Bei der WN ist auch rechts nicht gle­ich rechts. Die gestrige Absage einer AfD-Veranstaltung in Mün­ster kom­men­tiert man mit :

Gle­ich zwei Mal inner­halb von drei Tagen haben Gas­tronomen der AfD Räum­lichkeiten für einen Petry-Auftritt ange­boten – und die Zusage dann wieder zurück­ge­zo­gen. […] Jeder Betreiber eines Ver­anstal­tungsraumes hat das gute Recht, nicht an die AfD zu ver­mi­eten. Aber wer zusagt und dann absagt, macht den Ver­anstal­tung­sort selbst zum Poli­tikum. Das ist nicht gut für eine Gas­tronomie, die offen sein möchte.

Offen für Rechte? Das klang bei der WN auch schon mal anders:

Anlass zur Sorge bere­itet es indes, dass rechte Grup­pierun­gen bin­nen weniger Monate bere­its drei Mal Kundge­bun­gen in Mün­ster abge­hal­ten haben. Weit­ere dürften, früher oder später, fol­gen. Gut zu wis­sen, dass es in dieser Stadt ein offen­bar gut funk­tion­ieren­des Net­zw­erk aus Grup­pen gibt, die sich ihnen kraftvoll in den Weg stel­len und so sig­nal­isieren: Mün­ster will keine Nazis.

am 22.01.2016 von unter Drumzu abgelegt. | Kommentar schreiben

Dieses Blog taugt ja schon deswe­gen nicht als IVZ-Watchblog, weil wir — wenn über­haupt — nur den Ibben­bürener Lokalteil lesen. Aber heute winkte einem aus dem Recker Lokalteil eine hüb­sche Stil­blüte ent­ge­gen, an der kann man nicht so ein­fach vor­bei gehen.

Der amtierende Recker Bürg­er­meis­ter beschw­ert sich über diesen veröf­fentlichen Satz der IVZ bezüglich der anste­hen­den Bürg­er­meis­ter­wahl:

Einzige Chance, dass der kün­ftige Rathauschef nicht Eck­hard Keller­meier heißt: Es gibt am 13. Sep­tem­ber mehr Nein- als Ja-Stimmen.

Der Begriff “Chance” könne als “Glücks­fall” oder “gün­stige Möglichkeit” ver­standen wer­den, referiert die IVZ den Bürg­er­meis­ter und antwortet ohne Namen des Ver­fassers:

Dazu stellt das Medi­en­haus fest: Das Wort “Chance” wurde als Syn­onym für “Möglichkeit” und damit völ­lig wert­frei ver­wen­det.

Das ist inter­es­sant, denn diese Ver­wen­dung ist nicht so, wie der Begriff “Chance” im Deutschen und Franzö­sis­chen herkömm­lich ver­wen­det wird. Im Fuss­balldeutsch gibt es die Redeweise, man könne “aus keiner Chance ein Tor machen”, und damit ist die herkömm­liche Ver­wen­dung des Begriffs dur­chaus getrof­fen: Sowohl Wikipedia als auch der Duden beze­ich­nen den Begriff “Chance” als “gün­stige Gele­gen­heit der Erre­ichung eines Ziels”. 

Nun ist es der IVZ unbenom­men, Begriffe in ihren Tex­ten anders zu ver­wen­den, als das im Deutschen herkömm­licher Weise getan wird. Aber da wäre es für den Leser schon hil­fre­ich, wenn das gekennze­ich­net wäre.

Abge­se­hen davon ist ganz lustig, wie falsch der kri­tisierte Satz ist: Der Umstand, dass der Kan­di­dat nicht genü­gend Stim­men für den Sieg bei dieser Wahl bekommt, bei Leibe nicht die einzige Möglichkeit, wodurch er nicht kün­ftiger Bürg­er­meis­ter Reckes ist. Zudem ist Der 13. Sep­tem­ber auch in Recke kein notwendig let­zter Wahltag bezüglich der Bürg­er­meis­ter­wahl, durch den der einzige Kan­di­dat zum Bürg­er­meis­ter gewählt wer­den kön­nte.

