Ihr müsst draußen bleiben” — das hat nun der Restvor­stand des Ste­in­furter Kreisver­bands der AfD erneut zu hören bekom­men und daher sagte man den Stammtisch ab. Nicht ohne zu beto­nen, dass die bösen Linken, die sich höch­stver­mut­lich mit bösen linken Ems­det­ten­er Grup­pierun­gen zusam­men­ver­schworen haben, daran ver­mut­lich irgend­wie Schuld sind:

Angriff aufs Grundge­setz — pak­tiert die LINKE im Kreis mit Autonomen?

Ja, wer ken­nt sie nicht, die linksradikalen, marxrechts­drehen­den Autonomen aus Emsdetten.

Während An- und Über­griffe auf Mit­glieder oder Sachge­gen­stände der Alter­na­tive für Deutsch­land bun­desweit mit immer größer­er Aggres­siv­ität bis hin zu Schüssen auf Wahlkampfhelfer geführt wer­den, hat das grundge­set­zwidrige Ein­schränken von Ver­samm­lungs- und Mei­n­ungs­frei­heit nun­mehr auch den Kreis Ste­in­furt erreicht.

Weil man nicht inne Kneipe reinkommt, nach­dem man sich dauer­haft recht­spop­ulis­tisch äußert, u.a. auf der Kreisver­band-Face­book-Seite, glaubt man, das Grundge­setz sei ange­grif­f­en? Deswe­gen heult man rum?

Da passt dann aber auch wieder Arsch auf Eimer, denn was auf der Face­book-Seite dieses per­son­ell etwas aus­ge­höhlten Kreisver­ban­des alles an anti­semi­tis­chen, ras­sis­tis­chen, frauen­deindlichen, ver­schwörungs­the­o­retis­chen und sonst­wie vol­lver­dröh­n­ten Äußerun­gen geduldet wird, das entspricht eben auch ein­er vol­lkom­men rück­grad­losen Position.

So groß die Anzahl der­jeni­gen, die die Seite geliket haben erscheinen mal, real wollen dann doch nicht so viele mit diesem Kreisver­band zu tun haben: Ger­ade mal eine Per­son sagte für den Stammtisch zu, und die ist auch noch eine von drei Per­so­n­en des Restvor­standes. Früher sah das auch nicht anders aus. Da wun­dert es dann auch nicht mehr, dass sich auf den Ein­trag zur Absage nur vier Leute reagieren, die alle­samt nicht im Kreis Ste­in­furt wohnen — wer fühlt schon mit bei ein­er Zombietruppe?

am 29.02.2016 von unter 4530 abgelegt. | 1x kommentiert

POPCORN! Ein­er der Miterfind­er der Ibben­büren­er Ter­rorzelle hat übri­gens wieder was raus­ge­fun­den, und zwar, dass sich im Mün­ster­land Bürg­er­wehren formieren:

Im beschaulichen Sassen­berg laufen die „Wach­samen Sassen­berg­er“ Streife, in Ahlen nen­nt sich die Truppe „Ahlen­er schützen Ahlen­er“, im West­en des Mün­ster­lan­des sind die „Bürg­er­wehr Gronau-Epe“ und die „Bürg­er­wehr Bocholt“ auf den Plan getreten. Let­ztere kündigt via Face­book an, „ab dem 22. Jan­u­ar noch präsen­ter zu wer­den“ und die „Mannstärke deut­lich zu erhöhen“.

Jet­zt wer­den Sie sagen: Das ist doch bes­timmt ein kom­pe­ten­ter Mann. Der wird ja wohl Ahnung haben. Der kann doch wohl recher­chieren. Der kann doch wohl googlen. Der kann doch wohl Satire von Ernst unterscheiden. 

Nun ja:

Satire kann – zumin­d­est laut Wike­pe­dia – Zustände oder Missstände in sprach­lich über­spitzter und verspot­ten­der Form the­ma­tisieren. Das Prob­lem dabei ist nur, dass viele Leser (und manch­mal selb­st ges­tandene Jour­nal­is­ten) Satire nicht als solche erken­nen und sie für bare Münze nehmen. So auch zur Zeit bei der Face­book-Fan­seite „Bürg­er­wehr Bocholt“ mit dem Zusatz „Das Orig­i­nal“, die in kopiert­er Form auch unter dem Pseu­do­nym „Bocholter Bürg­er­wehr“ daherkommt. Deren Mach­er ver­ball­hor­nen die von Ste­fan Bam­buch gegrün­dete Gruppe „Bocholt Bad News“ der­ar­tig gekon­nt, dass Ihre Aufrufe zu Sauberkeit und Ord­nung, zur sorten­reinen Alt­glas­tren­nung, zum ord­nungs­gemäßen Abbiegen mit Handze­ichen, zum kor­rek­ten Ein­hal­ten der Hau­sor­d­nung und ins­beson­dere zum Notierten und Melden verdächtiger Autos mit frem­dar­ti­gen Num­mern­schildern von eini­gen für bare Münze genom­men und bit­ter­bös kom­men­tiert werden.

