Ich finde es ja doch immer wieder schade, dass der Man­tel der IVZ von der WN über­nom­men wird. Das macht die Zeitung zu so einer Patchwork-Zusammenstellung ohne roten Faden. Und bei diesem Man­tel fragt man sich auch immer öfter, ob das noch eine kri­tis­che Zeitung ist oder doch schon eine Haus­pos­tille der CDU

Während die als Fach­blatt für katholis­che Sport­berichter­stat­tung oft­mals verunglimpfte Rheinis­che Post ger­adezu fordert, dass das Betreu­ungs­geld gar nicht erst einge­führt wer­den dürfe, fragt Nor­bert Tie­mann für die WN lediglich

Wann kommt das Betreu­ungs­geld?

Tie­manns Piratenpartei-Diffamie

Wie sehr muss es uns eigentlich schrecken, dass angesichts der mitun­ter chao­tis­chen pro­gram­ma­tis­chen Sit­u­a­tion den Piraten in der Parteien­land­schaft ein solch großer Zus­pruch wider­fährt?

ist dann so platt, dass Angela Merkel sich zu einer Lob­hudelei auf die Piraten genötigt sieht:

Wir bekla­gen uns oft über die vie­len Nichtwäh­ler und das ange­bliche Desin­ter­esse an Poli­tik. Nun entsteht eine neue Partei, die zu unserer Demokratie beitra­gen will und auf neuen Wegen Men­schen für die Poli­tik inter­essiert. Ich zolle dem erst ein­mal Respekt. Die anderen Parteien müssen über­legen, wo sie vielle­icht in der Arbeitsweise und der inner­parteilichen Kom­mu­nika­tion etwas ler­nen kön­nen und wo sie ganz klare Unter­schiede deut­lich machen. Die Debatte ist jeden­falls span­nend. Wie die Piraten das Inter­net nutzen, wo ja nahezu ihre gesamte Parteiar­beit stat­tfindet, das hat eine Kon­se­quenz, die sie bei den anderen Parteien nicht finden. Diese wirk­lich umfassende Nutzung des mod­er­nen Medi­ums wird uns ein Ans­porn sein. 

Ja, wann hat man zuletzt jeman­den vor chao­tis­chen Zustän­den je so erschreckt gese­hen?

Aber um mal den Bogen von chao­tis­chen Zustän­den zum Betreu­ungs­geld zu schla­gen: Dass diese The­matik selbst in der CDU zu sehr merk­würdi­gen Äußerun­gen führt, lässt sich beim OSRa­dio nach­le­sen. Dort meint der CDU-Kreisvorsitzende:

Wir treten als CDU immer dafür ein, dass Eltern selbst entschei­den kön­nen, wie ihre Kinder erzo­gen wer­den sol­len, wo sie auch in der Anfangsphase bleiben. Ins­beson­dere bei Eltern, die beide beruf­stätig sind, kommt es dur­chaus vor, dass man eine Kinder­frau gerne ein­stel­len möchte, oder dass man einen Babysit­ter gerne ein­stellt. Da ist es dur­chaus in Ord­nung, wenn der Staat auch diese Fam­i­lien unter­stützt!

Also man kriegt dann bald Geld dafür, dass man sein Kind nicht in die Kita schickt, für den Babysit­ter, den man braucht, weil man ganztägig arbeitet. Dass nenne ich mal chaos­freie Poli­tik. In Fachkreisen wird das Betreu­ungs­geld übrin­gens schon MeKiZ genannt — der Mercedes-Kindersitz-Zuschuß.