Der Satz müsste also ver­ständlicher aus­ge­drückt heißen:

Am 13. Sep­tem­ber gibt es die Möglichkeit, Eck­hard Keller­meier nicht zu wäh­len.

am 31.07.2015 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Als vor ein paar Jahren die Pren­zlauer Berg Nachrichten als Pro­jekt online gin­gen, und ich in Berlin auf der re-publica davon hörte, war ich wenig begeis­tert. Es klang zu sehr danach, dass sich Jour­nal­is­ten für eine Inter­net­seite ohne tragfähiges Geschäftsmod­ell aufopfer­ten.

Dieser Tage hat man alles auf eine Karte gesetzt: 750 Leute, die monatlich für die Seite 5€ abdrücken soll­ten erre­icht wer­den oder die Seite werde geschlossen. Man hat dieses Ziel erre­icht — nicht ohne blaue Flecke, wie die für die PBN arbei­t­ende Juliane Wiede­mann schreibt:

Mir ist zwar klar, dass man nicht in den Jour­nal­is­mus geht, um sich Fre­unde zu machen, und dass ein dickes Fell in diesem Beruf von­nöten ist. Dass man sich manch­mal wie der Leiter eine Anger-Management-Therapiestunde fühlt, hatte mir jedoch vorher nie­mand gesagt.

Neben allen Merk­würdigkeiten, die so ein Pro­jekt in der Großs­tadt mit sich bringt, und die sich eben auch nicht in der Prov­inz ebenso ver­hal­ten, scheint mir das ein Zwis­chen­ruf zu sein, der auch im Kleinen seinen Wieder­erken­nungswert hat.

am 30.05.2015 von unter Drumzu abgelegt. | Kommentar schreiben

Das Thema Daten­sicher­heit ist schon sehr abgenudelt, lap­i­darer wird es allerd­ings nicht: Das Bun­desin­nen­min­is­terium und das Bun­desjus­tizmin­is­terium haben sich auf die Ein­führung einer Vor­rats­daten­spe­icherung geeinigt. Ähn­liches hat­ten schon EU und Bun­desver­fas­sungs­gericht kassiert, aber man kann es ja nochmal ver­suchen. Deutsch­land ist auf dem Weg zu einem Präven­tion­sstaat, der alle Bürger unter Gen­er­alver­dacht stellt:

Gespe­ichert wer­den sol­len dem­nach alle an einem Tele­fonat beteiligten Tele­fon­num­mern, das Datum und die Uhrzeit des Gesprächs, bei Mobilge­sprächen außerdem die Funkzelle. Wenn es sich um Internet-Telefondienste han­delt sol­len auch die IP-Adressen pro­tokol­liert wer­den.

Weswe­gen so ein näch­ster Überwachungss­chritt beden­klich ist, schreibt Sascha Lobo so dahin:

Es geht darum, ob Ihre Tochter noch ein Fleckchen in ihrem durchdig­i­tal­isierten Leben haben wird, in dem sie nicht überwacht und damit poten­ziell auf Kon­for­mität über­prüft wird. Die Vor­rats­daten­spe­icherung bedeutet ganz konkret: Ihre Tochter wird Angst haben müssen, in der schlimm­sten Krisen­si­t­u­a­tion ihres Lebens die Telefon-Hotline der Seel­sorge anzu­rufen. Weil dadurch Daten­spuren entste­hen kön­nten, die ihr gesamtes späteres Leben zer­stören.

Protestieren gegen die Vor­rats­daten­spe­icherung kann man am 18. April in Biele­feld und am 20. Juni in Berlin.

mehr
heute.de: Der Staat über­schre­itet eine rote Linie

am 15.04.2015 von unter Drumzu abgelegt. | Kommentar schreiben

Morgenkaffee

Neben dem Strum draußen gab es gestern auch sowas wie einen Sturm auf Twit­ter, oder besser ein Stürm­chen: Fefe feierte das 10-jährige Beste­hen seines Blogs mit ein paar lob­hudel­nden und ein paar nörgel­nden Gastkom­mentaren. Der lesenswerteste Beitrag stammt noch von Sascha Lobo. Die bemerkenswerteste Schmähkri­tik stammt sicher­lich von Michael See­mann, wobei diesem aber­mals sein schlechter Schreib­stil und seine les­bare Erre­gung dauernd zum Stolpern ver­an­lasst:

Pro­gram­mier­sprachen sind kom­plex. Es dauert lange, sich in eine einzuar­beiten. […] Pro­gram­mier­sprachen sind nicht kom­plex. Es ist jedem möglich sie inner­halb eines Jahres kom­plett zu ver­ste­hen.