am 23.02.2016 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

In ihrer Erk­lärung, weswe­gen man den monatlichen Bezugspreis der Zeitung auf 36,90€ erhöht, ver­weist die IVZ aber­mals auf die ominösen 10000, die ange­blich tagtäglich ihre Seite aufsuchten:

Den­noch weit­et die IVZ ihre Ange­bote ins­beson­dere in den neuen Medi­en deut­lich aus: Mehr als 10000 Men­schen täglich nutzen bere­its die für unsere Abon­nen­ten exk­lu­siv­en Dig­i­tal­in­halte. Das freut uns sehr und ist uns Verpflich­tung, auch weit­er­hin ein umfan­gre­ich­es und unab­hängiges lokales Infor­ma­tion­sange­bot anzu­bi­eten – gedruckt und digital.

Und wieder ein­mal ist es doch merk­würdig, dass die veröf­fentlicht­en Zahlen der IVZ bezüglich der Nutzer ihrer Inter­net­seite eine andere Sprache sprechen.

Für den Jan­u­ar hat es nach eige­nen Angaben 260.527 so genan­nte Vis­its gegeben. Ein Vis­it ist das Aufrufen ein­er Inter­net­seite durch einen frem­den Rech­n­er. Ruft eben dieser Rech­n­er die Seite nach ein­er hal­ben Stunde Untätigkeit wieder auf, wird ein weit­er­er Vis­it gezählt. Ein einzel­ner Vis­it ist somit nicht gle­ichbe­deu­tend mit einem einzel­nen Men­schen. Einzelne Men­schen kön­nen täglich diverse Vis­its erzeu­gen. Irgendwelche Com­put­er ohne direk­te Ver­an­las­sung durch einen Men­schen aber eben auch.

Selb­st wenn einzelne Vis­its einzelne Men­schen, d.i. Unique Vis­i­tors, wären, käme man nicht auf 10.000 Men­schen täglich, die das Ange­bot der IVZ nutzten — ganz zu schweigen von den Inhal­ten hin­ter der Bezahlschranke.

Inter­es­san­ter­weise ent­fall­en allerd­ings nur etwa 80% dieser Vis­its auf die Domain ivz-online.de. Das hängt damit zusam­men, dass die Zahl aller Vis­its sich aus unter­schiedlichen Domains speisen, etwa 12% kom­men durch newssquare.de, dort wo das E-Paper der Zeitung gehostet wird. Insofern ist fraglich, ob nicht dop­pelt Vis­its gezählt wer­den, denn das E-Paper erre­icht man im Grunde nur durch die Haupt­do­main der Zeitung, wo ja schon ein Vis­it gezählt wurde.

12% von 260.527 ergeben etwa 1000 Ein­log­gun­gen zum E-Paper am Tag. Das passt zu der Zahl, die offen­bar angibt, wie viele “Paid”-Visits die Seite der Zeitung im Jan­u­ar hat­te: 74.878, das wären etwa 2415 reg­istri­erte Vis­its am Tag.

 

am 15.02.2016 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

POPCORN! Fün­fein­halb Jahre, nach­dem in diesem Blog geschrieben wurde, dass Met­rickz auf sich aufmerk­sam macht, hat die IVZ ihn entdeckt.

Nein! Doch! Oh!

Und sie haben sog­ar schon in Wikipedia nachge­le­sen, wer das wohl ist.

Nein! Doch! Oh!

Sie haben sog­ar raus­gekriegt, dass er wohl let­ztes Jahr mal ganz oben in den deutschen Charts war.

Nein! Doch! Oh!

Sollen wir mal über das Wort “aktuell” in “IVZ aktuell” reden?

Nein! Doch! Oh!

am 10.02.2016 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

POPCORN! Der Kreisver­band Ste­in­furt der AfD reagiert auf Ernst Gold­becks Behaup­tung, die AfD sei recht­sradikal und würde durch Schüren von Neid und Miss­gun­st die Gesellschaft gegeneinan­der aufhet­zen zu wollen.

