Ich glaube, Pla­ton würde im Grab rotieren, wenn er hörte, dass der Begriff der Akademie heutzu­tage auch auf Auto­häuser angewen­det wird. Bei dieser Akademies­tunde ging es um das The­ma Burnout — lei­der. Das The­ma wurde unglück­licher­weise als Lifestyle-The­ma dargestellt — passend einge­führt mit Titel­blät­tern von Focus und Spiegel. Der Ref­er­ent bricht das The­ma grob auf drei Fak­toren runter, die Burnout her­vor­rufen: Ungek­lärte Sinnsuche, zu wenig Sport und zu wenig Schlaf. Es sei zunächst ein­mal ein vorde­pres­sives Phänomen, beim dem dem Betrof­fe­nen selb­st zunächst ein­mal die Schuld trifft, sich wesentliche Aspek­te seines Lebens nicht bewusst gemacht zu haben. 

Die Frage ist, ob das Phänomen durch diese Lifestyle-Herange­hensweise über­haupt erfasst wird: Ich kenne Leute, die wenig Sport treiben, die 4–5 Stun­den schlafen, viel arbeit­en und sich um den Sinn ihres Lebens nicht scheren. Aber die haben kein Burnout.

Das Prob­lem hier­bei ist, dass die zu Burnout führende Kausalkette, wenn man nicht alle Fak­toren ken­nt, nicht umkehrbar ist. Aber das ist ger­ade das Prob­lem mit diesem Vor­tra­gen­den: Die indi­vidu­ellen Fak­toren, die im Einzelfall für einen Betrof­fe­nen zu Burnout führen, wer­den in dieser Präsen­ta­tion über­haupt nicht ange­sprochen. So erweckt man den Ein­druck, als wäre Burnout nur ein kom­biniert­er Schlaf-, Sport- und Sinn-Man­gel. Über­haupt würde mich mal inter­essieren, wie viele Patien­ten der Ref­er­ent schon wie kuri­ert hat.

Aber hier haben wir es eben mit Burnout als Lifestyle-The­ma zu tun. So genau will es da kein­er wissen.

am 30.04.2012 von unter 4530 abgelegt. | Kommentar schreiben

Es ist ja doch irgend­wie über­raschend ein­fall­s­los, was sich auf den Seit­en der Kan­di­dat­en zur Land­tagswahl in NRW ger­ade so abspielt. Vielle­icht hil­ft den noch unentschlosse­nen, den Wahl-o-mat anzuw­er­fen, um zu erfahren, welche Partei ihre Inter­essen am besten vertritt.

Ich finde es ja doch immer wieder schade, dass der Man­tel der IVZ von der WN über­nom­men wird. Das macht die Zeitung zu so ein­er Patch­work-Zusam­men­stel­lung ohne roten Faden. Und bei diesem Man­tel fragt man sich auch immer öfter, ob das noch eine kri­tis­che Zeitung ist oder doch schon eine Haus­pos­tille der CDU

Während die als Fach­blatt für katholis­che Sport­berichter­stat­tung oft­mals verunglimpfte Rheinis­che Post ger­adezu fordert, dass das Betreu­ungs­geld gar nicht erst einge­führt wer­den dürfe, fragt Nor­bert Tie­mann für die WN lediglich

Wann kommt das Betreuungsgeld?

Tie­manns Piratenpartei-Diffamie

Wie sehr muss es uns eigentlich schreck­en, dass angesichts der mitunter chao­tis­chen pro­gram­ma­tis­chen Sit­u­a­tion den Pirat­en in der Parteien­land­schaft ein solch großer Zus­pruch widerfährt?

ist dann so platt, dass Angela Merkel sich zu ein­er Lob­hudelei auf die Pirat­en genötigt sieht:

Wir bekla­gen uns oft über die vie­len Nichtwäh­ler und das ange­bliche Desin­ter­esse an Poli­tik. Nun entste­ht eine neue Partei, die zu unser­er Demokratie beitra­gen will und auf neuen Wegen Men­schen für die Poli­tik inter­essiert. Ich zolle dem erst ein­mal Respekt. Die anderen Parteien müssen über­legen, wo sie vielle­icht in der Arbeitsweise und der inner­parteilichen Kom­mu­nika­tion etwas ler­nen kön­nen und wo sie ganz klare Unter­schiede deut­lich machen. Die Debat­te ist jeden­falls span­nend. Wie die Pirat­en das Inter­net nutzen, wo ja nahezu ihre gesamte Parteiar­beit stat­tfind­et, das hat eine Kon­se­quenz, die sie bei den anderen Parteien nicht find­en. Diese wirk­lich umfassende Nutzung des mod­er­nen Medi­ums wird uns ein Ans­porn sein. 

Ja, wann hat man zulet­zt jeman­den vor chao­tis­chen Zustän­den je so erschreckt gesehen? 

Aber um mal den Bogen von chao­tis­chen Zustän­den zum Betreu­ungs­geld zu schla­gen: Dass diese The­matik selb­st in der CDU zu sehr merk­würdi­gen Äußerun­gen führt, lässt sich beim OSRa­dio nach­le­sen. Dort meint der CDU-Kreisvorsitzende:

Wir treten als CDU immer dafür ein, dass Eltern selb­st entschei­den kön­nen, wie ihre Kinder erzo­gen wer­den sollen, wo sie auch in der Anfangsphase bleiben. Ins­beson­dere bei Eltern, die bei­de beruf­stätig sind, kommt es dur­chaus vor, dass man eine Kinder­frau gerne ein­stellen möchte, oder dass man einen Babysit­ter gerne ein­stellt. Da ist es dur­chaus in Ord­nung, wenn der Staat auch diese Fam­i­lien unterstützt!

Also man kriegt dann bald Geld dafür, dass man sein Kind nicht in die Kita schickt, für den Babysit­ter, den man braucht, weil man ganztägig arbeit­et. Dass nenne ich mal chaos­freie Poli­tik. In Fachkreisen wird das Betreu­ungs­geld übrin­gens schon MeK­iZ genan­nt — der Mercedes-Kindersitz-Zuschuß.

Oh, ein (zumin­d­est mir) neuer Stern am Ibben­büren­er Rap-Him­mel: Faxx. Hier mit einem ganz gefährlichen Diss-Lied übers Fick­en, Bum­sen und Fresse­polieren oder so:

Und jet­zt alle: Kopf→Tisch, Kopf→Tisch, Kopf→Tisch… (Aber Jungs: Gangs­ta-Rap mit Gürteltasche, das ist ja wohl ein No-Go.)

Die Donots brin­gen am 28. April ihr neues Album Wake the dogs her­aus und präsen­tieren passend dazu ein Mak­ing of der ersten Single-Auskopplung:

Ich sach ja, Tach ein, Tach aus, es ist unterm Strich doch zu dunkel inne Stadt. Zu viele dun­kle Gässken. Da gehen se von ein­er beleuchteten Straße kurz in eine Gasse und schwupss, da wis­sen se doch gar nicht mehr, was man da tut, wenn da was passiert. Es müsste heller wer­den. Sich­er. Son­st zün­den da die Jun­gens gle­ich Büch­er und Zeitun­gen an, wie jetzt. 

Ja, gut ich weiß auch nicht, was diese Büch­er im Glass­chrank da ver­loren haben. Liest doch kein­er, was soll man die da nicht mal anders ver­wen­den? Früher, ja früher wurde öffentlich mehr gele­sen. Da hätte man sich bei Bücherver­bren­nun­gen auch noch mehr erregt. Zu mein­er Zeit nahm man sich die Zeitung und set­zte sich inne Stadt auffe Mauer. Dann fal­tete man sie zusam­men, schaute dem Treiben in der Stadt zu, pro­minierte etwas und dann ließ man die Zeitung irgend­wo liegen. Sollte doch ein ander­er sie fertiglesen. 

Das braucht man heute ja auch nicht mehr, ste­ht ja bei denen heute alles im Schaufen­ster. Fehlte nur noch, dass die den Schaufen­sterkiek­ern auch noch ein schlecht­es Gewis­sen einre­den, was ihnen denn ein­fällt, kosten­los ins Schaufen­ster zu kieken.

Auslei­h­bare Taschen­lam­p­en am Ein­gang der Stadt. Das wäre mal eine Maß­nahme. Dann müsste man auch nicht extra hell machen.