Zum umstrit­te­nen Neu­jahrsemp­fang der AfD in Mün­ster kamen heute 8000 Men­schen in die Innen­stadt Mün­sters, um friedlich gegen Rechts zu demon­stri­eren. Donots-Front­mann Ingo Knoll­mann dank­te den Demon­stran­ten:

Da haben sie ja beim Lokalblatt einige zum The­ma “Fake-News” sprechen lassen. Nur die Mei­n­ung ihres Karika­tur­is­ten ist nicht in der Zeitung gelandet. Kann man ja mal nach­holen.

Zu dieser son­der­baren No-Fake-News-Kam­pagne der IVZ, wollte ich noch ein­mal kurz zu einem in der Zeitung getätigten Ausspruch Stel­lung nehmen, den man bei der Zeitung offen­bar für richtig hält: 

Zu Fak­ten gibt es keine Alter­na­tive.

Das ist schlicht falsch. Die Alter­na­tiv­en zu Fak­ten sind Mei­n­un­gen. Und wenn man ger­ade nichts anderes zur Ver­fü­gung hat, sind der­ar­tige Mei­n­un­gen lebenswichtig. Das ist doch ger­ade der Witz in Spielfil­men, bei denen eine Bombe entschärft wer­den soll, der Held kein Fak­ten­wis­sen hat und über eine gescheite Mei­n­ung ver­suchen muss, das Prob­lem zu lösen.

Was man bei der Zeitung wohl eigentlich meinte — und das ist auch nur eine Ver­mu­tung — ist, dass es keine alter­na­tiv­en Fak­ten gibt. Das bedeutet, dass es zu darstell­baren Tat­sachen keine alter­na­tiv­en Erk­lärun­gen gibt, die vom sel­ben Gegen­stand han­deln, und etwas bezo­gen auf eine Tat­sache gegen­sät­zlich­es in richtiger Weise darstellen. Es ist entwed­er die eine oder die andere Erk­lärung richtig. Bei Ver­schieden­heits­be­haup­tun­gen kommt es oft vor, dass schlicht nicht vom sel­ben Gegen­stand in gle­icher­weise die Rede ist.

An dieser Stelle beste­ht eine Schwierigkeit, mit der Per­so­n­en, die poli­tis­chen Willen trotz Fak­ten­lage durch­set­zen wollen, nutzen kön­nen: Es ist erk­lärungs­bedürftig, wieso eine Tat­sachen­dar­legung nur als Sin­gu­lar­ität gültig sein kann. Ohne eine lange philosophis­che Dar­legung hier zu erörtern: Es hat mit der geisti­gen Ver­an­la­gung des Men­schen zu tun. Es fol­gt die näch­ste Schwierigkeit: Erk­lärun­gen dauern mitunter etwas länger. Da schal­ten viele ab, meinen, was nicht ein­fach erk­lär­bar sei, wäre deswe­gen schon falsch. Wenn Sie schon bish­er gele­sen haben, wis­sen sie um den Aufwand, den so ein Lesen mit sich bringt — und wie viele gehen da schon nicht mit.

Wer nun unter­stellt, es gäbe diese Beschaf­fen­heit von Tat­sachen nicht, der erk­lärt alle Tat­sachen zu Mei­n­un­gen. Insofern ist auch gerne von der herrschen­den Mei­n­ung die Rede. Hier kommt hinzu, dass es inzwis­chen unter den Men­schen so viele Fachge­bi­ete gibt, dass nie­mand mehr wie früher in allen Fachge­bi­eten kom­pe­tent ist. Das bedeutet auch Experten haben sich in für sie fach­frem­den Gebi­eten mit Mei­n­un­gen zu behelfen.

Und nach so viel Vor­lauf sind wir beim eigentlichen gesellschaftlichen Prob­lem: Es gibt wirk­lich viele Men­schen, die denken, es gäbe nur Mei­n­un­gen und dementsprechend herrschende Mei­n­un­gen.

Ein­er­seits ist es per­sön­lich eine sehr unan­genehme Posi­tion, so etwas wirk­lich zu denken, denn das Erk­lären der Welt anhand von Tat­sachen hat doch noch etwas stark Befriedi­gen­des. Wenn Kinder in der Schule eine Math­eauf­gabe richtig lösen und sie das erken­nen, kriegen sie eben einen Kick, aber lös­brüllen wer­den die Wenig­sten. Dem kommt ein bloß mei­n­ungs­basieren­des Rechthabege­fühl schon nahe, aber während ersteres meist geräusch­los abge­ht, muss z.B. bei den pop­ulis­tis­chen Parteien immer unheim­lich gebrüllt wer­den. Es muss mit Emo­tion aufge­laden wer­den, weil ein Restzweifel, ein skep­tis­ches Unsicher­heits­ge­fühl bleibt: Was ist, wenn meine Mei­n­ung falsch ist? Werde ich dann als Idiot ver­pot­tet? Vor solchen Zweifeln wird auch schnell weg ger­an­nt, indem man schle­u­nigst das The­ma wech­selt — dann kostet es Kri­tik­er ja wieder etwas Zeit, um das neuer­liche The­ma sach­lich richtig auseinan­der zu nehmen. Wer gegen so eine Posi­tion hält, muss eben­so damit rech­nen, angepö­belt zu wer­den.

Ander­er­seits sind Tat­sachen darstell­bar, eben­so die Meth­o­d­en und Grun­dan­nah­men, auf denen sie beruhen. Nicht alles, was als Tat­sache dargestellt wird, ist eine, das ändert nichts daran, dass es Tat­sachen und richtige Tat­sachen­darstel­lun­gen gibt. Um das Mei­n­un­gen von Tat­sachen tren­nen zu kön­nen braucht man Ruhe und eine grundle­gende Bil­dung.

Ich halte die durchgängige Ein­stel­lung, es gäbe nur Mei­n­un­gen und keine Tat­sachen, für kaum annehm­bar, wenn wir es nicht mit psy­chisch stark beein­trächtigten Per­so­n­en zu tun haben. Der Men­sch kann ein­fach seine geistige Beschaf­fen­heit nicht abschüt­teln. So wenig, wie er sich denken kann, er sein nicht Ini­tia­tor von Hand­lun­gen seines Kör­pers. Das ist auch nicht das eigentliche Prob­lem.

Das Prob­lem ist eine Macht­poli­tik, die mit Hil­fe von Pop­ulis­mus Entschei­dun­gen trotz Tat­sachen, aus denen Hand­lungs­maxi­men erwach­sen, die gegen eben diese Entschei­dun­gen sprechen, durch­set­zen will.

POPCORN! Die Schreiber von “Die Aura wird eine Paint­ball-Are­na” und “Die Kanadagänse sind wieder zurück” posaunen ab heute raus, keine Fake News zu ver­bre­it­en.

Was Wahrheit ist, definiert keine Regierung, kein Face­book, kein Twit­ter!

Äh, das hat wer jet­zt genau über­haupt mal behauptet?

Wahrheit ist Pflicht — alles andere gehört sich nicht.

Das war’s dann wohl mit den Aprilscherzen in der IVZ.

Unser Anspruch ist es, Wirk­lichkeit abzu­bilden, nicht Leg­en­den zu schaf­fen.

schreibt die Autorin dieser nie real gewor­de­nen Leg­ende.

Fake News’ gibt’s im Märchen. Echte Nachricht­en gibt es bei uns.

Kana­da, ick hör’ dir trapsen.

Unsere 15 Lokal- und über 30 Man­telredak­teure recher­chieren sorgfältig, über­prüfen die Nachricht­en­quellen und hin­ter­fra­gen Infor­ma­tio­nen.

Sorgfältig? Hin­ter­fragt? Recher­chiert?

Sie informieren immer mit kri­tis­ch­er Dis­tanz.

Ja, sich­er. Die wür­den nie auf die Idee kom­men, Poli­tik­er im Inter­view zu duzen, weil sie so dicke Kumpels sind.

Aber immer­hin: Keine Fake-News zu veröf­fentlichen ist ein schön­er Vor­satz für die Zukun­ft. Hat ja in der Ver­gan­gen­heit nicht so ganz geklappt.

Es ist ja schon länger so, dass das Lokalblättchen ihre Artikel mit irgendwelchen Bildern aus dem Inter­net verzieren, die mit dem eigentlichen The­ma des Artikels in keinem direk­ten Zusam­men­hang ste­hen.

Heute inter­viewt man den Press­esprech­er der Polizei im Kreis Ste­in­furt, Rain­er Schöt­tler. Von ihm gibt es ein Foto, das man nutzen darf. 

Das Ibben­büren­er Lokalblättchen bebildert ihren Artikel lieber mit diesem Bild, das ent­ge­gen der Leseer­wartung eines Bildes, das größer als der Tex­tan­teil des Artikels ist, wed­er Rain­er Schöt­tler zeigt, noch direkt das The­ma ver­ständlich­er macht. Als ob man nicht eigen­ständig irgendwelche Bilder im Inter­net anguck­en kön­nte. Was soll das?