Wer glaubt, aus densel­ben Prämis­sen könne eine bes­timmte Schlussfol­gerung und ihr Gegen­teil gefol­gert wer­den, der darf sich schon mal fra­gen, ob er sich wirk­lich im Klaren ist, was argu­men­tieren genau bedeutet. Aber zu glauben, in dieser Debatte ginge es um Argu­mente, ist wohl auch ver­fehlt. Die Blog­ger­szene, so wie sie sich in meinem Reader tum­melt, hat die Sache auch nicht großar­tig inter­essiert.

Klaus Stuttmann über ein ARD-Extra, das man wohl so nie zu sehen bekom­men wird.

In der Rheinis­chen Post schrieb man über ein anonymes Graffiti-Kunstwerk, das geschützt wer­den sollte . Das wurde nun zer­stört.

Und während ich mir die Frage stelle: Sind Twitter-Stürme enthy­pet? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

am 01.04.2015 von unter Notizblog abgelegt. | Kommentar schreiben

Morgenkaffee

Mika Baumeis­ter schildert Schülerein­drücke aus Hal­tern nach dem Flugzeu­gunglück:

Wir fühlten uns, als würde die Presse nur auf unsere Reak­tion zur endgülti­gen Affir­ma­tion warten, um zer­störte Men­schen abzu­fil­men.

Hans Hoff ver­ab­schiedet sich vom Jour­nal­is­mus:

Jour­nal­is­mus ist nurmehr ein hohles Gefäß, in das jeder füllt, was er mag oder was er meint, im Auf­trag seiner Nutzer ein­fül­len zu müssen. Das dadurch entste­hende Gemisch ist mir unerträglich gewor­den.

Der Gedanke findet sich auch im Ste­fan Niggemeier-F.A.S.-Artikel, wozu ich bei wirres.net dies schrieb:

Mir scheint, dass Ste­fan Nigge­meier nicht ganz den Punkt trifft. Jeder ist so Medi­enkri­tiker, wie er es vorher auch schon war. Ich wohne im Grunde wenige Straße von dem Apparte­ment des Co-Piloten ent­fernt, aber so aufges­tachelt, wie die Sache online ver­han­delt wurde, war es offline nicht.

Nur kön­nen sich es die tra­di­tionel­len Medien wohl nicht mehr leis­ten, so einen fahri­gen Empörungsjour­nal­is­mus anzuwen­den, ohne online deut­lich hör­bare Kri­tik zu bekom­men. Man muss sich ja auch nicht Medi­enkri­tiker nen­nen, um Sätze wie “Montabaur weiß noch nicht, wie es mit den neuesten Infor­ma­tio­nen umge­hen soll” für blöd zu hal­ten. Oder wenn Reporter am Flughafen Düs­sel­dorf gefragt wer­den, wie die Stim­mung in Hal­tern ist.

Wer da Kri­tik anbringt, macht auf’s Leicht­este einen Punkt. Es ist nur wun­der­lich, wie leicht es die Medien ihren Kri­tik­ern machen.

Bei CNBC hat man raus­ge­fun­den: Bärte sind Aus­druck von Dom­i­nanz und Sex Appeal.

Und während ich mir die Frage stelle: Welche Män­ner­mode kommt nach den Bärten? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

am 30.03.2015 von unter Notizblog abgelegt. | Kommentar schreiben

Morgenkaffee

San­dra Schink berichtet darüber, wie mal Reporter anlässlich einer Tragödie in ihre Woh­nung ein­drangen. Sowas wird nicht vergessen, das soll­ten Jour­nal­is­ten im Hin­terkopf behal­ten. Der Pas­tor meiner Heimat­stadt ist auch heute noch bekannt dafür, dass er mal Reporter der Blödzeitung mit den Worten “Schämt euch!” vom Hof gejagt hat.