Als Grundge­setz-Partei richtet sich das poli­tis­che Wirken der AfD in der aktuellen Zuwan­derungssi­t­u­a­tion zu kein­er Zeit gegen die Migranten selb­st. Wed­er negiert die AfD das Asyl­recht oder den Flüchtlingssta­tus noch die sich daraus ergeben­den Rechte und Verpflichtungen.

Gönau, und wie war das mit dem Gebrauch der Waffe gegen Flüchtlinge? Was so eben nicht im Grun­dege­setz ste­ht und Flüchtlin­gen Grun­drechte auch nicht zugeste­hen würde?

Wir fordern statt dessen die poli­tisch Ver­ant­wortlichen auf, endlich wieder zu gel­ten­dem Recht und Gesetz zurück­zukehren. Sowohl nach nationalem wie europäis­chem Recht ist klar definiert, wer Anspruch auf Asyl hat, wem der Flüchtlingssta­tus zuerkan­nt wird oder wer Wirtschaftsmi­grant ist. Diese rechtlichen Grund­la­gen wur­den im let­zten Jahr ohne jede Legit­i­ma­tion durch Frau Merkel fak­tisch außer Kraft geset­zt. Würde man diesen entsprechen, müssten zahlre­iche Fra­gen auch hier im Kreis gar nicht erst disku­tiert wer­den und diejeni­gen, die unsere Hil­fe wirk­lich brauchen, müssten nicht monate­lang in Auf­fanglagern hausen.

Ach? Gibt’s da vielle­icht mal eine dezi­dierte Berech­nung zu dieser Behaup­tung oder ist das mit dem Rechts­bruch und der Zahl bewil­li­gungs­fähiger Asyl­be­wer­bun­gen jet­zt nur so ein recht­spop­ulis­tis­ches Geschwafel?

Eine juris­tis­che Bew­er­tung der Äußerung Ernst Gold­becks behal­ten wir uns indes vor.

JA! Das sollte die AfD unbe­d­ingt anstreben. Es wäre für die Gesellschaft sicher­lich hil­fre­ich, wenn mal gerichtlich fest­gestellt wird, ob die AfD recht­sex­tremen oder bloß recht­spolulis­tis­chen Kram von sich gibt. Da werde ich vorm Gericht Pop­corn verkaufen. Aber ehrlich gesagt, ist das wohl bloß heiße Luft — wie alles von der AfD.

am 06.02.2016 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Da bah­nt sich Stre­it an

leit­ete die IVZ vorgestern einen Leser­brief Ernst Gold­becks an, aber dass es dann ein Stre­it zwis­chen der IVZ und Ernst Gold­beck wurde, das war wohl nicht damit gemeint. Rollen wir das ganze doch mal im Kern auf. In einem ersten Leser­brief schreibt Ernst Goldbeck:

Wenn nun Hans Jür­gen Stre­ich von der FDP ohne jegliche fak­tis­che Begrün­dung, speku­la­tiv in den Raum argu­men­tiert, dann will er und seine FDP von ein­er unheil­vollen Stim­mungslage prof­i­tieren. Der FDP Frak­tion­schef Lind­ner ver­suchte das eben­falls im NRW Land­tag. Mit sein­er Rhetorik war nicht weit von der recht­sradikalen AfD ent­fer­nt. Ähn­lich­es schim­mert in der Ibben­büren­er FDP Pressemit­teilung durch.

Sofern einem Kri­tik­er eines Textes nichts als der Text zur Ver­fü­gung ste­ht, gehört es zum guten Ton ein­er Kri­tik, nicht die schlimm­ste Inter­pre­ta­tion eines Textes anzunehmen, wenn es eine eben­so taugliche, wohlwol­lende Inter­pre­ta­tion gibt. In diesem Fall hat es allerd­ings auch die Möglichkeit gegeben, Ernst Gold­beck ein­fach anzu­rufen, um ihn zu ein­er inhaltlichen Unklarheit, wenn man sie denn befände, zu befra­gen. Das ist offen­bar seit­ens der IVZ unter­lassen worden.

