Morgenkaffee

In Wien habe ich übers Woch­enen­de mit­bekom­men, dass sich bei denen wohl sozial­net­zw­erkkul­turell alles haupt­säch­lich auf Face­book abspielt, weswe­gen es auch so ein Affront ist, dass Ste­fanie Sargnagels Face­book-Account für 30 Tage ges­per­rt wur­de. Dafür twit­tert sie jet­zt mehr und man kann ihrem Burschen­schaft­spro­jekt prob­lem­los weit­er fol­gen. Ander­er­seits ist das alles nur Lokalkolorit.

Bet­ti­na Klein wirft einen Blick darauf, was man aus der aktuel­len dick­en Luft zwis­chen den Nieder­lan­den und der Türkei mit­nehmen soll­te: Ein Ein­ste­hen für die eige­nen Werte.

Die Über­schrift ist ja schon Com­e­dy: Schützen öff­nen sich für Mus­lime und Homo­sex­uelle.

Und während ich mir die Frage stelle: Merken Leute, die sich den kom­merziel­len sozialen Net­zw­erken so kom­plett aus­liefern noch, dass sie sich aus­liefern? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

  • Putin Par­dons Rus­sian Wom­an Charged for ‘Trea­so­nous’ Text Mes­sages “Rus­sian secu­ri­ty agents arrest­ed Sev­as­tidi in Jan­u­ary 2015, claim­ing that the friend to whom she had sent the mes­sages had been a Geor­gian spy. She was even­tu­al­ly sen­tenced to sev­en years’ impris­on­ment. Putin’s par­don, which comes into force on March 12, 2017, says that it was signed on “the prin­ci­ples of human­i­ty.” Sevastidi’s lawyer, Yevgeny Smirnov, told the Inter­fax news agen­cy that his client could not remem­ber appeal­ing to Putin for a par­don.”

Morgenkaffee

In mein­er Heimat­stadt gibt es eine Lokalzeitung, die gerne ihre Bedeu­tung her­aushebt. Es ist aber so, dass in let­zter Zeit so wenig kri­tis­cher Jour­nal­is­mus dort auf­taucht, dass die näch­st größere Zeitung, die Neue Osnabrück­er Zeitung, genau diese kri­tis­che Berichter­stat­tung, wenn die Angele­gen­heit bedeu­tend genug ist, gle­ich mit erledigt. Ich kom­me darauf, weil die britis­che Inter­net­seite The Bureau of Inves­tiga­tive Jour­nal­ism den deutschen, ras­sis­tis­chen Twit­ter-Account @xyeinzelfall auseinan­dern­immt.

Stephen King ver­wurstet Don­ald Trumps Ver­schwörungs­the­o­rien über Barack Oba­ma zu ein­er eige­nen.

Kathari­na Graz­in emp­fiehlt den Roman Real­itäts­ge­wit­ter von Julia Zange.

Pay­pal hat ger­ade das Prob­lem, dass über­wiesene Gelder nicht immer da ankom­men, wo sie hin­sol­len.

Und während ich mir die Frage stelle: Ist die anhal­tende Regierungskrise der USA Resul­tat eines niederge­hen­den Jour­nal­is­mus’? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Jede Pressemit­teilung in punk­to Online­mark­t­platz, den kein­er braucht, ein Anlass sich zu wun­dern:

Das geplante Förder­pro­jekt ist darauf aus­gerichtet, den örtlichen Einzel­han­del hin­sichtlich der Auswirkun­gen zunehmender Online-Affinität von Kun­den zu sen­si­bil­isieren,

Jaha, es sind nicht mehr die online-affine Kun­den, denen man etwas präsen­tieren möchte, son­dern die Händler muss man die Auswirkun­gen zunehmender Online-Affinität erk­lären. Das ist denen bis heute völ­lig unbekan­nt.

ihn bei der Ein­führung eigen­er Online-Ange­bote zu unter­stützen

Wer ist den von denen noch nicht im Inter­net, obwohl er das will, und zudem bere­it ist, die zusät­zlichen Arbeit­skräfte für einen Online­han­del einzustel­len? Die Ärzte wohl nicht, die Friseure wohl nicht, die Restau­rants, Eis­die­len und Kneipen wohl nicht, die Spiel­hal­len wohl nicht, die Bek­lei­dungs- und Schuhgeschäfte wohl nicht, die Apotheken wohl nicht, die Schreib­waren­lä­den wohl nicht, die Geschäfte größer­er Ket­ten wohl nicht, sehr kleine Geschäfte wohl nicht.

und über einen bere­its beschlosse­nen lokalen Online-Mark­t­platz hin­aus­ge­hen­de Aktiv­itäten und Zusat­zleis­tun­gen für Kun­den zu etablieren.