03.02.2017 | | 4530 | 1x kommentiert

Ein Win­dows-Plu­g­in gekauft, das gar nicht funk­tion­iert und ich auch – selb­st hätte es funk­tion­iert — eigentlich gar nicht brauchte. Das ist der Win­ter­abend­plug­in­blues.

02.02.2017 | | Lokalliteratur | Kommentare deaktiviert für

Im Halb­schlaf an die Stelle fassen, an der es kribbelt, und plöt­zlich Kribbel­ndes zwis­chen den Fin­gern haben. Es ist 4:55 Uhr. ICH BIN WACH.

— Marot­ten­fänger (@NichtRomanHeld) Jan­u­ary 2, 2017

Ich finde jede Putzmit­tel-Wer­bung real­is­tis­ch­er als den Parsh­hip-Spot.
So aus roman­tis­ch­er Sicht.

— Sprit­ney Beers (@DieAnina) Jan­u­ary 2, 2017

Ich sage: Ich bin eine zarte Elfe.

Die Waage sagt, ich bin sog­ar zwei.

*o/*

— Ich, der Früh­ling. (@deichgenosse) Jan­u­ary 2, 2017

Deutschrap ist die einzige Chance, die du hast, wenn du das Abi nicht schaffst.”
(Max­i­m­il­ian, 15)

— rhein­bahn intim (@rheinbahn_intim) Jan­u­ary 10, 2017

Wow — Chris­t­ian Wulff, esko­rtiert von Bet­ti­na. Darf man das eigentlich so sagen?

— Darth Lehrer (@Darth_Lehrer) Jan­u­ary 11, 2017

An das Mäd­chen, das mir gestern statt ihrer Tele­fon­num­mer die Num­mer der Redak­tion von “Bauer sucht Frau” gegeben hat: 1:0 für dich. 😐

— Memen­to Mori (@MementoMoriLP) Jan­u­ary 12, 2017

Solange Trump Mauern baut, sprengt er wenig­stens nichts in die Luft. Aus dem gle­ichen Grund hat­te ich früher sehr viel Lego.

— Stuben­rock­er (@rock_galore) Jan­u­ary 26, 2017

Am Ende des Monats bei Lidl mit abgezähltem Geld zu bezahlen hätte soviel mehr Stil, wenn ich einen dick­en weißen Pelz­man­tel tra­gen würde.

— Vicky Mat­ter­horn (@SpeedleDum) Jan­u­ary 26, 2017

Trost für Björn Höcke: Auch Hitler hat nie ein KZ besucht.

TITANIC (@titanic) Jan­u­ary 27, 2017

Will nicht sagen, ich hätte gestern viel Geld aus­gegeben…
Aber Berlin dürfte jet­zt annäh­ernd schulden­frei sein.

— Stu­den­ten­leben (@tomkraftwerk) Jan­u­ary 31, 2017

mehr bei Anne Schüßler.

02.02.2017 | | Lokalliteratur | Kommentare deaktiviert für Die Top10-Tweets des Januars
30.01.2017 | | Lokalliteratur | Kommentare deaktiviert für Lesezeichen vom 30.01.2017
28.01.2017 | | Lokalliteratur | Kommentare deaktiviert für Lesezeichen vom 28.01.2017
  • Sean Spicer – Wikipedia Der Press­esprech­er des amtieren­den US-Präsi­den­ten Don­ald Trump, Sean Spicer, hat gle­ich in sein­er allerersten Pressekon­ferenz seine Glaub­würdigkeit geschred­dert: “Er las eigene, völ­lig unbelegte und nach­weis­lich falsche „Fak­ten“ über die Zuschauerzahlen vor. Unter anderem behauptete er: „Das war das größte Pub­likum, das jemals bei ein­er Verei­di­gung dabei war, sowohl vor Ort als auch weltweit, punk­taus.“ Zudem ver­suchte er die Medi­en­vertreter mit der Aus­sage „Wir wer­den unser­er­seits die Presse zur Rechen­schaft ziehen. Das amerikanis­che Volk hat Besseres ver­di­ent.“ unter Druck zu set­zen. Fra­gen der Medi­en­vertreter zu Spicers Aus­führun­gen wur­den nicht zuge­lassen.”
22.01.2017 | | Lokalliteratur | Kommentare deaktiviert für Lesezeichen vom 22.01.2017
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