Mein ehe­ma­liger Biele­feld­blog­gerkol­lege Herm hat einen sehr schö­nen Artikel zur Nicht­tan­genz katas­trophaler Ereignisse geschrieben. Mir ist ähn­liches passiert: Ich habe von den ersten Nachricht­en­fitzeln gehört, bin Zug gefahren, bin dann auf Leute gestoßen, die die ARD-Berichterstattung sahen und habe Witze gemacht. Warum auch nicht? Die Berichter­stat­tung an sich war der­maßen unpro­fes­sionell und lach­haft pietät­los in seiner vorgegebe­nen, aber nie erre­ichten Speku­la­tion­slosigkeit, dass dies in der Berichter­stat­tung alles über­strahlte. So wurde ein Reporter am Düs­sel­dor­fer Flughafen gefragt, wie es den Leuten in Hal­tern ginge. Wie will man so ein Gesabbel ernst nehmen? Den­noch war gestern die Mit­teilung, das Flugzeug sei absichtsvoll durch einen Piloten zum Absturz gebracht wor­den, erschüt­ternd.

Stel­lvertre­tend für all die Fehltritte der Medien: Die Chefredak­teurin der taz.

Und während ich mir die Frage stelle: Müssen die Print-Medien neu ler­nen, was eine Nachricht ist? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

am 27.03.2015 von unter Notizblog abgelegt. | Kommentar schreiben

Morgenkaffee

Sowas hat doch mal das Zeug zum Klas­siker: In Hal­tern zeigt eine Schü­lerin der ARD-Pressemeute den Stinkefin­ger. Nicht die einzige ablehnende Hal­tung dieser Tage gegenüber der Presse.

Das ZDF nimmt wegen des Flugzeug­sunglücks in Süd­frankre­ich Die Anstalt aus dem Pro­gramm — aber Börsen­nachrichten, nach denen die Aktien des betrof­fe­nen Unternehmens nach dem Unglück fal­len, sowas geht immer.

Michael Kessler gibt eine Liste raus mit Din­gen, auf die man nach Flugzeu­gab­stürzen gut und gerne verzichten kann.

Die Hal­terner Zeitung ist heute auf Grund des Unglücks oft­mals an Verkauf­sstel­len ausverkauft und erscheint online daher heute gratis.

Und während ich mir die Frage stelle: Wie nennt man das eigentlich, wenn die Ziel­gruppe ver­sucht, die Medien zu erziehen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

am 25.03.2015 von unter Notizblog abgelegt. | Kommentar schreiben

Morgenkaffee

Eine sehr gute Idee hat da Hol­ger Klein umge­setzt: Jeman­den von der Straße inter­viewen.

Land of the free, home of the brave: In Utah führen sie wieder Erschießungskom­man­dos ein.

Man kann Anwalt­skosten nur dann von der verk­la­gen­den Gegen­seite wieder­bekom­men, wenn nachgewiesen wird, dass diese wissentlich oder leichtsinng eine falsche Klage­be­haup­tung aufgestellt hat.

Vor­sicht bei der Benutzung des Share-Knopfes bei Face­book: Das kann teuer wer­den, wenn man neben­bei Fotos ver­linkt, zu denen man keine eige­nen Veröf­fentlichungsrechte hat.

Und während ich mir die Frage stelle: Müssen Blog­ger mehr auf die Straße? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

am 24.03.2015 von unter Notizblog abgelegt. | Kommentar schreiben

Morgenkaffee

Hm, irgend­was wird in Rus­s­land am Köcheln sein, wenn man schon Alibi-Pressemitteilungen für Putin raushaut.

Mir hat die Tilo-Jung-Geschichte mit dem Mäd­chen­foto bisher nicht inter­essiert, das liegt sicher­lich auch an den Empör­ern, die sich da so weit aus dem Fen­ster lehnen. Dieser Text von Rainer Meyer ist allerd­ings lesenswert.

Bei der Talk­show Gün­ter Jauch tritt man die eigene Glaub­würdigkeit ordentlich mit Füßen.

Und während ich mir die Frage stelle: Ist der 21.45-Uhr-Sendetermin am Son­ntag nach­haltig dem Bull­shit bere­it­gestellt wor­den? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

am 16.03.2015 von unter Notizblog abgelegt. | Kommentar schreiben
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