Ganz offiziell redet man jet­zt nicht mehr von einem beste­hen­den, son­dern von einem “bere­its beschlosse­nen”, mehr auch nicht, Online-Mark­t­platz, ungeachtet dessen, dass der alte schon keinen mehr inter­essiert. Das Cre­do lautet: Sachen auf ein­er Ibben­büren­er Inter­net­seite bestel­len und am gle­ichen Tag liefern zu lassen — was die Unternehmer zusät­zlich Geld kostet. Das machen große Super­mark­tket­ten selb­st, Bücher kom­men per Post, Fer­tigessen mit dem Piz­zataxi. Wo ist denn da die Mark­tlücke?

Fern­er soll das Pro­jekt die Attrak­tiv­ität und Funk­tion­al­ität der Ibben­büren­er Innen­stadt sowie der Zen­tren in den Ort­steilen steigern.

Natür­lich. Ich steigere die Attrak­tiv­ität der Innen­stadt ja auch dadurch, dass ich den Kun­den beib­ringe, dass sie ihre Waren auch von Zuhause aus kaufen kön­nen.

Morgenkaffee

und helau von hier aus. Bleiben wir in Düs­sel­dorf, das ist neu: Sicher­heits­mann bestiehlt Flug­gast bei Gepäck­kon­trolle.

Bei der Oscarver­lei­hung hat man sich einen Schnitzer erlaubt und den falschen Film als Gewin­ner des besten Films verkün­det.

US-Mil­liardär hat sowohl die Trump-Kam­pange als auch die Brex­it-Kam­pag­ne finanziell unter­stützt.

Vor zwei Jahren wur­de Boris Nemtsov auf offen­er Straße vor dem Kreml erschossen. Eva Har­tog über Aktivis­ten, die für ihn einen Schrein am Ort des Geschehens errichteten, den sie Tag und Nacht bewachen.

Und während ich mir die Frage stelle: Beflügelt es die Oscarver­lei­hung, wenn man mal ordentlich über sie lacht? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

  • Bist Du 50.000,- wert?” : Diese Sendung ist ein Arschloch Dirk Giesel­mann: “Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie eine der­art verkommene Sendung gese­hen wie diese.  (…) In der Jury sitzen Zeitgenossen, deren kalte Lust, mit der sie die Kan­di­daten aus­sortieren, mich an unbe­hauste Kinder erin­nert, die aus pur­er Langeweile auf dem Spielplatz Schwächere quälen. (…) der Diplom-Psy­chologin, die diesem “Show-Exper­i­ment” eine Anmu­tung von Wis­senschaftlichkeit ver­lei­hen soll, traue ich jed­erzeit zu, dass sie mit ihrer Zunge ein Insekt fängt. (…) Dass diese Degradierung uns als Unter­hal­tung vorge­set­zt wird, dass wir also über uns selb­st lachen sol­len, während wir den Bach run­terge­hen, ist allerd­ings ekel­er­re­gend.”
  • Hans Ulrich Gum­brecht: Her­mann Göring, Inbe­griff des Faschis­mus, und die (Un)Möglichkeit geschichtlicher Wiederkehr “Vor weni­gen Monaten haben die Bürg­er der Vere­inigten Staaten einen Präsi­den­ten ins Weiße Haus gebracht, dessen wichtig­ste Erfol­gs­be­din­gung nicht allein während des Wahlkampfs, wie wir jet­zt wis­sen, seine suchtar­tige Abhängigkeit von mas­siver Res­o­nanz ist. Vor allem einen exu­ber­an­ten Stil des Ver­hal­tens, ein­schließlich der Insze­nierung seines Besitzes, seines plüschar­tig-gold­e­nen Geschmacks und der gutausse­hen­den Frauen sein­er Fam­i­lie, set­zt er als Konkretisierung und Illus­tra­tion ein­er Lebensleis­tung ein. Inmit­ten aller Träume von drama­tis­chen Taten und und Ereignis­sen wirkt unser Präsi­dent aber ide­ol­o­gis­ch und selb­st poli­tis­ch inkon­sis­tent. Solche Wider­sprüche allerd­ings münzt er unver­drossen in Zeichen ein­er Frei­heit um, die ange­blich er allein sich leis­ten kann. Und anstelle ein­er präg­nan­ten Posi­tion erfüllt seine Reden die per­manan­te Anspielung auf eine Ver­schwörung der Beruf­spo­liter gegen das ein­fache amerikanis­che Volk, das er nun zur Erlö­sung in ein­er Wiederkehr alter nationaler Größe zu führen ver­spricht.”
  • Recht­spop­ulis­ten: “Peo­ple like us” und “Peo­ple like them” — Hans Rauscher
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