Das Zitat lässt sich im Grunde ein­fach auf­dröseln: Ernst Gold­beck meint, Hans Jür­gen Stre­ich instru­men­tal­isiere eine emo­tion­al hochgekochte poli­tisch Angele­gen­heit zur Beförderung der eige­nen Partei, Chris­t­ian Lind­ner habe dies im NRW-Land­tag eben­so getan und eine solche Instru­men­tal­isierung schim­mere in der Pressemit­teilung der Ibben­büren­er FDP durch. Außer­dem hält Gold­beck die AfD für recht­sradikal und Chris­t­ian Lind­ners Rhetorik nicht weit von der AfD ent­fer­nt. Das ist jet­zt nicht sooo schw­er, das so zu lesen. 

Bei der IVZ liest man es auss­chließlich neg­a­tiv:

Bürg­er­meis­ter wollte er wer­den, Frak­tionsvor­sitzen­der der Linken im Rat ist er immer noch. Jet­zt hat Ernst Gold­beck offen­bar eine weit­ere Rolle ein­genom­men: Die des Brandstifters.

Was ist denn daran so bemerkenswert, dass Ernst Gold­beck Bürg­er­meis­ter wer­den wollte, liebe IVZ? Und das er “noch” Frak­tionsvor­sitzen­der der Linken im Rat ist, worauf soll das nun abzie­len? Und welchen Brand hat er ges­tiftet? Hätte man die Ein­leitung zur Kri­tik nicht ein winzig­wenig sach­lich­er aus­drück­en können?

Die Ibben­büren­er FDP und ihre Lan­despartei in die Nähe des Recht­sradikalis­mus zu rück­en, ist nicht nur absurd, son­dern ger­adezu infam.

Und ins­beson­dere: Das ist über­haupt nicht passiert. Die hier zu Grunde gelegte Sichtweise ist schon eine aus­ge­sprochen neg­a­tive, wenn auch nicht unmögliche Inter­pre­ta­tion, indem im Text Gold­becks das Wort “Ähn­lich­es” auf die Rhetorik Chris­t­ian Lind­ners, die AfD-nah sein soll, bezo­gen wird.

Beson­ders daher, weil Chris­t­ian Lind­ners let­zte Äußerun­gen im Par­la­ment ger­ade kri­tisierten, dass man mit gegen­seit­i­gen Beschuldigun­gen der AfD-Nähe die Rechte nur noch größer mache.

Das ist wohl der Anstoß der Kri­tik: Chris­t­ian Lind­ners Rede im Land­tag, sofern diese damit gemeint ist, sei nicht so deut­bar, dass sie als etwas eingeschätzt wer­den kön­nte, was man derzeit gemein­hin als Ton der AfD ver­ste­ht. Das sehe ich auch so.

Es stellt sich die Frage, wer sich da tat­säch­lich auf der Welle der Flüchtlings­frage parteipoli­tisch pro­fil­ieren möchte. Der Ein­druck, dass Gold­beck es tut und dabei unsäglich mit dem Feuer spielt, drängt sich auf.

Nein, das tut er nicht. Ein solch­er Gedanke kommt einem im Grunde nur in den Sinn, wenn man meint, dass Ernst Gold­beck bloß ein poli­tis­ch­er Schaum­schläger sei. Und damit tut man ihm dur­chaus unrecht. Seine Verärgerung in Hin­sicht auf diese Darstel­lung ist somit verständlich:

Ich dis­tanziere mich nochmals ganz klar von Ihrer Darstel­lung, die FDP habe eine gewisse Nähe zur AfD.

Wozu man sich allerd­ings bei der IVZ genötigt sieht, Fol­gen­des herauszustellen:

Anmerkung der Redak­tion: In der ursprünglichen FDP-Mit­teilung ging es um Kri­tik der Lib­eralen an der Flüchtlingszuweisung und Kosten­er­stat­tung, in der Großstädte laut FDP bevorzugt seien. Gold­beck kon­sta­tierte darauf, die „Rhetorik“ der FDP sei „nicht weit von der recht­sradikalen AfD ent­fer­nt“ gewesen.

Ja, da kann man auch mal klatschen: Da stellt Ernst Gold­beck klar, dass er “die FDP” nicht in “gewiss­er Nähe zur AfD” sehe und die IVZ kon­tert mit ein­er, dieses Mal, ein­deutig falschen Inter­pre­ta­tion, nach der Ernst Gold­beck eben doch behauptet habe, was er in sein­er Klarstel­lung von sich weist. Von der Rhetorik der FDP hat Ernst Gold­beck über­haupt nicht gesprochen.

Wer zün­delt denn nun hier?

am 04.02.2016 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben