr um die Lie­der­ma­cher küm­mern? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

am 22.12.2014 von unter Notizblog abgelegt. | Kommentar schreiben

Morgenkaffee

Der Dezem­ber rauscht aber unge­mein an einem vor­bei. In 10 Tagen ist schon Heilig Abend, ich habe ger­ade mal zwei Wei­h­nachtsmärk­te durch Vor­beis­chlen­dern mitgenom­men, die Geschenke sind teils noch nicht ein­mal angedacht und heute Mor­gen kommt hier die Son­ne raus, als wär’s das Früh­lingserwachen.

Wet­ten, dass ..? war wohl wieder so schlimm, wie man es unter Lanz jed­er Zeit erwarten musste. Mich stört ja immer das Aus­ruhen der Kom­men­ta­toren auf ver­meintlichen All­ge­mein­plätzen, die aber nur das Ver­weigern eigen­er Den­kleis­tun­gen aus­drückt. Anders bei der Wiener Zeitung:

Dass es dann aus­gerech­net Her­mann Maier war, der als erster vorzeit­ig “zum Flieger musste” war nur ein­er der selb­stiro­nis­chen Momente an diesem an Nos­tal­gie und Wehmut dur­chaus nicht armen unwider­ru­flich let­zten “Wet­ten, dass..?”-Abend. […] All das Gere­de von den verän­derten Fernse­hge­wohn­heit­en, all das Beschwören des sozusagen am natür­lichen Lebensende ange­langten Show-Dinosauri­ers und natür­lich das Gefasel von der Unmöglichkeit, heute noch Fernse­hen für die ganze Fam­i­lie machen zu kön­nen: Es sind in Wahrheit nur leere Floskeln. Fakt ist: Die Leute haben nach wie vor einen Bedarf an gut gemachtem Fernse­hen und sie lieben Shows, die sie unter­hal­ten und bei denen sie sich als Zuschauer ver­standen füh­len.”

Und: Ja, das darf und soll­te man auch nach der let­zten Fol­ge des Schlachtschiffs noch kri­tisieren.

Bücher schreiben ist nicht so ihr Ding, aber diese affizierten, leicht verklemmten All­t­ags­be­tra­ch­tun­gen, die machen Johan­na Ador­ján bemerkenswert: Män­ner in Großstädten.

Und während ich mir die Frage stelle: Kom­men die Öff­is mal wieder auf den Trichter, dass man Enter­tain­er langsam auf­bauen muss, weil Mod­er­a­toren keine Shows abliefern kön­nen und hat Her­mann Maier den let­zten Flieger nach Öster­re­ich über­haupt gekriegt? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

am 14.12.2014 von unter Notizblog abgelegt. | Kommentar schreiben

Morgenkaffee

His­torik­er­in Leonie Treiber erk­lärt den Trüm­mer­frauen­mythos.

Die Schlinge um Haderthauer zieht sich zu.

In Weißrus­s­land wird seit­ens der Regierung ver­sucht, die Massenex­eku­tio­nen aus der Sow­jet­zeit wieder unter den Tep­pich zu kehren.

Und während ich mir die Frage stelle: Gibt es in der CSU eigentlich kri­tis­che Selb­st­be­tra­ch­tung? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

am 04.12.2014 von unter Notizblog abgelegt. | Kommentar schreiben

Morgenkaffee

Irgend­was hat Twit­ter mal wieder geän­dert bei neuen Accounts. Ich mag Twit­ter ja noch deswe­gen, weil ich mit Echo­fon ein Add-On im Browser habe, mit dem ich ein­fach über einen Klick ein­gel­og­gt bin, ganz ohne Pass­wort und Schnickschnack. Mit zwei Klicks wech­sle ich zu einem anderen Account. Jet­zt habe ich noch einen Account ein­gerichtet, damit ich ein­fach irgend­wo rein­hauen kann, was ich ger­ade lese. Das schieße ich dann auf meine Über­sicht­shome­page. Allerd­ings ging das mit dem neuen Account nicht. Echo­fon lässt sich damit nicht ver­wen­den, mit älteren schon. Doll. Gott sei Dank habe ich in weis­er Voraus­sicht noch dutzen­de Twit­ter-Accounts, die brach vor sich hin­liegen. Schwup­ps einen umbe­nan­nt und fer­tig ist die Laube. Nur schwant mir, dass Twit­ter eines Tages nicht mehr so ein­fach funk­tion­iert, wie ich es mag.

Horax isst Grünkohl.

Wie sehen eigentlich die Kon­se­quen­zen beim Ver­fas­sungss­chutz bzgl. des NSU-Skan­dals aus? Drei Ver­fas­sungss­chützer wur­den straf­ver­set­zt – 47 stiegen auf.

Die titan­ic wun­dert sich über Chris de Burgs Hal­tung zum Kap­i­tal­is­mus.

Und während ich mir die Frage stelle: Ist die Wei­h­nacht­szeit dieses Jahr später? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

am 01.12.2014 von unter Notizblog abgelegt. | Kommentar schreiben

Morgenkaffee

In Berlin leben­de Amerikan­er bericht­en über All­t­agsras­sis­mus, u.a. Kim­ber­ly But­ler.

Jan Böh­mer­mann haut Campino und Co. für das Char­i­ty­wei­h­nachtsvideo unange­spitzt in den Boden.

Julia erzählt über ihren Ausstieg bei den Zeu­gen Jeho­vas.

Und während ich mir die Frage stelle: Denken Punks bei all ihrer Sys­temkri­tik selb­st immun gegen Kri­tik sein zu kön­nen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

am 28.11.2014 von unter Notizblog abgelegt. | Kommentar schreiben

Morgenkaffee

Heute wird mal in den Son­ntagszeitun­gen geblät­tert.

Ich habe mir früher ja gerne wegen den Artikeln von Ste­fan Nigge­meier die FAZ am Son­ntag gekauft. Das habe ich dann eingestellt, als Nigge­meier weg war. So ist es gekom­men, dass ich lange Zeit die Zeitung nicht mehr gekauft habe. Heute schaute ich mal rein und bin dich erstaunt, wie wenig Jour­nal­is­mus in der Zeitung geblieben ist und wie viel Mei­n­ung­shamti­tam über Poli­tik­er und Kün­stler.

Was man lesen kann in der FAZ (ich finde derzeit noch keine Links, also soll­te man sich die heute besser kaufen): Was der BND wirk­lich will von Frank Rieger und Con­stanze Kurz (mehr Geld für Abhörge­plänkel), Wer tötete Hae Min Lee? von Johan­na Ador­ján (Pod­cast­mörder­suche der Radio-Sendung “This Amer­i­can Life”) und Ich ertrage diese Sto­rys nicht mehr (Inter­view mit Mar­ti­na Gedeck über ihre Rolle als Kirsten Heisig).

Die Süd­deutsche Zeitung habe ich ja früher unheim­lich gerne gele­sen, bis die mir auf merk­würdi­ge Art ein Abo reinge­drückt haben, woraufhin ich die Zeitung nur noch spo­radis­ch lese. Ger­ade umfunk­tion­iert man die Sam­stagsaus­gabe zu ein­er Woch­enen­daus­gabe, was aber der­sel­be Wein in neuem Schlauch ist. Es ist angenehm weniger Heititei in der Zeitung drin, dafür:

Ein neues Europa mit Eng­land von Egon Bahr, Quälend von Cathrin Kahlweit (Geständ­nis­rück­nah­me in einem Fall von Polizeiüber­grif­f­en auf einen abgeschobe­nen Asyl­be­wer­ber), Nichts als das Leben von Frank Nien­huy­sen (über die Flucht von Krim­tartaren und Ostukrain­ern) und Die Aussiedler von Peter Burghardt (deutsche Anti­semiten, die 1886 im Urwald von Paraguay ein Dorf grün­den, heute).

Und während ich mir die Frage stelle: Kön­nten die Krautre­porter nicht noch was von der Süd­deutschen ler­nen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

am 16.11.2014 von unter Notizblog abgelegt. | Kommentar schreiben

Morgenkaffee

Oh, toll, da ist wieder ein­er, der Kant nur so halb ver­standen hat:

Siegfried J. Schmidt warnt: Die Wahrheit spielt sich nur in unseren Köpfen ab.

Äh, na, das ergibt sich ja schon aus der Def­i­n­i­tion von Wahrheit, im Sin­ne der Übere­in­stim­mung der Erken­nt­nis und Gegen­stand, dass bei­des im men­schlichen Hirn stat­tfind­et. Ich ken­ne jet­zt auch keinen, der was gegen­teiliges behauptet. Das Prob­lem im Groben: Wenn alles Bull­shit ist, ist auch die Behaup­tung, alles sei Bull­shit, Bull­shit.

Apro­pos Bull­shit: Singy kan­nte ich bis­lang auch nicht. Wer das ist?

AOL pays him a six-fig­ure salary for-for doing what, exact­ly? “Watch­ing the future take shape across the vast online land­scape,” Shingy says. “I fly all around the world and go to con­fer­ences.”

Apro­pos Bull­shit: Ste­fan Nigge­meier wid­met sich nach spiegelblog.net auch der Ebo­la-Panikmache der Qual­itätsme­di­en .

Und während ich mir die Frage stelle: Wer­den über­am­bi­tion­ierte Frisuren bei Ver­rück­ten immer wichtiger? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

am 11.11.2014 von unter Notizblog abgelegt. | Kommentar schreiben

Morgenkaffee

Von der gestri­gen Infor­ma­tion, dass Unternehmen über Lux­em­burg Steuern in Mil­liar­den­höhe, eins­paren, ist wohl auch die Huff­in­g­ton Post betrof­fen.

Passende Grafik zum Entsol­i­darisierungsvor­wurf beim aktuel­len Lok­führer-Streik.

Eben schreibt Dave Win­er noch, dass seine Twit­ter-Tools auf so wenig Res­o­nanz gestoßen sind, schwup­ps ver­wen­det man bei Twit­ter sein Lit­tle Pork Chop, wodurch man län­gere Tex­te per Eingabe­maske direkt als mehrere Tweets abfeuern kann.

Bei den West­fälis­chen Nachricht­en kann man ger­ade miter­leben, wie deren Jour­nal­is­ten intern in die Enge getrieben wer­den.

Und während ich mir die Frage stelle: Wie lange lassen sich Arbeit­er es noch gefal­l­en, dass die Oberen der­art arro­gant auf sie ein­treten? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

am 07.11.2014 von unter Notizblog abgelegt. | Kommentar schreiben
Seite 10 von 10« Erste...678910